Ein leicht verändertes Raumkonzept macht im Aichwalder Ortsteil Aichschieß eine teure Interimslösung für Kita-Kinder unnötig.
Die Planungen für die neue Kindertagesstätte und Schule im Aichwalder Ortsteil Aichschieß werden konkreter. Am Montagabend haben die beiden Architekten Matthias Schneider und Stefan Trumpp den Gemeinderäten der Schurwaldkommune einen Zwischenbericht zum Stand der Planungen abgegeben. Die Architekten haben sich mit ihrem Entwurf im Mai gegen insgesamt 24 weitere Architekturbüros durchgesetzt, die sich an dem von der Gemeinde Aichwald ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt hatten.
Der Siegerentwurf der Architekten sieht auf dem Gelände an der Alten Dorfstraße in Aichschieß zwei zueinander versetzte L-förmige Baukörper vor. In den unteren Teil des zweigeschossigen Gebäudes wird später einmal die Grundschule einziehen und der obere Teil ist für die Kindertagesstätte reserviert. Die inzwischen vorgenommenen Planänderungen bezeichnete Trumpp während der jüngsten Sitzung des Aichwalder Gemeinderats als „marginal“.
Der Neubau soll auf dem Gelände des alten Schulgebäudes entstehen. Das war in den 1960er-Jahren gebaut worden und soll nun ebenso wie der aus den 1950er-Jahren stammende benachbarte Kindergarten abgerissen werden. Wie Untersuchungen im Vorfeld gezeigt hatten, wäre eine Sanierung der beiden Gebäude nicht wirtschaftlich gewesen. Inzwischen wurde das Raumprogramm leicht geändert. Unter anderem soll der ursprünglich im Erdgeschoss angesiedelte Werkraum nach oben in den Bereich der Kindertagesstätte verlegt und im Gegenzug die im Obergeschoss geplanten Eltern- und Therapieräume im Erdgeschoss angesiedelt werden. Das ermöglicht es, dass der Neubau nach Angaben der Architekten rund ein Meter schmaler ausfallen und ein- bis zwei Meter nach Westen verschoben werden kann. Dadurch vergrößert sich der enge Abstand zwischen dem geplanten Neubau und der bestehenden Kindertagesstätte.
Das wiederum hat zur Folge, dass die alte Kindertagesstätte so lange in Betrieb bleiben kann, bis das neue Gebäude fertiggestellt ist. Erst danach soll auch dieses Gebäude abgerissen werden. Ohne den etwas größeren Abstand zwischen Baustelle und Kita wäre das aus verschiedenen Gründen nicht möglich gewesen und die Gemeinde hätte für die Zeit der Bauphase die Kita-Kinder vorübergehend woanders unterbringen müssen.
Um eine teure Containerlösung zu vermeiden, hatte die Gemeinde bereits mit der evangelischen Kirchengemeinde Kontakt aufgenommen, ob die ihr benachbartes Gemeindehaus eventuell als Interimslösung zur Verfügung stellen würde. Zwar wäre das laut Aichwalds Bürgermeister Andreas Jarolim grundsätzlich möglich gewesen, doch hätte die Gemeinde dafür neue Sanitärräume ins Gemeindehaus ein- und später wieder zurückbauen müssen. Wie Stefan Trumpp betonte, wäre „das aber nicht so einfach möglich gewesen“.
Matthias Schneider versicherte den Räten, dass die nun nicht mehr notwendige Interimslösung nicht der alleinige Grund dafür war, weshalb sich die Planer dafür entschieden haben, den Neubau etwas nach Westen zu versetzen. Laut Trumpp hat das nicht nur den Vorteil, dass die Kindertagesstätte weiter betrieben werden kann, sondern „dass es auch mehr Platz für Stellplätze und Fußgänger gibt“. Zudem hält sich die Gemeinde die Option offen, das Gemeindehaus als Interimslösung für die Schule nutzen zu können, wie es in der Beschlussvorlage der Verwaltung hieß.
Raumplanung für die Einrichtungen
Schule
Auf dem Gelände der Grundschule in Aichschieß soll bis 2025 ein Neubau für eine Kita mit Schule entstehen. Im unteren Teil des Neubaus soll zur Alten Dorfstraße hin auf etwa 250 Quadratmetern die Schule mit einem Klassenraum, einem Gruppenraum und einem Raum für die Kernzeit untergebracht werden. Dort sollen später die Klassen 1 und 2 bis auf die Hauptfächer gemeinsam unterrichtet werden.
Kita
750 Quadratmeter sind für die Räume der Kindertagesstätte im hinteren oberen Teil des Neubaus vorgesehen. Dieser soll neben den beiden Räumen für die Krippengruppen einen Schlafraum, einen Wickelbereich und Nebenräume beherbergen. Weitere Räume sollen von beiden Einrichtungen gemeinsam genutzt werden, etwa die geplante Mensa, eine Kreativwerkstatt und ein so genannter Bewegungsraum.