Leverkusen überwintert im Europacup. Foto: dpa/Alexander Zemlianichenko

Ein erneutes Eigentor-Geschenk und der erste Europacup-Treffer von Routinier Sven Bender haben Bayer Leverkusen im Jubiläums-Spiel am Dienstag die Europa League-Teilnahme als Trost gesichert.

Moskau - Im russischen Eisschrank wurde Peter Bosz ganz warm ums Herz. Das Überwintern im internationalen Geschäft zauberte dem Trainer von Bayer Leverkusen ein Lächeln ins Gesicht. 2:0 (1:0) bei Lokomotive Moskau, den direkten Vergleich gedreht, den Einzug in die Europa-League-Zwischenrunde in der Tasche - der harte Kampf der Werkself bei acht Grad minus hatte sich gelohnt. 

Durch den zweiten Sieg am fünften Champions-League-Spieltag ist Bayer in der Gruppe D nicht mehr vom dritten Platz zu verdrängen. Zum Zeitpunkt des Abpfiffs war für Leverkusen (6 Punkte) vor dem Duell der Gruppengegner Juventus Turin (10) und Atletico Madrid (7) sogar noch das Königsklassen-Achtelfinale möglich. 

Im 100. Champions-League-Spiel Bayers sorgte ein Eigentor von Moskaus Rifat Schemaletdinow (11.) für die Führung - drei von fünf Leverkusener Toren in der laufenden Saison wurden damit vom Gegner erzielt. Sven Bender (54.) markierte mit einem herrlichen Volleyschuss das wichtige 2:0 für höchst engagierte Gäste. Das erste Duell hatte das Tabellenschlusslicht Lok (3) 2:1 gewonnen.

Leverkusen überwintert im Europacup

Bayer musste in Moskau unter anderem auf die Nationalspieler Kai Havertz (Muskelverletzung) und Nadiem Amiri (Rotsperre) sowie Mitchell Weiser (Bänderriss) verzichten, stattdessen stand der Jamaikaner Leon Bailey nach größeren Verletzungsproblemen erstmals seit Mitte September wieder in der Startelf. Bei Lok bildete 2014er-Weltmeister Benedikt Höwedes, Eigentorschütze im Hinspiel, mit dem Ex-Leverkusener Vedran Corluka die Innenverteidigung.

In Bedrängnis geriet vor 25.757 Zuschauern aber zunächst Bayers Abwehr. Einen starken Spielzug schloss Alexej Mirantschuk zum vermeintlichen 1:0 ab (7.), stand dabei aber knapp im Abseits. Wenig später ließ Leverkusens Torwart Lukas Hradecky einen Schuss von Grzegorz Krychowiak beinahe durch die Finger gleiten (10.). 

Die Bayer-Führung nach einer Ecke fiel reichlich überraschend nach einem grotesken Missverständnis der Lok-Verteidiger. Die Gäste hatten das Spiel danach weitgehend im Griff, allerdings musste Hradecky das 1:1 mit einem überragenden Reflex gegen Anton Mirantschuk verhindern (26.). 

Leverkusens Kevin Volland vergab kurz vor der Pause die Riesenchance zum 2:0 (45.+2), doch Bayer drängte im zweiten Durchgang gleich weiter auf den nächsten Treffer und wurde durch Bender belohnt. Nach einem feinen Lupfer von Charles Aranguiz traf der Ex-Nationalspieler unhaltbar für den 13-maligen russischen Nationaltorwart Guilherme, einen eingebürgerten Brasilianer.

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