Der Vertrag mit Lidl ist zwar noch nicht unterschrieben, das Logo des Discounters prangt trotzdem bereits auf der Visualisierung. Foto: Bietigheimer Wohnbau

An der Osterbronnstraße in Stuttgart-Dürrlewang entstehen 30 neue Wohnungen und eine Tiefgarage mit 40 Plätzen. Das Erdgeschoss ist für einen Lebensmittelmarkt vorgesehen.

Dürrlewang - Das Bauschild steht. An der Osterbronnstraße wirbt das Immobilienunternehmen Bietigheimer Wohnbau mit dem Bau von 30 neuen Wohnungen. Diese entstehen auf dem Grundstück, auf dem einst ein Lebensmittelmarkt war. Einen solchen wird es wieder geben, denn das Erdgeschoss des neuen Wohn- und Geschäftshauses ist für den Einzelhandel vorgesehen. Es umfasst 1100 Quadratmeter, die Verkaufsfläche beträgt knapp 900 Quadratmeter. Der Discounter Lidl hat seit Jahren Interesse daran. Auf der Visualisierung der Bietigheimer Wohnbau prangt auch groß das Logo des Lebensmittelriesen. Harald Wegmann, Abteilungsleiter bei der Bietigheimer Wohnbau, betont aber dennoch: „Die Verträge sind noch nicht unterschrieben.“

Für die Eigentumswohnungen war vor einer Woche Verkaufstart. Zumindest für die 23 Objekte, die in den freien Verkauf gehen. Sieben Einheiten werden als „preiswerter Wohneigentum“ erst von den Sommerferien an vermarktet. Wegmann ist mit dem Verkaufsstart mehr als zufrieden. „Es sind bereits 14 Wohnungen per Vorvertrag vergeben“, sagt er. Wegmann spricht von einem „schönen, zeitgemäßen Bau, der sich städtebaulich gut einfügt“. Es handelt sich um zwei L-förmige Gebäude, die einen Innenhof bilden. Das Haus ist an der Kreuzung Osterbronn-/Dürrlewangstraße fünfgeschossig, im rückwärtigen Bereich niedriger. Unter dem Neubau entsteht eine Tiefgarage mit 40 Plätzen.

Stadt liebäugelte ursprünglich mit einer großen Lösung

Die Bietigheimer Wohnbau will im Juni mit dem Abriss der alten Gebäude beginnen. Von Oktober an soll der Rohbau für das neue Objekt entstehen und im Spätsommer 2019 fertig sein. Im Mai 2020 sind die Wohnungen dann bezugsfertig. Weil der Vertag mit Lidl noch nicht unterschrieben ist, könne der Zeitplan für die Einzelhandelsfläche davon abweichen, sagt Harald Wegmann.

Voraussetzung für das neue Wohn- und Geschäftshaus war ein neuer Bebauungsplan. Der Gemeinderat hatte diesen im Oktober 2016 beschlossen. Das Ziel der Verwaltung und der Stadträte war es, die „Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Entwicklung des Gebiets zu schaffen“. So war es damals formuliert. Gemeint war und ist damit in erster Linie, dass ein neuer Lebensmittelmarkt entstehen kann. Ursprünglich liebäugelte die Stadt mit einer großen Lösung, um auf den Grundstücken Osterbronnstraße 50 bis 54 Platz für einen Vollsortimenter zu schaffen. Doch die Eigentümer der Grundstücke 52 und 54 wollten das nicht. Um dennoch eine Nahversorgung zeitnah realisieren zu können, weitete die Stadtverwaltung das sogenannte Sondergebiet an der Osterbronnstraße 50 nach Westen in Richtung des öffentlichen Parkplatzes aus.

Der neue Bebauungsplan ist umstritten gewesen

Der Bebauungsplan sieht auch eine Umgestaltung der Osterbronnstraße vor. Auf der Nordseite soll ein breiter Parkstreifen entstehen, aufgelockert mit Beeten und Bäumen. Zudem sind beidseitig Schutzstreifen für Radfahrer vorgesehen. Auf der Südseite wird der Gehweg auf 3,50 Meter verbreitert und mit neuen Bäumen aufgehübscht.

Das Projekt war nicht unumstritten. Bürger und Bezirksbeiräte kritisierten die Höhe des neuen Gebäudes und sahen es als problematisch an, dass der Bebauungsplan vorangetrieben wurde, bevor Dürrlewang offiziell in das Sanierungsprogramm „Die soziale Stadt“ aufgenommen wurde. Es gab die Befürchtung, dass der Bebauungsplan zu viel festzurrt und es dann sowieso keine Gestaltungsspielräume mehr gibt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: