In Hochdorf gibt es im Laufe des Jahres für die Verwaltung und den Gemeinderat viel zu tun. Die Themen reichen vom Ausbau eines Radwegs über ein Wohn- und Geschäftshaus im Breitwiesenareal bis hin zur Neuausrichtung der bisherigen Seniorenwohnanlage.
Hochdorf - Lange hat es gedauert, nun ist es beschlossene Sache: Der geschotterte Feldweg, der von Hochdorf kommend in einem Bogen oberhalb der Eichenhöfe weiter in Richtung Roßwälden verläuft, soll in diesem Frühjahr zu einem richtigen Radweg ausgebaut werden. Konkret geht es um den nördlich zur Kreisstraße 1207/1422 verlaufenden 550 Meter langen Wirtschaftsweg. Damit wird eine langjährige Lücke im Radwegenetz der Gemeinde geschlossen. Der bestehende Feldweg wird auch nach seiner Sanierung ein landwirtschaftlicher Wirtschaftsweg bleiben, allerdings mit stabiler Oberfläche. Die Bauzeit ist von Mitte März bis Mitte Mai angesetzt. Kostenpunkt: 200 000 Euro, höchstens 145 000 Euro davon können als Fördermittel des Landes generiert werden, die Zusage dafür vom Regierungspräsidium Stuttgart steht noch aus.
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Saniert werden soll im Frühjahr auch das Dach des Vereinshauses auf dem Sportgelände Aspen. Das Mitte der 70er-Jahre gebaute Gebäude gehört der Gemeinde Hochdorf und dem Turnverein Hochdorf (TVH) gemeinsam. Auf die Gemeinde entfallen dann zwei Drittel der Kosten, auf den TVH ein Drittel. Die Sanierung soll im April und Mai umgesetzt werden. Es geht um eine 500 Quadratmeter große Fläche. In welchem Umfang die Sanierung letztlich nötig sein wird, sieht man konkret erst nach der Öffnung des Dachs. Ende der 90er-Jahre wurde das Dach über der Gaststätte schon mal partiell saniert, seither gab es aber erneut Wassereintritte. Im Zuge der Sanierung wird geprüft, ob eine Fotovoltaikanlage auf dem neuen Dach installiert werden könnte.
Was passiert mit der Seniorenwohnanlage?
Eine Neuregelung gibt es seit Jahresbeginn für die seit 1997 bestehende Hochdorfer Seniorenwohnanlage schräg gegenüber der Apotheke. 16 altersgerechte und barrierefreie Ein- bis Zweizimmerwohnungen zwischen 40 und 70 Quadratmeter gibt es im Haus. Dazu kommt im Erdgeschoss ein großer Gemeinschaftsraum, der für Veranstaltungen und Angebote genutzt wird. Zum Jahresbeginn hat die Gemeinde Hochdorf ihre Rolle als Generalmieterin der Seniorenwohnanlage aufgegeben, „die Mietverträge der Senioren mit der Gemeinde gehen damit direkt an die Wohnungseigentümer über“, erklärt der Bürgermeister Gerhard Kuttler. Die bisherigen Bewohner können bleiben, das Betreuungsangebot seitens der Gemeinde bleibt für diese erst einmal weiter bestehen – sofern es die Coronaverordnung zulässt. Bisher wurde das Haus nur von Seniorinnen und Senioren bewohnt. Nun können die Wohnungen theoretisch an jeden vermietet werden. Sprich, eine reine Seniorenwohnanlage, wie sie seit 1997 besteht, ist es nicht mehr.
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Konkreter wird es laut Gerhard Kuttler zudem im Breitwiesenareal: „Wir werden voraussichtlich bereits im ersten Quartal 2022 den Bauantrag des Wohn- und Geschäftshauses und des Mehrfamilienhauses im Gemeinderat, im Ausschuss für Technik und Umwelt behandeln können. Für den Einzelhandel liegt die Priorität darauf, einen guten Metzger zu finden.“
Wie geht es am Talbach weiter?
Die ebenfalls schon länger thematisierte Renaturierung des Talbachs im Breitwiesenareal erfordere dagegen noch weitere intensive Gespräche mit den Grundstückseigentümern, um die weitgehend feststehende Planung umsetzen zu können. Es ist ein wichtiges Projekt für die Gemeinde, denn laut dem Hochdorfer Rathauschef geht es hierbei mit Verbesserungen der Ökologie, des Klima- und Hochwasserschutzes sowie der Gestaltung der Ortsmitte gleich um mehrere zentrale Aspekte. Ein paar Meter weiter soll in den nächsten Jahren die Breitwiesenhalle saniert werden. Dafür stehen in diesem Jahr noch keine Bauarbeiten an, dafür wird aber ein Vorentwurf erarbeitet. Auch Förderanträge müssen vor Baubeginn noch gestellt werden.
Angegangen werden soll laut Gerhard Kuttler zudem ein Konzept für die Grundschule, ebenso die Komplettsanierung der Ziegelhofstraße im unteren Abschnitt vom Breitwiesenweg bis zur Friedensstraße inklusive Steetweg. Dort wird unter anderem ein Regenwasserkanal eingebaut.
Regenüberlaufbecken sollen aufgerüstet werden
Unsichtbar
Optisch kaum wahrnehmbar, aber wichtig ist die bis zum Jahresende geplante elektrotechnische Aufrüstung der beiden Regenüberlaufbecken (RÜB) in der Reichenbacher Straße (Baujahr 1991) und Im Stock (Baujahr 1973). Die dort zwischengespeicherten Wassermengen im Falle eines Starkregens müssen von der Kläranlage Reichenbach und der Zentrale im Gruppenklärwerk Wendlingen (GKW) überwacht und gesteuert werden können. Dafür braucht es laut gesetzlicher Vorgabe eine moderne Messtechnik an den Becken. Die Kosten für die notwendige Aufrüstung liegen inklusive der Baunebenkosten bei rund 165 000 Euro.
Informationen
Auf der Homepage der Gemeinde wird über aktuelle Projekte informiert. Infos unter www.hochdorf.de