Öffentlicher Dienst und Berufsbeamtentum garantieren stabile Verhältnisse. Einfach immer nur mehr Geld für das Personal zu fordern, reicht aber nicht, meint unser Autor.
So widersinnig es auch erscheinen mag: Wenn der Staat schwächelt – wie nach dem Brandanschlag von Linksextremisten in Berlin –, dann ist dies Wasser auf die Mühlen von Deutschem Beamtenbund und Verdi. Krisensymptome stärken die Argumentationskette der Gewerkschaften, deren Kernbotschaft lautet: Wer den Staat stärken will, muss den öffentlichen Dienst und das Berufsbeamtentum stärken. Nur so seien Ordnung und Stabilität im Lande gewährleistet.
Mehr Personal – mehr Geld – geringere Arbeitszeiten
Demzufolge braucht es mehr Personal gegen den Massenabgang der Babyboomer, zudem bessere Bedingungen mit mehr Geld und geringerer Arbeitszeit für die Beschäftigten. Keinesfalls solle die Politik verstärkt darüber nachdenken, den Beamtenstatus auf hoheitliche Aufgaben zu beschränken oder Beamte in die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung einzubeziehen.
Dass solch vermeintliche Horrorideen bei einer Beamtenbund-Tagung wie aktuell in Köln mit Abscheu und Empörung abgetan werden, erklärt sich von selbst. Dort treten mit großer Mehrheit Verbündete von Bund, Ländern und Kommunen auf, die auf Applaus bedacht sind. Doch müssen sich auch die Gewerkschaftsvertreter konstruktive Gedanken darüber machen, wie der öffentliche Dienst leistungsfähig und trotzdem effizient aufgestellt werden kann. Allein immer mehr Geld für das Personal aufzuwenden, verhindert keinen Anschlag auf die Infrastruktur und andere unabwägbare Ereignisse.