Der provisorische Kreisel auf der Sternkreuzung gehört bald der Vergangenheit an. Foto: Werner Kuhnle

Ab Montag soll aus der Ludwigsburger Sternkreuzung ein richtiger Kreisverkehr werden. Monatelange Einschränkungen stehen bevor – die Stadt verspricht, dass sich das Warten lohnt.

Die Schlangenskulptur ist schon seit November abmontiert, auch die Fußgängerunterführung gibt es nicht mehr. Am kommenden Montag soll der eigentliche Umbau der Sternkreuzung in Ludwigsburg zum fest angelegten Kreisverkehr dann beginnen. Allein der erste Bauabschnitt soll vier Monate dauern, es sind die umfangreichsten Arbeiten des Projekts im südlichen Teil des Baufelds und der Kreismitte.

 

Die Stadt Ludwigsburg warnt vor langen Staus für Autofahrer, es werde aber Einschränkungen für alle Verkehrsteilnehmer geben. Die vier wichtigsten Punkte im Überblick.

1. Die Stadt rät zum weiträumigen Umfahren

Grundsätzlich soll die Kreuzung nur auf der Südseite in Richtung Stuttgarter Straße komplett gesperrt werden. Der U-Turn bleibt dort als Wendemöglichkeit aber bestehen. Auch die Fahrt durch den B27-Tunnel ist weiterhin möglich. Der Verkehr aus Schlossstraße, Wilhelmstraße und Schorndorfer Straße über die Sternkreuzung wird von Baustellenampeln geregelt. Die, sagt Bürgermeister Sebastian Mannl, werden den Verkehr aber verlangsamen.

„Jeder, der es vermeiden kann, sollte ab Montag nicht mehr über die Kreuzung fahren“, sagt Mannl deshalb. „Und alle, die sich jetzt schon über die Wartezeiten am provisorischen Kreisel aufregen – die erst recht nicht.“ Angedacht hat die Stadt möglichst weiträumige Umwege. Sie empfiehlt Routen über Oststraße, Friedrichstraße, Solitudestraße oder westliche Wilhelmstraße.

2. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es Umwege

Weil die Stadt für die Bauarbeiten ein möglichst großes Baufeld schaffen will, um so die Arbeiten zu beschleunigen, werden auch Fußgänger darum herumgeführt. Die Zebrastreifen im Kreuzungsbereich fallen weg, dafür gibt es Fußgängerampeln in der Wilhelmstraße und der Schlossstraße. Die Radroute soll über die Königsallee über die Bärenwiese führen. Beim Haupteingang zum Blühenden Barock sollen die Radfahrer dann die Fußgängerampel und den Gehweg am Blüba nutzen.

Diese Regelung könnte eine „Schwachstelle im System“ werden, gibt Bürgermeister Mannl zu. „Bis Anfang März sollte das recht entspannt sein, aber wenn dann das Blüba öffnet und auch in der Innenstadt die Veranstaltungen beginnen, müssen wir noch mal drauf schauen.“

3. Busunternehmen rechnen mit Verspätungen

Besonders herausfordernd dürfte die Situation für den Busverkehr werden. Umgeleitet werden muss zwar nur die Linie 533, die aus Richtung Stuttgarter Straße kommt. Sie fährt künftig über den Karlsplatz und die Leonberger Straße zum Zentralen Omnibusbahnhof.

Alle anderen Linien fahren weiterhin über die Kreuzung und damit hinein ins Nadelöhr und in den Stau. „Uns trifft es hart“, sagt deshalb Frank Metzger, der Betriebsleiter des Ludwigsburger Busunternehmens LVL Jäger. „Wir hoffen natürlich, dass wir möglichst wenig Zeit verlieren, rechnen aber mit Verspätungen.“

Immerhin: Auf der Wilhelmstraße soll schon am Wochenende eine eigene Busspur hin zur Sternkreuzung eingerichtet werden. „Das hat große Vorteile“, sagt Metzger. Komplizierter dürfte es auf der Schorndorfer Straße werden, dort endet die Busspur schon beim Fußgängerüberweg am Blühenden Barock. „Das nehmen wir zähneknirschend hin“, sagt Jäger. „Wir hoffen, dass wir da die Ampelphasen für uns nutzen können.“

4. Das Warten soll sich lohnen

Vier Monate Bauzeit für den ersten Abschnitt seien „sportlich“, sagt Sebastian Mannl offen. „Vom Aufwand her ist das für uns wie ein Neubau“, erklärt der Bürgermeister. Der neue Kreisverkehr habe mit dem bisherigen Provisorium dann auch nichts mehr zu tun. „Wir tauschen da nicht einfach Plastik-Elemente mit Betonfertigteilen.“ Der Kreisverkehr werde leicht erhöht liegen, Busse würden auf den Zufahrten eigene Fahrspuren bekommen, auch ein separater Fahrradweg werde eingerichtet.

„Der Kreisverkehr wird auch ein städtebauliches Highlight, der komplette Eingang in die Bärenweise wird anders aussehen und wirken“, verspricht Mannl. „Auch, wenn es ein paar Monate ärgerlich ist: Das Warten lohnt sich.“