Kuscheltiere sind beliebte Weihnachtsgeschenke. Doch ein Test der Stiftung Warentest zeigt, dass nur jedes zweite Produkt auch sicher ist.
Stuttgart - Insgesamt 22 Plüschtiere hat die Stiftung Warentest exemplarisch untersucht und dabei vor allem auf Schadstoffe und andere Gefahren für Kinder geachtet. In der aktuellen Ausgabe von „Test“ fällt auf, dass oft Kleinigkeiten ein Kuscheltier gefährlich machen können. Die Kritik reicht von zu dünnen Verpackungsfolien bis zu Schadstoffen. Wir beantworten wichtige Fragen zum Test.
Warum ist nur jedes zweite Plüschtier empfehlenswert?
Die Tücke liege oftmals im Detail, sagen die Tester. Die großen Plüsch- und Stoffteile seien meist in Ordnung. Häufig seien es kleine Accessoires oder gar nur die Verpackung, die dazu führt, dass die Spielzeuge problematisch sind.
Was wurde im Test untersucht?
Etwa 300 mechanische und physikalische Untersuchungen wurden durchgeführt. Die Materialien wurden auf 235 verschiedene Substanzen hin überprüft. Die gute Nachricht: Krebserregendes Chrysen fanden die Tester diesmal nicht. Vor fünf Jahren waren noch 43 Prozent der Plüschtiere damit belastet.
Was sollte ein Kuscheltier aushalten?
Kleinkinder nehmen ihre Lieblinge auch mal in den Mund, ziehen sie an einem Bein hinter sich her oder zerren mit viel Kraft an den Ohren. All diese Dinge sind im Test untersucht worden. Im Prüflabor werden die Tiere in entsprechende Gerätschaften eingespannt und müssen derartige Belastungstests überstehen. Geprüft wird so, dass die Kuscheltiere auch bedenkenlos für unter Dreijährige empfohlen werden können.
Welche Gefahren gibt es?
Die Tester überprüfen nach den Spielzeugnormen. Dazu zählt zum Beispiel, ob Risiken durch leichte Entflammbarkeit, verschluckbare Kleinteile, Strangulations- oder Erstickungsgefahr bestehen. Sie führten auch Zugprüfungen durch und haben Schnurlängen nachgemessen.
Gibt es ein konkretes Beispiel?
Der Jack-Russel-Terrier der Firma Kösen war mit einer zu langen Hundeleine ausgestattet. Die Norm sieht vor, dass diese nicht länger als 30 Zentimeter sein darf, damit sich Kinder die Leine nicht um den Hals legen können und dann die Gefahr besteht, dass sie sich strangulieren. Zudem fiel dieser Plüschhund in weiteren Prüfpunkten durch: Die Leine gab zusätzlich auch N-Nitrosamine ab und am Ohr wurde Formaldehyd nachgewiesen.
Wie steht es mit der Brandgefahr?
Hier fiel die Siamkatze von Teddy Hermann durch, weil ihr Plüschfell viel zu schnell abbrannte: „Kaum entzündete der Brenner im Labor das Fell, stieg die Flamme zügig den Katzenkörper hinauf“, notierten die Tester. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Flammen ausbreiteten, habe bei mehreren Prüfmustern über dem von der Norm vorgegebenen Limit von drei Zentimetern pro Sekunde gelegen. Es geht auch anders: Bei den übrigen Tieren erloschen die Flammen von selbst oder breiteten sich viel langsamer aus.
Wie gefährlich sind Kleinteile?
Nicht genug angebrachte Kleinteile können von Kindern abgerissen und verschluckt werden – dann droht Erstickungsgefahr. Hier fiel das Einhorn Diamond des Herstellers Ty negativ auf, weil es mit Pailletten besetzt ist. Die hielten der Zugprüfung nicht stand. Formal ist der Hersteller aus dem Schneider, weil er auf einem Anhänger davor warnt, dass die Figur nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet sei – dann „würde die Prüfung auf verschluckbare Teile entfallen“, so die Warentester. Sie geben aber zu bedenken, dass dieses knuffige Tier auch für Kinder unter drei Jahren sehr attraktiv sei.
Wie reagieren die Hersteller?
Die Hersteller nehmen die Testergebnisse sehr ernst. Wer die Leine des Plüschhundes der Firma Kösen einsendet, erhält eine Entschädigung. Das giftige Textil am Ohr wurde inzwischen ausgetauscht. Disney ruft die betroffene Stoffpuppe Elsa zurück. Bereits gekaufte Exemplare können zurückgeben werden, der Kaufpreis wird erstattet. Und der Hase von Käthe Kruse, der in zu dünner Plastikfolie verpackt war, wird ab sofort nur noch in einem Karton ausgeliefert.
Auf was sollte man beim Kauf achten?
Ist ein Kuscheltier in dünne Plastikfolie verpackt, ansonsten aber frei von Schadstoffen oder anderen Gefahren, so genügt es beispielsweise, die Verpackung zu entfernen, bevor das Kind das Plüschtier bekommt. Sind Kleinteile wie Knöpfe oder Pailletten angebracht, sollte man für Kleinkinder die Finger davon lassen.
Welche Stofftiere schneiden gut ab?
Drei der getesteten Produkte erhielten die Note „sehr gut“: der Pusblu Dino blau von dm, der Babydream Hund von Rossmann und der Sorgenfresser Ping von Schmidt Spiele. Sieben Plüschtiere haben mit „gut“ abgeschnitten: der Djungelskog Orang Utan von Ikea, der Bär von Kik, der Hoppel Hase in rosa von Steiff, der Kaiserpinguin von WWF, der Grolltroll by Aprilkind vom Hersteller Die Spiegelburg, das Pferd Black Cassis von Nici sowie der Sweety Löwe von Sigikid.