Die BBW-Azubis Marcel Schmidt (links) und Shia Cho bauen ein Parklet. Foto: / Gottfried Stoppel

Damit sich andere eines Tages entspannen können, schuften Azubis des Berufsbildungswerks Waiblingen mit Säge, Hammer und Bohrer für ein Parklet. Das soll den Waiblinger Stadtteil Korber Höhe bereichern.

Das miese Wetter hat die Pläne von Stefan Murschinski und Frank Häußer ein bisschen durcheinander gebracht. Eigentlich hatten die Ausbilder des Berufsbildungswerks (BBW) Waiblingen vor, die Außenfläche neben der Schreinerei für einige Zeit zur Freiluftwerkstatt umzufunktionieren. Dort wollte das Duo mit vier Jugendlichen, die im September eine Ausbildung zum Tischler oder Fachpraktiker für Holzbearbeitung begonnen haben, ein Parklet bauen. Dieses soll auf der Korber Höhe anstelle von drei Parkplätzen als öffentliche Aufenthaltsfläche mit Sitz- und Liegebereichen zum Entspannen dienen.

 

„Das Projekt lag lange brach wegen des Wetters. Schließlich haben wir alles Material reingekarrt“, sagt Marcel Schmidt, der eine Ausbildung zum Schreiner macht. „Hier drin stand aber alles voll mit Werkbänken, die wir wegräumen mussten“, erzählt Shia Cho, ebenfalls angehender Schreiner, von den schweißtreibenden Vorbereitungen. Diese haben sich aber gelohnt: Nun können die Azubis im Trockenen und Warmen arbeiten.

Eine Entspannungsoase für die Korber Höhe

Auf einen von der BBW-Schlosserei konstruierten, verzinkten Rahmen haben die Azubis zunächst einen Boden aus Lärchenholzplanken verlegt. Darauf bauen sie nun Gestelle für Sitzplätze und Liegeflächen, auf denen es sich die zukünftigen Nutzer gemütlich machen können. „Dafür verwenden wir Kebony, ein thermisch behandeltes spezielles Kiefernholz einer norwegischen Firma, das sehr widerstandsfähig ist“, erklärt Stefan Murschinski: „Das hält garantiert mindestens zehn Jahre. Wir haben da einen gewissen Anspruch.“

Zuerst muss aber alles erst einmal passen. Und das ist gar nicht so einfach. „ Es gibt halt keinen Bauplan“, sagt Frank Häußer – dennoch muss die Konstruktion am Ende genau nach Maß stimmen. Als Grundlage für das Parklet, das drei Auto-Schrägstellplätze bedecken soll, haben die Handwerker lediglich einige Skizzen, welche Mitglieder der Design-AG des Salier-Gymnasiums gezeichnet haben. „Man kann einiges bei dem Projekt lernen, vor allem das Improvisieren“, sagt Marcel Schmidt und lacht. „Es passiert immer mal wieder etwas, womit man nicht gerechnet hat“, bestätigt Shia Cho.

Einzelteile werden vor Ort zusammengefügt

So hatten die Azubis zunächst vier Standardrahmen aus Holz für die Sitzauflagen gebaut. „Dann hat sich gezeigt, dass wegen der Schrägen alles angepasst werden muss“, sagt Marcel Schmidt. Für die Azubis war daraufhin fleißiges Hobeln angesagt. Das sei nicht gerade die beliebteste Tätigkeit während der Grundlagenausbildung gewesen, sagt Frank Häußer und grinst, während die Azubis die Augen verdrehen. Aber jetzt sei die viele Übung schon hilfreich.

Angesichts des stattlichen Gewichts und der nicht gerade handlichen Größe des Parklets haben sich seine Erbauer entschieden, dieses in sechs Einzelelemente aufzuteilen, die per Stapler auf einen Transporter aufgeladen werden können und die – ebenfalls sehr wichtig – durch die Tür der Holzwerkstatt passen. Die Einzelteile können dann vor Ort verbunden werden. Am Metallrahmen befestigte Bodenschrauben helfen dabei, Unebenheiten des Untergrunds auszugleichen, sodass das Parklet sicher steht ohne zu Wackeln. Im Frühjahr soll es auf die Korber Höhe ziehen und bis zum Winter als Entspannungsort für Passanten dienen.