Josephine Buller und Peter Vetter schauen sich die Siegerpläne zur Bebauung des Postareals genau an. Foto: Kuhn

Der siegreiche Bebauungsplanentwurf für das Post-Areal erntete gestern auch Lob der Bürger. Positiv bemerkt wurde, dass eine neue Ortsmitte geschaffen werde und viele Bürgerwünsche integriert wurden.

Untertürkheim - Wie könnte Untertürkheims Ortszentrum künftig aussehen? In einem städtebaulichen Wettbewerb haben sechs Architekturbüros sich Gedanken über eine Neugestaltung auf dem Postareal gemacht. Vergangene Woche hat eine Jury den Siegerentwurf gekürt. Jetzt stellten Städtebaubürgermeister Peter Pätzold, Stadtplanerin Christina Simon-Philipp, Stadtplaner Arnold Maiwald und Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel sowie Volker Kurrle vom Büro Harris + Kurrle, das den ersten Preis gewonnen hatte, das Bebauungskonzept der Bevölkerung vor. Das Interesse war groß. Bereits kurz nach 17 Uhr diskutierten die Besucher über die ausgehängten Entwürfe. Immer weitere Stühle mussten später ins katholische Gemeindezentrum gebracht werden.

„Das Post- und AOK-Gebäude kann abgerissen und das Parkdeck bebaut werden. Insgesamt stehen 6000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, um einen Haupteinkaufsbereich für Untertürkheim zu schaffen und zudem ein Ärztehaus, ein Café, eine Kita und inklusives Wohnen zu integrieren“, erklärte Wenzel. Eine schwierige und komplexe Aufgabe, die das Büro Harris und Kurrle „hervorragend gelöst und dabei alle Wünsche untergebracht hat“, hob Simon-Philipp die Vorzüge des einstimmig bestimmten Siegerentwurfs hervor. Nach den Plänen des in Rotenberg wohnenden Kurrle entsteht auf dem Postareal eine Aneinanderreihung von drei Baukörpern mit einer abwechslungsreich aufgebauten Höhenabfolge. Das Architekturbüro hat sich für rechteckige Gebäude und Flachdächer entschieden. Eine Dachgestaltung, die einige Untertürkheimer kritisierten, anderen dagegen als Zeichen der Urbanität gefiel.

Attraktiver Aufenthaltsbereich

Positiv merkten die meisten Untertürkheimer jedoch an, dass durch die Gebäude eine neue Ortsmitte entsteht. Denn der Bereich zwischen dem heutigen Postvorplatz und dem Leonhard-Schmidt-Platz wird aufgewertet, in der Augsburger Straße könnte im Abschnitt zwischen der BW-Bank und der Stadtkirche eine multifunktional nutzbare Freifläche ohne Autoverkehr entstehen, die Treppe zur Stadtkirche und eines der neuen Gebäude bilden einen weiteren, attraktiven Aufenthaltsbereich. In den Gebäuden sollen die Aldi-Filiale – möglichst im Untergeschoss –, ein Drogeriemarkt, kleinere Fachgeschäfte, eine Postfiliale, eine Kita, die AOK mit Arztpraxen, eine Pflegeeinrichtung sowie Stadthäuser entstehen. „Ein schöner Beitrag zu einer neuen Ortsmitte, die den Stadtbezirk beleben und aufwerten kann“, meinte Pätzold.

Über bessere Wegebeziehungen nachdenken

Auch Konrad Jörger, der in unmittelbarer Nähe aufgewachsen ist, lobte das Konzept, mit dem neue Freiräume vor allem „vor unserer wunderschönen Kirche“ geschaffen würden. Der Baufachmann regte aber auch an, über eine bessere Wegebeziehung zwischen Ortskern und dem Lindenschulviertel nachzudenken. Klaus Hecht zeigte sich „hocherfreut“ über das Ergebnis, vor allem über die Idee eines Bürgerzentrums. „Wie kann die Stadt uns aber garantieren, dass dieses Geschenk auch in dieser Form umgesetzt wird und keine Kompromisse gemacht werden?“ fragte der Rotenberger.

Ziel der Stadt sei es, die Gewinneridee zu verwirklichen. Die Stadt werde in Verhandlung mit den Grundstückseigentümern treten, und der Gemeinderat könne das Verfahren über den Bebauungsplan lenken. Dennoch brauche man einen langen Atem. „Wir benötigen einen Entwickler, der die Pläne umsetzt. Der Spatenstich kann frühestens 2023 erfolgen“, so Stadtplaner Maiwald auch in Richtung der Bewohner, die den Abriss „ihrer“ Wohnungen im AOK-Gebäude befürchten.

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