Die Deutsche Bahn überdenkt ihre Baustellenpläne für 2026 in der Region Stuttgart. Nach Kritik an Dichte und Dauer der Arbeiten hat eine Taskforce ihre Tätigkeit aufgenommen.
Die Deutsche Bahn macht bei der Baustellenplanung für das Jahr 2026 einen Rückzieher. Zuvor hatte der für die S-Bahn Stuttgart zuständige Regionalverband sowie das für den übrigen Schienennahverkehr verantwortliche Land Kritik an der Dichte und Dauer der im kommenden Jahr geplanten Bautätigkeit geübt. Mit den Arbeiten an den Gleisen möchte die DB zum einen das marode Netz in der Landeshauptstadt und in der Region auf Vordermann bringen und zum anderen die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 vorbereiten.
Bai den Bahnfahrgästen in Stuttgart wächst der Unmut
Für Bahnfahrgäste bedeutet das in der Regel zusätzliche Umstiege, längere Wege oder die Fahrt mit Ersatzbussen. Unmut über den Baustellenplan für 2026 kam auch im jüngsten Lenkungskreis von Stuttgart 21 auf, in dem die Projektpartner Bahn, Land, Stadt und Region die Einrichtung einer Taskforce vereinbarten. Die Arbeitsgruppe sollte die vorgelegten Pläne der Bahn durchleuchten.
Nun setzt sich der Schienenkonzern noch mal selbst kritisch mit der eigenen Planung auseinander. Das geht aus einem Brief von Regionalpräsident Rainer Wieland (CDU) an die Mitglieder des regionalen Verkehrsausschusses hervor. Darin heißt es, die Bahn sei „zur Einschätzung gekommen, dass durch die Abfolge und die geplante Dauer der zusätzlich geplanten Sperrpausen Auswirkungen bei der verkehrlichen Erreichbarkeit entstehen, die so nicht hingenommen werden können“. Die DB werde sich nun „erneut mit dem Sperrpausenkonzept auseinandersetzen“ und dabei prüfen, „wie die Abfolge und der Ablauf der Sperrpausen angepasst werden können“.
Die rege Bautätigkeit an den S-Bahngleisen belastet die Fahrgäste. 2024 hatten Ersatzbusse in der Region Stuttgart eine Strecke zurückgelegt, die für 43 Erdumrundungen gereicht hätte. Zunächst hatte die Bahn eine Ausweitung der Arbeiten für 2025 angekündigt und dies dann auch auf 2026 ausgedehnt. Als i-Tüpfelchen sickerte schließlich noch die Information durch, dass auch im Jahr 2027 die Stammstrecke der S-Bahn in der Innenstadt gesperrt sein würde.
Klarheit über Baustellenpläne im Juli
Wie es nun konkret im Jahr 2026 aussehen wird, lässt sich noch nicht sagen. „Die bisherigen Planungen in ihrer aktuellen Fassung sind keine ausreichende und verlässliche Grundlage für die Information der zuständigen Gremien sowie der Fahrgäste“, schreibt Wieland. Klarheit solle bis zu einer Sondersitzung des Lenkungskreises Mitte Juli herrschen. Bereits am Mittwoch wollte der Verkehrsausschuss der Region mit der Bahn diskutieren. Dazu kommt es nun nicht. Wieland teilt den Räten mit, es sei „gleichwohl vorgesehen, dass Bahnvertreter als Gäste teilnehmen, um das Stimmungsbild im Gremium entgegenzunehmen.“