Kein Durchkommen: Die Ortsdurchfahrt Merklingen in Richtung Malmsheim ist dicht. Foto: Simon Granville

Mehrere Großbaustellen belasten den Verkehr rund um Weil der Stadt. Immer wieder werden auch verbotene Schleichwege durch Wohngebiete und über Felder genommen.

Nahezu umzingelt von großangelegten Straßensperrungen sind die nördlichen Teilorte von Weil der Stadt aktuell: Die langersehnte Sanierung der Landesstraße 1179 zwischen Hausen und Heimsheim, die zuvor eine regelrechte Buckelpiste war, läuft noch bis in den Spätherbst, auf der Kreisstraße 1061 zwischen Hausen und Lehningen ist wegen einer Komplettsanierung bis Ende November ebenfalls kein Durchkommen.

 

Mit entsprechendem Frust reagierte dann im Mai so mancher auf die an sich frohe Botschaft, dass bis Ende 2026 auch die Kreisstraße 1014 in Richtung Merklingen aufgemöbelt werden soll. Eine ganze Reihe von dringenden Reparaturen, etwa bei Trinkwasserleitungen und der Fahrbahndecke, zählte die Stadtverwaltung damals auf. Von den zugegebenermaßen gerne eher pessimistischen Facebook-Nutzern wurden unter einem entsprechenden Info-Beitrag der Stadt kritische Töne laut: „Das ist nicht euer Ernst“, kommentierte einer. Ein anderer berichtete, dass schon am ersten Tag der Sperrung ungeduldige Fahrer ihren Weg über Feldwege suchten.

Durchfahrt eigentlich nur für Anlieger

Und inzwischen? Ein befürchtetes Verkehrschaos sei, fragt man bei der Stadtverwaltung nach, ausgeblieben. „Wir nehmen aber wahr, dass deutlich mehr Verkehr auf den offiziellen Umleitungsstrecken stattfindet“, kommentiert Daniel Grömminger, Leiter des Bürger- und Ordnungsamts, und nennt als Beispiel die Kreisstraße zwischen Malmsheim und Weil der Stadt. Wegen den Abkürzungen über landwirtschaftliche Wege werde man derweil auch aus der Bürgerschaft oft angesprochen. Dem Problem begegne man mit verstärkten Kontrollen durch den gemeindlichen Vollzugsdienst.

In Merklingen umfahren derweil auch immer wieder Autos die Sperrung der Ortsdurchfahrt über die Uhlandstraße und angrenzende Straßen. Dort dürfen eigentlich nur Anlieger unterwegs sein. Das Problem sei bekannt, sagt der Ordnungsamtsleiter. „Die Landespolizei hat auf Veranlassung der Stadtverwaltung bereits mehrfach Verkehrskontrollen durchgeführt und die Verstöße zur Anzeige gebracht.“ Als zuständige Bußgeldbehörde verfolge man die Verstöße konsequent.

Ab November ist die Durchfahrt wieder möglich

Noch wenige Wochen wird die eher ruhige Verkehrslage zur Ferienzeit etwas Entlastung für die Autofahrer mit sich bringen. Spürbar entspannter soll die Lage besonders in Merklingen aber dann werden, wenn ab Anfang November ein neuer Bauabschnitt in der Ortsmitte beginnt. Dann ist die Straße erst einmal nur halbseitig gesperrt, die Durchfahrt nach Malmsheim wieder möglich. Diese Phase hält allerdings nur bis ins Frühjahr 2026 an. Dann sei mit dem Beginn eines weiteren Bauabschnitts die Durchfahrt zur Ortsmitte nicht mehr möglich, kündigt Grömminger an.

Ab dem Spätherbst wird dann auch rund um Hausen wieder freie Fahrt möglich sein. Denn dann sollen sowohl die Landesstraße nach Heimsheim also auch die Kreisstraße nach Lehningen in neuem Glanz erstrahlen – sofern alles nach Plan läuft.