Baustopp in Fellbach Arbeiten am Gewa-Tower kurzfristig unterbrochen

Von Michael Käfer 

Gewa-Tower: Derzeit steht   die Ampel auf Rot. Foto: Michael Käfer
Gewa-Tower: Derzeit steht die Ampel auf Rot. Foto: Michael Käfer

Zwischen dem Generalunternehmen Baresel und den Bauherren von Deutschlands dritthöchstem Wohnturm scheint es zu kriseln: Die Arbeiten am Gewa-Tower sind momentan unterbrochen.

Fellbach - Vor vier Wochen dementierte Michael G. Warbanoff noch Gerüchte um einen Baustopp auf der Bau­stelle des Gewa-Towers (wir haben darüber berichtet). Was damals korrekt gewesen sein mag, hat sich inzwischen jedoch verändert. In einer Pflichtveröffentlichung teilen die Bauherren von Deutschlands dritthöchstem Wohnturm am Freitag mit, dass es inzwischen eine Unterbrechung der Bauarbeiten gibt.

Laut Warbanoff sind 45 der 66 Wohnungen verkauft

Hintergrund sind offenbar Unstimmigkeiten zwischen Michael G. Warbanoff beziehungsweise der Gewa 5 to 1 GmbH & Co. KG einerseits und dem Generalunternehmer, der in Leinfelden-Echterdingen beheimateten Firma Baresel, andererseits. „Aufgrund der Tatsache, dass der Kaufpreis des zuletzt veräußerten Hotels im Zuge des abgeschlossenen Forward Deals erst im ersten Quartal 2017 fließen soll, sowie aufgrund des aktuellen Verkaufsstands der Wohnungen, besteht zwischen dem Generalunternehmer, der Baresel GmbH, sowie der Gewa 5 to 1 GmbH & Co. KG Abstimmungsbedarf hinsichtlich der weiteren Finanzierung“, ist in einer Veröffentlichung zu lesen. Zuletzt waren nach Angaben von Michael G. Warbanoff 45 der insgesamt 66 Wohnungen verkauft, der bislang letzte Erwerb fand nach Unternehmensangaben im Oktober statt. Welchem Anteil diese Zahl an der gesamten Wohnfläche des 34-stöckigen Gebäudes entspricht, ist indes nicht öffentlich bekannt.

Die Börse hat auf die jüngsten Entwicklungen dramatisch reagiert

Michael G. Warbanoff mochte aus rechtlichen Gründen an diesem Sonntag nur kurz zu den neuen Entwicklungen Stellung nehmen und verwies auf eine dafür zuständige Agentur: „Ich habe Angst, dass mir irgendeiner an den Karren fährt.“ Nach wie vor ist der 70-Jährige jedoch davon überzeugt, dass der 107 Meter hohe, nach ihm benannte Gewa-Tower keine Investitionsruine wird: „Wir werden den Tower fertigstellen.“ Auch die Wohnungsinhaber würden ihre Wohnungen ebenso erhalten, wie der Eigentümer des in der Südwestecke angesiedelten Hotel-Rundbaus. Während sich Michael G. Warbanoff darüber hinaus nicht äußern möchte, gehen Beobachter davon aus, dass die Unterbrechung der Bauarbeiten lediglich kurzfristig sein wird.

Dramatisch hat jedoch die Börse auf die jüngste Entwicklung reagiert. Zur Finanzierung von Wohnturm, Hotel und Randbebauung hat der Bauherr eine 35-Millionen-Anleihe begeben. Das mit nominal 6,5 Prozent verzinste Wertpapier mit einer vierjährigen Laufzeit bis zum 24. März 2018 ist am Freitag im Kurs geradezu abgestürzt. Am frühen Freitagabend lag der Kurs lediglich noch bei 75 Euro, ein Tagesminus von fast 25 Prozent.

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