Der zuständige Minister Alexander Bonde auf Besichtigungstour im Weinberg Foto: dpa

Baden-württembergische Winzer, die Wein unter besonders schwierigen Bedingungen erzeugen, sollen ab diesem Jahr deutlich mehr Fördermittel vom Land erhalten.

Stuttgart/Bernkastel - Für die von Verödung bedrohten Weinbau-Terrassen entlang baden-württembergischer Flüsse und Höhenzüge besteht wieder Hoffnung.

Winzer, die Wein unter besonders schwierigen Bedingungen erzeugen, sollen ab diesem Jahr deutlich mehr Fördermittel vom Land erhalten. Nach Angaben eines Sprechers des Stuttgarter Landwirtschaftsministeriums sollen die zentralen jährlichen Zuschüsse pro Hektar ab 2015 nahezu verdreifacht werden – auf 900 Euro. Das Geld soll, sofern die Mittel von der EU genehmigt werden, zum Jahresende erstmals ausbezahlt werden.

Bundesländer wie Rheinland-Pfalz oder Hessen fördern ihre Erzeuger allerdings schon bisher mit hohen Beträgen. In Rheinland-Pfalz winken für das gerade abgelaufene Jahr maximal 2555 Euro je Hektar und Jahr, in Hessen maximal 2300 Euro.

In weiten Teilen Baden-Württembergs gilt der Steillagenweinbau als prägendes Kennzeichen, etwa entlang von Neckar und Enz, aber auch in der badischen Ortenau und am Kaiserstuhl. Gute und besonders traditionsreiche Weine werden hier erzeugt.

Wegen des sehr hohen Aufwands zur Bewirtschaftung, veröden die Steillagen in vielen Weinanbaugebieten bundesweit. Besonders betroffen sind die Weinbastionen entlang von Mosel und Nahe sowie am Mittelrhein.

Die rund 1200 Hektar Steillagen-Zonen im Südwesten blieben in jüngster Vergangenheit vom Flächenschwund nahezu verschont, stehen aber nach Angaben des Ministeriums dennoch stark „unter Druck“.

Die Zukunft der oft Hunderte Jahre alten Anbauzonen war im vergangenen Jahr Gegenstand intensiver politischer Auseinandersetzungen. Vor dem Hintergrund der 2016 beginnenden, schrittweisen Liberalisierung des EU-Weinbaus erwarten Fachleute neuen Druck auf die Winzer.

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