Nicht zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft: Stürmer Thomas Müller. Foto: Getty

Bayern München hat bei seiner Asien-Reise eine bittere 0:4-Pleite gegen den AC Mailand erlebt. Die Bayern mit ihrem Starzugang James müssen aus der Niederlage die richtigen Lehren ziehen.

Shenzen/Köln - In Mönchengladbach gefeiert, in Shenzhen vorgeführt: Eine Woche nach seiner überzeugenden Vorstellung beim Telekom-Cup blamierte sich der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München auf seinem Asientrip beim 0:4 gegen den AC Mailand bis auf die Knochen.

Der derzeitige Bayern-Trainer und frühere Milan-Coach Carlo Ancelotti wirkte nach der Klatsche gegen seinen Ex-Klub ratlos. „Das Ergebnis hat mich überrascht. Ich bin enttäuscht, wir hatten keine Balance und haben nicht gut gespielt. Das darf nicht passieren“, sagte der 58-jährige Italiener, der die hohen Temperaturen bis zu 40 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von bis zu von 80 Prozent nicht als Entschuldigung gelten lassen wollte.

Dass seine Profis den täglichen Trainingseinheiten bei tropischen Temperaturen und den PR-Terminen am Abend Tribut zollten, wird aber auch dem FCB-Coach nicht entgangen sein. Zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison um den Supercup gegen DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund wirkten die Bayern zur Halbzeit ihrer Markertingtour durch Fernost körperlich und geistig platt.

Entsprechend konsterniert war Weltmeister Thomas Müller. „So ein 0:4 muss man erst mal schlucken. Man wird auf jeden Fall daran erinnert, dass nicht alles von alleine geht“, sagte der 27-Jährige, der eine Woche zuvor in Mönchengladbach noch brilliert hatte. Gegen den 18-maligen italienischen Meister blieb Müller aber ebenso blass wie Star-Neuzugang James, der erst zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Stand von 0:3 eingewechselt worden war.

Da war das Kind aber aufgrund einer katastrophalen Abwehrleistung der Bayern schon in den Brunnen gefallen. Österreichs Vorzeige-Kicker David Alaba, Weltmeister Mats Hummels, Rafinha und 41-Millionen-Transfer Corentin Tolisso erlebten einen rabenschwarzen Abend. Franck Kessié (14. Minute), Patrick Cutrone (25./43.) und der von Bayer Leverkusen gekommene Hakan Calhanoglu (85.) zeigten vor 39.998 Zuschauern in Shenzhen der Bayern-Defensive die Grenzen auf. „Die Tore für Milan fielen zu einfach. Ich denke, wir können viel aus dem Spiel lernen“, sagte Hummels nach dem zweiten Match auf der Bayern-PR-Tour durch China einsichtig.

In Asien fehlten einige Stammspieler

Zum Auftakt des Vorbereitungswettbewerbes in Asien hatte München am vergangenen Mittwoch gegen den englischen Pokalsieger FC Arsenal nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit mit 2:3 im Elfmeterschießen den Kürzeren gezogen. In ihren weiteren Tests treffen die Bayern am Dienstag in Singapur auf den englischen Meister FC Chelsea und zwei Tage später auf Inter Mailand.

24 Stunden später ist der Rückflug nach Deutschland geplant. Juan Bernat musste sogar schon am Sonntag die Koffer packen. Wegen einer Bänderverletzung trat der Spanier eher die Heimreise an. Bernat hatte sich gegen Milan den Knöchel verdreht und war deswegen bereits in der 31. Minute ausgewechselt worden. Zur zweiten Halbzeit humpelte Bernat mit Krücken zur Bank.

Am vergangenen Donnerstag war bereits Thiago aufgrund einer Wadenverletzung vorzeitig nach München zurückgekehrt. In Asien fehlen Ancelotti zudem die Stammkräfte Manuel Neuer, Jérome Boateng, Arturo Vidal und Arjen Robben, auch die Confed-Cup-Sieger Niklas Süle und Sebastian Rudy sind noch nicht dabei. Die momentan dünne Personaldecke macht Ancelotti aber noch keine Sorgen: „Wir haben genug Spieler.“

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