Noch wird am Jugendhaus in den Leinfelder Schelmenäckern gearbeitet. Foto: /Natalie Kanter

Seit vier Jahren wird in Leinfelden an der Max-Lang-Straße gebaut. Nun können das neue Jugendhaus Areal und die Kindertagesstätte Kleine Schelme zumindest besichtigt werden.

Jürgen Metzger, der Leiter des Jugendhauses in Leinfelden-Echterdingen, freut sich riesig. Denn die Tage, in denen die Jugendarbeit in Interimsräumen über die Bühne gehen musste, sind gezählt. Die Eröffnung des neuen Jugendkulturzentrums an der Max-Lang-Straße 25 steht kurz bevor. „Das ist ein wirklich tolles Gebäude, die Räume bieten eine klasse Ausstattung“, schwärmt der Einrichtungsleiter.

 

Bereits an diesem Samstag, 28. September, können alle, die möchten, einen Blick in den Neubau werfen. „Das Raumprogramm entspricht dem alten Areal“, sagt Metzger. Nun aber sind die Räume für Veranstaltungen und Besprechungen, für den Cafébetrieb, für Bandproben, das Büro und die Werkstatt über zwei Stockwerke verteilt. Die Kita Kleine Schelme, die gleich nebenan – an der Max-Lang-Straße 23 – gebaut worden ist, können Familien am Samstag zumindest schon mal in Augenschein nehmen.

Einen Song aufnehmen

Von 14 Uhr an werden zunächst der Oberbürgermeister Otto Ruppaner und verschiedene Planer der beiden Gebäude im Jugendhausneubau Reden halten, danach werden Führungen durch die beiden neuen Einrichtungen angeboten. Im Jugendzentrum wird eine Band spielen. Wer möchte, kann seinen eigenen Song über ein Künstliche-Intelligenz-Programm aufnehmen oder an anderen kreativen Angeboten teilnehmen. Fest steht mittlerweile auch: Die Einrichtung des Kreisjugendrings wird weiterhin Areal heißen, das haben die Nutzer – also Jugendliche – vor kurzem beschlossen.

„Wir legen einen großen Wert auf Jugendbeteiligung“, sagt Jürgen Metzger dazu. Seit dem Frühjahr 2020 stand seinem Team kein festes Gebäude mehr zur Verfügung. Damals hatten Handwerker den alten Jugendtreff, in dem sich Woche für Woche bis zu 50 Jugendliche getroffen hatten, und der seit 2008 als Sanierungsfall galt, Stück für Stück abgebaut. Zehn Jahre zuvor hatte der Leinfelden-Echterdinger Gemeinderat beschlossen, das Areal im Zuge der Erschließung des Neubaugebiets Schelmenäcker lieber neu zu bauen, anstatt zu sanieren. Geplant war zunächst, dass das neue Areal im Herbst 2021 seinen Betrieb wieder aufnehmen kann.

Diese Rechnung ging nicht auf, denn zu diesem Zeitpunkt war nur der Rohbau fertig. Auf der Baustelle, zu der auch der Bau der Kita Kleine Schelme gehört, hatte es in der Vergangenheit einige Probleme gegeben. Zunächst musste die Stadt einen neuen Fensterbauer finden, dann hatte die von der Kommune beauftragte Elektrofirma Insolvenz angemeldet. Hinzu kam die generelle Situation am Bau: Fachkräftemangel und Lieferengpässe. Abstimmungen mit den Bahnverantwortlichen haben das Bauprojekt laut Bürgermeister Benjamin Dihm nicht einfacher gemacht. Am 17. Oktober wird die knapp 800 Meter lange Verlängerung der Stadtbahnstrecke U 5 eröffnet. Der neue Haltepunkt liegt direkt neben dem neuen Jugendhaus und der neuen Kita.

Die Kita gilt als dringend notwendig

Die Einrichtung Kleine Schelme gilt als dringend notwendig, um Wartelisten bedienen zu können und möglichst allen Kindern in Leinfelden-Echterdingen einen Platz anbieten zu können. Die Kindertagesstätte, die von den Johannitern betrieben wird, soll in etwa vier Wochen an den Start gehen. Die Einrichtung bietet Platz für bis zu acht Gruppen. Die Johanniter hatten in Musberg an der Filderstraße schon zwei Gruppen eröffnet. Kinder einer weiteren dritten Gruppe werden gerade eingewöhnt. Die Stadt rechnet aktuell mit mehr als 15,7 Millionen Euro Kosten für beide Einrichtungen, wobei die Schlussrechnung noch aussteht. Die Gebäude werden voraussichtlich mit 13,6 Millionen Euro, die Außenanlagen mit 2,1 Millionen Euro zu Buche schlagen.