Die Stadt hofft, dass das Haus des Tourismus am Marktplatz im Mai eröffnet werden kann. Foto: Uli Nagel

Neben dem Haus des Tourismus auf dem Stuttgarter Marktplatz wird auch das künftige Bildungshaus im neuen Stadtteil Neckarpark in diesem Jahr eröffnet. Ein Überblick über einige Projekte, die 2025 fertig werden.

Straßen, Brücken, Plätze und Schulen, die Landeshauptstadt investiert seit Jahren in ihre Infrastruktur. Laut Tiefbauamt müssen außerdem von 310 Brückenbauwerken in den kommenden Jahren rund 52 generalsaniert oder abgerissen und neu gebaut werden. Den Anfang macht die Rosensteinbrücke in Bad Cannstatt, die bereits zurückgebaut worden ist. An gleicher Stelle wird gleich zu Jahresbeginn eine Interimsbrücke für Fußgänger und Fahrradfahrer errichtet. Doch einige wichtige Infrastrukturprojekte in Stuttgart stehen 2025 auch vor ihrer Fertigstellung und Eröffnung. Hier die wichtigsten:

 

Bildungshaus Neckarpark

Das neue Bildungshaus Neckarpark soll 2025 auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände in Nachbarschaft zum Cannstatter Wasen eröffnet werden. Ein wichtiger Baustein für den künftigen Wohn- und Gewerbepark, in dem einmal gut 4000 Menschen leben, wohnen und arbeiten werden. Denn eng verknüpft mit der städtebaulichen Entwicklung des neuen Cannstatter Stadtteils sind die Bildungs- und Betreuungsangebote, deren Kern das Bildungshaus Neckarpark bilden soll. Der Neubau vereint unter anderem eine Ganztagsgrundschule und eine Kindertagesstätte mit sieben Gruppen für Kinder von 0 bis 6 Jahren. Das Besondere ist jedoch die pädagogische Ausrichtung, denn Schule und Kita sind nicht getrennt. „Diese neue Art von Bildung und Erziehung ist einzigartig in Baden-Württemberg – wenn nicht sogar in ganz Deutschland“, sagte Isabel Fezer, Stuttgarts Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, beim Richtfest. Die Jahrgänge bleiben von der Kita bis zum Ende der Grundschule zusammen. So entsteht ein nahtloser Übergang von der Kita zur Schule. Zum Gebäudekomplex gehört zudem eine Zweifeld-Sporthalle mit 150 Sitzplätzen und Multifunktionsraum sowie das Mittelzentrum Bad Cannstatt der Volkshochschule Stuttgart. Fast 100 Millionen Euro wird das Projekt am Ende wohl kosten.

Haus des Tourismus

Auf dem Stuttgarter Marktplatz entsteht eine moderne Anlaufstelle für Touristen. Doch auch Stuttgarter sind in das neue Haus des Tourismus eingeladen, sich von neuen Ideen für ihren Aufenthalt in der Stadt, der Region oder auch in Baden-Württemberg inspirieren zu lassen. Die Stadtverantwortlichen hoffen, dass die künftige Visitenkarte der Stadt spätestens im Mai 2025 in Betrieb gehen kann. Eigentlich sollte das Projekt fast ein Jahr früher fertig sein. Doch neben dem Zeit- konnte auch der Kostenplan nicht gehalten werden. Statt der ursprünglich veranschlagten 10,5 Millionen Euro werden am Ende rund 23,8 Millionen Euro auf dem Preisschild stehen.

Steg über den Seeblickweg

Eine erfreuliche Nachricht in Sachen Brücken: Im Frühjahr wird der insgesamt rund 160 Meter lange Steg über den Seeblickweg nach gut zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Das „Leuchtturmprojekt der Sozialen Stadt“ soll künftig die Stadtteile Neugereut und Steinhaldenfeld als barrierefreie Querung verbinden und das Wegenetz für den Rad- und Fußverkehr zwischen Mühlhausen und Bad Cannstatt verbessern. Mit dem Neubau, bei dem Holz, Carbon und Beton ressourcenschonend im Verbund eingesetzt werden, geht Stuttgart einen innovativen Weg beim Brückenbau. Rund 3,4 Millionen Euro lässt sich die Stadt das kosten.

Fahrradstraße am Cannstatter Bahnhof

Zur Fußball-EM 2024 wurde der gesamte Bahnhofsplatz für fast neun Millionen Euro umgestaltet. Damit verbunden ist auch eine Neuordnung des Verkehrs, indem der Fuß- und Radverkehr sowie der öffentliche Nahverkehr gestärkt werden. Die autofreie Bahnhofstraße, auf der vor der Umgestaltung täglich bis zu 6000 Fahrzeuge unterwegs waren, bleibt künftig den SSB-Bussen, dem Lieferverkehr sowie Taxis vorbehalten.

Schulsanierungen

Das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Bad Cannstatt wird nach einer sechsjährigen Bauphase in der ersten Jahreshälfte fertiggestellt. Der Neubau bietet künftig optimale Voraussetzungen für die Umsetzung neuer pädagogischer Konzepte, für eine erfolgreiche Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung und einen offenen Ganztagsbetrieb. An der Gemeinschaftsschule Weilimdorf öffnet die neue Mensa mit Schulbereich. In dem modernen Neubau mit Dachbegrünung, einer Fotovoltaik-Anlage und einem ansprechenden Außenbereich mit Bestuhlung kann die Schulgemeinschaft nicht nur die Mittagspause verbringen, sondern im direkt angeschlossenen Schulbereich mit Lernlandschaft und Klassenzimmern auch den Unterrichtsthemen nachgehen.

Projekte, die 2025 fertig werden

B-27-Anschluss
Das Gewerbegebiet Tränke in Degerloch wird im Mai an die B 27 angeschlossen. Durch die direkte Zufahrt und die Abfahrtmöglichkeit werden Umwege durch den Degerlocher Ortskern in Zukunft vermieden und die Verkehrssituation beruhigt.

Automatiktoiletten
Die bestehenden 27 Säulentoilettenanlagen werden gegen moderne barrierefreie Automatiktoiletten ausgetauscht. Die erste Anlage nimmt das Tiefbauamt am Marienplatz in Stuttgart-Süd im Januar in Betrieb. Das Besondere: die neuen Toiletten reinigen sich selbst und bieten damit mehr Sauberkeit und Komfort.

Gastrogebäude
Die neue Freiluftgastronomie im Mineralbad Berg öffnet zu Beginn der Sommersaison. Seit der Wiedereröffnung 2020 gab es in dem Kultbad nur eine Interimslösung aus Containern.