Auf dem Kuttler-Areal zwischen Stammheimer Straße und Kelterstraße wird jetzt gebaut. Foto: Jürgen Bach

Der kleinste der drei Stadtteile von Korntal-Münchingen wächst kräftig. Jetzt haben in der Ortsmitte auf dem Kuttler-Areal die Bauarbeiten für sechs Mehrfamilienhäuser begonnen. Ehe die Bagger anrollen konnten, hatte es intensive Diskussionen gegeben.

Korntal-Münchingen - Im kleinsten Korntal-Münchinger Stadtteil Kallenberg wird gebaut und gebaut. Nachdem kürzlich für rund 90 Menschen die Flüchtlingsunterkunft auf dem Rühle-Gelände in der Schwieberdinger Straße eingeweiht wurde – daneben plant der Investor und Chef des örtlichen Sicherungselementeherstellers Hugo Benzing, Christian Benzing, eine Wohnanlage mit circa 130 Einheiten – hat sich weniger als ein Kilometer weiter noch eine Baustelle aufgetan: In der Ortsmitte errichtet das Besigheimer Wohnbauunternehmen Layher bei der Emmaus-Kirche zwischen Stammheimer Straße und Kelterstraße auf dem Gelände der einstigen Gärtnerei Kuttler sechs Mehrfamilienhäuser mit 66 Wohnungen. Vorgesehen ist Wohnraum für gut 165 Menschen. Das Kuttler-Areal hatte Layher vor etwa fünf Jahren erworben. Die Bagger sind nun angerollt, der Bau hat mit den Erdarbeiten begonnen.

Beim Spatenstich am Donnerstagnachmittag sagt der Geschäftsführer Philipp Layher, sein Unternehmen investiere rund 27 Millionen Euro in „dieses exklusive Bauprojekt“ mit dem Namen „Garden Suiten“ – als Verweis auf die frühere Gärtnerei. Das sei eine der „größten Wohnungsbauentwicklungen in der Region“. Im Kallenberg mit mehr als 1300 Einwohnern baut Layher erstmals.

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Ganz so viele Pflanzen, wie die Familie Kuttler früher auf dem Areal angebaut habe, werde man nicht schaffen, sagt Philipp Layher, aber man sehe es schon am Verkaufsmodell: „Die sechs Punkthäuser sind umringt von etlichen Gärten.“ Der ganze Verkehr sei unterirdisch in der Tiefgarage untergebracht, oben alles grün. Alle Erdgeschosswohnungen hätten einen eigenen Garten. „Gerade in der aktuellen Zeit ist dies sehr gefragt, besonders die Vier-Zimmer-Gartenwohnungen für Familien.“

Mehrere strittige Punkte

Schon lange bevor der Gemeinderat im vergangenen Juli für das Gebiet den Bebauungsplan beschlossen hatte, plante die Firma Layher mit einem Konzept „in Form eines Mehrgenerationenhauses“. So entstehen in den Obergeschossen mehrere barrierefreie Wohnungen, auch ein paar Zwei-Zimmer-Wohnungen für Singles seien mit dabei, berichtet Philipp Layher. Ganz oben befänden sich die „sehr exklusiven Penthousewohnungen. Vor allem bei älteren Personen, denen das Einfamilienhaus zu groß wird, haben wir hier eine große Nachfrage“. Der Preis pro Quadratmeter stehe noch nicht fest. In etwa sechs Wochen soll der Verkauf der Wohnungen starten. „Wir warten noch auf die Vergabe der Gewerke Sanitär, Elektro und Vollwärmeschutz“, sagt Philipp Layher.

Das Bauvorhaben hatte zu intensiven Beratungen und Diskussionen geführt – im Gemeinderat wie mit den Bürgern, für die eine Informationsveranstaltung stattgefunden hatte. Es ging um die Größe der Gebäude, die Gestaltung der Fassade, um den Verkehr und Parkplätze.

Die jetzt geplanten Häuser haben drei Vollgeschosse und ein zurückgesetztes Dachgeschoss mit begrüntem Flachdach. Ursprünglich plante Layher ein Geschoss mehr. Dagegen hätten dem Gemeinderat zwei Etagen plus Dachgeschoss genügt – mit Satteldach, damit sich die Häuser auch optisch vom Industriegebiet abgrenzen. „Es gab noch umfangreiche Optimierungen, und wir hoffen, dass dies auch zu einer hohen Akzeptanz bei den Anwohnern führt“, sagt der Bürgermeister Joachim Wolf (parteilos). Die Abstände der Neubebauung zu den Nachbargebäuden seien vergrößert worden, das Fassadenkonzept sei überarbeitet und zusätzliche Begrünung berücksichtigt worden.

Bürgermeister: Brachfläche wird erheblich aufgewertet

Auch zur Optimierung der Situation der Stellplätze – auch mit Blick auf den Verkehr in der Ortsmitte – seien Umplanungen erfolgt, sagt Joachim Wolf. Daher lag der Entwurf des Bebauungsplans erneut aus. Philipp Layher sagt: „Nach den Rückmeldungen der Anwohner und Gemeinderäte haben wir die Stellplatzsituation noch einmal maßgeblich verbessert.“ Anstelle der geforderten 100 Stellplätze entstünden nun 107 Tiefgaragenplätze. Außerdem seien zu den elf öffentlichen Plätzen noch vier weitere öffentliche Stellplätze in der Stammheimer Straße hinzugekommen.

Aus Sicht des Bürgermeisters leisten „wir mit der Umsetzung dieser Nachverdichtung einen weiteren wichtigen Beitrag zum dringend benötigten Wohnraum in unserer Stadt und der Region“. Darüber hinaus werde eine seit Jahren zentral gelegene Brachfläche durch die künftige Wohnnutzung erheblich aufgewertet.

Der Kran für den Rohbau wird laut Philipp Layher Mitte Mai gestellt. Im Spätsommer 2022 sollen die 54 Wohnungen im mittleren Preissegment und die zwölf Penthouse-Wohnungen im Premiumsegment bezugsfertig sein.

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