Die Arbeit türmt sich in den Amtsstuben, die Fachleute werden knapp, klagt der Beamtenbund. Foto: dpa

Städte und Gemeinden suchen vergeblich Mitarbeiter, vor allem für die Integration von Flüchtlingen. Die Spitzenverbände warnen die Landesregierung vor Kürzungen.

Stuttgart - In den Rathäusern auf dem Land sieht es besonders düster aus, sagen die kommunalen Spitzenverbände. Aber auch in den Großstädten blieben Stellen in den Verwaltungen unbesetzt, weil es an Bewerbern fehle. Topleute für kommunale Einrichtungen suche man oft vergeblich, weil diese in der Privatwirtschaft besser dran seien, erklärt Roger Kehle, Präsident des baden-württembergischen Gemeindetags. Begonnen habe der Fachkräftemangel in der technischen Verwaltung, inzwischen seien alle Bereiche betroffen. Personal fehle vor allem für die Integration von Flüchtlingen.

Die Landesregierung hat bereits angekündigt, dass auch die Kommunen und die Beamten einen Beitrag für die Sparbemühungen des Landes leisten müssten. Das ruft jetzt den Beamtenbund gemeinsam mit dem Gemeindetag, dem Städtetag und dem Landkreistag auf den Plan.

Höhere Gehälter gefordert

Gedankenspiele über neuerliche Spareingriffe im Beamtenbereich müssten vom Tisch, auch die abgesenkte Eingangsbesoldung müsse rückgängig gemacht werden, fordert Volker Stich, der Vorsitzende des Beamtenbunds. Vielmehr müsse der öffentliche Dienst durch leistungsgerechte Bezahlung attraktiver gemacht werden. Die grün-rote Landesregierung hatte die Einstiegsgehälter um acht Prozent abgesenkt. Die neue grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg hat bereits die Absicht erklärt, dies zu ändern.

Gudrun Heute-Bluhm, die Geschäftsführerin des Städtetags, verlangt, dass das Land die Integrationsmittel, die es vom Bund erhält, in vollem Umfang an die Kommunen weiter gibt. Es handelt sich nach Angaben der Spitzenverbände um 260 Millionen Euro für die Jahre 2016 bis 2018. Heute-Bluhm betonte, weniger Geld für die Kommunen bedeute weniger Leistungen für die Bürger.

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