Pekka Kuusniemi, Antonius Kirsch und Joachim Stücke (von links) sprachen Grußworte beim Richtfest des neuen Hansa-Verwaltungsgebäudes. Foto: Rebecca Stahlberg

Noch immer ist unklar, ob die Feuerwache 5 auf dem Areal an der Sigmaringer Straße gebaut wird. Die Stadtverwaltung ist derzeit noch damit beschäftigt, einen Standortvergleich zu erstellen.

Möhringen - Wie so vielen Bauprojekten hat auch dem Neubau des Hansa-Verwaltungsgebäudes auf dem Hansa-Areal an der Sigmaringer Straße der milde Winter gutgetan. „Er hat uns weit vorangebracht, in kurzer Zeit ist hier Erstaunliches entstanden“, sagte Antonius Kirsch, der Niederlassungsleiter Stuttgart der Bouwfonds Immobilienentwicklung, beim Richtfest am Donnerstag. Vor zwei Jahren hat die Tochter der niederländischen Rabobank das komplette Areal erworben und baut nun das neue Bürogebäude für den Armaturenhersteller.

„Ein Bekenntnis zum Standort Möhringen“

Dieses ist fünf Stockwerke hoch und hat eine Nutzfläche von 5200 Quadratmetern. Das Gebäude soll im Anschluss an einen Investor verkauft werden; Hansa wird zur Miete in seine neue Verwaltungszentrale einziehen. Der Vertrag läuft zunächst auf zwölf Jahre mit der zweimaligen Option auf Verlängerung um fünf Jahre. Das Hansa-Vorstandsmitglied Joachim Stücke betonte, dass das neue Gebäude „ein Bekenntnis zum Standort Möhringen“ sei. Und weiter: „Es ist nicht nur ein Verwaltungsgebäude, sondern eine Keimzelle vieler hoffentlich erfolgreicher Produkte.“ Er zeigte sich zufrieden mit dem Bauwerk, das die Bouwfonds erstellt. Beim Gedanken an das Sprichwort „Jeder bekommt, was er verdient“ habe man sich offenbar nicht allzu schlecht angestellt, sagte Stücke.

Antonius Kirsch erläuterte, dass der Kauf des Hansa-Areals mit 50 000 Quadratmetern Fläche der bisher größte Grundstückserwerb seines Unternehmens in Baden-Württemberg gewesen sei. „Wir haben noch viel vor auf diesem Areal“, sagte er. Man plane eine „Mischung aus Wohnen und nicht störendem Gewerbe“. Angedacht seien 200 Wohnungen und acht Büros. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 65 Millionen Euro. Außerdem solle die neue Feuerwache 5 entstehen, so Kirsch weiter. Einen Seitenhieb in Richtung Stadtverwaltung konnte er sich an dieser Stelle nicht verkneifen. Man wäre eigentlich gerne schon einen Schritt weiter, was die Entscheidung hinsichtlich der Feuerwache angehe, sagte Kirsch. „Denn was im hinteren Bereich des Grundstücks weiter geschieht, hängt zwingend davon ab“, verdeutlichte er.

Warten auf das Ergebnis des Standortvergleichs

Die Stadtverwaltung ist jedoch noch damit beschäftigt, einen Standortvergleich zu erstellen. Wie Martin Armbruster von der Wirtschaftsförderung bestätigte, ist dieser noch nicht abgeschlossen. Momentan befindet sich die Feuerwache 5 in Degerloch. Die Gebäude sind aber derart marode, dass sie nicht zu retten sind. Der Vergleich soll zeigen, ob und zu welchem Preis man die Wache in der Tränke bei laufendem Betrieb Stück für Stück neu bauen kann oder ob ein Neubau auf dem Hansa-Areal die bessere Variante ist. Die Wirtschaftsförderung favorisiere den Möhringer Standort, wie Armbruster berichtete. „Wir würden die Tränke gerne anderweitig nutzen“, sagte er.

Für Hansa freilich sind diese Überlegungen unerheblich. Seit Oktober gehört der Armaturenhersteller zur finnischen Oras Group. Deren Präsident Pekka Kuusniemi kam eigens zum Richtfest angereist. Da er wenig Deutsch spricht, wünschte er dem Neubau auf Englisch gutes Gelingen für die Fertigstellung. Diese ist für Sommer 2015 angedacht. Zu diesem Zeitpunkt strebe man den Spatenstich für die Wohnbebauung an, wie Antonius Kirsch erläuterte. Das freilich hängt aber von dem Standortvergleich der Stadtverwaltung und der Entscheidung des Gemeinderats ab. Erst danach kann der angedachte städtebauliche Wettbewerb beginnen und im Anschluss daran ein Bebauungsplanverfahren.

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