Alessa Preiss, Oliver Groß, Kristina Egbers und Claudia Schulze (v.li.) sind zurück aus Simbabwe und können wieder einen Erfolg verbuchen: Ihr Projekt ist im Zeitplan. Foto: Eva Funke

Die Schule in Simbabwe, die auf dem Gelände der Wagenhalle mit einem Probebau startete, ist zur bereits Hälfte fertig gebaut.

S-Nord - Kristina Egbers strahlt. Vor Weihnachten sind die 32-Jährige Architektin und ihrer Kollegin Alessa Preiss (28) aus Simbabwe zurückgekommen. Beide haben im vergangenen Jahr als letztes Team von „Ingenieure ohne Grenzen“ die Bauaufsicht über das Projekt „Rising Star Schule“ übernommen. Der Grund für das Strahlen: Der dritte Bauabschnitt mit weiteren drei Klassenzimmern für die Schule in Hopley bei der Hauptstadt Harare ist fertig. „Damit liegen wir hervorragen im Zeit- und Kostenplan“, sagt Egbers, nach deren Entwurf für ihre Diplomarbeit die Schule gebaut wird.

Egbers und Preiss haben Claudia Schulze und Oliver Groß vor Ort abgelöst. Der 50-jährige Lehrer und die 34-jährige Maschinenbau-Ingenieurin waren im Sommer vor Ort. Groß, der zum ersten Mal dabei war, war vor allem beeindruckend, dass die jungen Frauen ein Projekt in Afrika so punktgenau umsetzen. „Ein so exaktes Einhalten von Kosten- und Zeitplänen erlebt man bei Projekten in Stuttgart doch so gut wie nie“, stellt er fest.

Jeden Tag wechselnde Preise bedeuten für das Team eine zusätzliche Herausforderung

Die Herausforderungen für das Team sind nach den Wahlen in Simbabwe noch gewachsen. Egbers: „Die Preise fürs Baumaterial wie Zement, Sand, Ziegel, Stahl ändern sich tagtäglich. Die Banken haben kein Geld mehr. Alles muss bar bezahlt werden, entweder mit US-Dollar oder einer Ersatzwährung, den Bond notes. Die sind allerdings nur im Land Zahlungsmittel und einem rasanten Kursverfall unterworfen.“

Trotz des wirtschaftlichen Chaos konnten die Stuttgarter Ingenieure ohne Grenzen Ende November Bergfest feiern. Mittlerweile sind sieben Klassenzimmer für je rund 50 Schüler fertig – und damit ist die Hälfte des Vorhabens realisiert. „Seit das Projekt vor knapp drei Jahren an den Start ging, hat sich auch bei den 20 einheimischen Arbeitern viel getan“, sagt Alessa Preiss. Einige haben auf Grund der Erfahrung die sie beim Schulbau gesammelt haben und des festen Lohns selbst Häuser für sich gebaut. Andere sind Väter geworden und einige Arbeiterkinder haben in den fertigen Klassenräumen Unterricht.

Die Kosten von 100 000 Euro für den dritten Bauabschnitt sind wieder vollständig durch Spenden gedeckt worden. Bis Mai ist jetzt wegen der Regenzeit Baustopp. Doch dann geht’s weiter mit dem Schulbau.

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