Als beste Spielerin des Turniers von Luzern ausgezeichnet: Beachvolleyballerin Karla Borger (vo./mit Partnerin Britta Büthe) Foto: Getty

Die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien sind noch weit weg, der erste Schritt aber ist getan: Die Stuttgarter Beachvolleyballerinnen Karla Borger und Britta Büthe gehen nach dem erfolgreichen Saison-Auftakt in Luzern voller Zuversicht in die nächsten Turniere.

Stuttgart - Karla Borger und Britta Büthe lieben die Sonne. Und manchmal sind sie sogar angewiesen auf gutes Wetter. So wie in dieser Woche. Die beiden Beachvolleyball-Profis trainieren in Stuttgart, und das geht nur im Freien.

Vandalen haben zum wiederholten Mal die Fensterscheiben des Sportspeichers eingeworfen, der Sand der Trainingshalle ist voller Glasscherben. „Diese Zerstörungswut“, sagt Karla Borger, „ist absolut sinnlos.“ Und teuer. Denn der Olympiastützpunkt Stuttgart muss als Hausherr den feinen Sand schon wieder säubern lassen.

Das ist ärgerlich – aber zum Glück ist der Sportspeicher der einzige Ort, an dem bei Borger und Büthe derzeit nur wenig geht.

Zuletzt waren die Weltranglisten-Siebten in Luzern, im Strandbad am Vierwaldstättersee sonnten sie sich im Erfolg. Durch ein 2:1 im Finale gegen die niederländischen Europameisterinnen Madelein Meppelink/Marleen Van Iersel holten sie sich ihren ersten Sieg bei einem Turnier der World Tour, zudem wurde Karla Borger als beste Spielerin ausgezeichnet.

Kurz: Es war ein Saisonstart nach Maß. „Es gibt immer Dinge, die noch besser hätten laufen können“, sagt Britta Büthe, „aber wer ein Turnier gewinnt, der kann nicht viel falsch gemacht haben.“

Da störte es auch wenig, dass einige Teams aus der Weltspitze in der Schweiz fehlten. Viel wichtiger war den Stuttgarterinnen zu sehen, dass sich die harte Arbeit im Winter gelohnt hat. Mit ihrem neuen Trainer Srdjan Veckov hatten sie versuchten, den Spielaufbau zu verbessern und im Angriff variabler zu werden – was offenbar gelungen ist. „Auch im mentalen Bereich haben wir viel getan. Srdjan Veckov hat eine sehr offene, direkte Art. Das tut uns gut“, sagt Blockspielerin Büthe, „wir sind von Woche zu Woche überzeugter, dass er genau der richtige Trainer für uns ist. Es funktioniert super!“

Das erste Ausrufezeichen der Saison haben die Vize-Weltmeisterinnen gesetzt. Und die ersten Punkte gesammelt. Bei jedem Duo zählen die Resultate der besten zwölf Turniere in diesem und Anfang nächsten Jahres zur Olympia-Qualifikation, die 500 Zähler aus Luzern nimmt Borger/Büthe niemand mehr. Und auch nicht die Selbstsicherheit, die sie in der Schweiz gewonnen haben. „Wir haben uns bei der Konkurrenz Respekt erarbeitet“, ­sagen die Stuttgarterinnen, „allerdings ­wollen uns nun erst recht alle schlagen.“

Gelegenheiten dazu gibt es genug. Die Trainingswoche, die Borger (26) und Büthe (26) derzeit im Neckarpark verbringen, ist die letzte für längere Zeit in Stuttgart. Der Terminkalender der Beachvolleyballerinnen ist prall gefüllt. Nächste Woche geht es zum Turnier nach Moskau, anschließend nach Porec/Kroatien, Stavanger/Norwegen und St. Petersburg/USA. Danach folgen die WM in den Niederlanden (26. Juni bis 5. Juli), die World-Tour-Turniere in Gstaad/Schweiz und Yokohama/Japan sowie die EM im österreichischen Klagenfurt (28. Juli bis 2. August). Mehr geht nicht. Weshalb Karla Borger und Britta Büthe eines genau wissen: Obwohl sie in Luzern ganz oben auf dem Treppchen standen, ist noch nichts gewonnen: „Die Saison ist so lange, die Mannschaften in der Weltspitze dermaßen eng beieinander“, sagt Büthe, „da wäre es fatal, sich auf einem Turniersieg auszuruhen.“

Von Ruhe war denn auch nichts zu sehen in dieser Woche in Stuttgart. Borger und Büthe haben im Training hart gearbeitet. Es war die optimale Vorbereitung auf den Rest der Saison. Sogar das Wetter spielte mit.

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