Der Plan: Das Porsche-Zentrum mit der neuen Niederlassung neben einem 90 Meter hohen Turm, der eine Restauranterrasse bekommt. Foto: Porsche/Bülow AG

Das Konzept für ein 90-Meter-Hochhaus und eine neue Niederlassung von Porsche gefällt nicht allen Stadträten restlos, aber vielen recht gut. Einen gewissen Verbesserungsbedarf erkennen auch die Befürworter.

Stuttgart - Die Firma Porsche und das für sie tätige Bauunternehmen Bülow wollen jetzt Gas geben beim Bau eines Hochhauses und einer Niederlassung am Pragsattel. Und seit Dienstag können sie sicher sein, dass die Stadtverwaltung und der Gemeinderat sie nicht ausbremsen. Bei der Verkehrserschließung und der Wegeführung rund um den Hochhausstandort sehen einige Stadträte zwar noch Verbesserungsbedarf, dennoch fiebern die meisten Fraktionen fast schon dem Bau der neuen Niederlassung und des rund 90 Meter hohen Gebäudes mit Büroarbeitsplätzen, einer Konferenzetage, einem öffentlichen Restaurant mit „spektakulärer“ Balkonterrasse und 168 Zimmern eines Viersternehotels entgegen. Den Bericht über den aktuellen Planungsstand nahm der Umwelt- und Technik-Ausschuss überwiegend zustimmend zur Kenntnis.

Seit einer früheren Beratung im Technik-Ausschuss war das Konzept verändert worden. Das Porsche-Zentrum mit Schauräumen über einer im Hang liegenden Werkstatt und einer Tiefgarage blieb in den Plänen nah am Schnittpunkt von Heilbronner Straße und Siemensstraße. Der geplante Porsche-Design-Tower jedoch rückte in den Plänen weiter gen Westen zur Leitzstraße. Damit folgte man Anregungen aus dem städtischen Gestaltungsbeirat, der eine stimmigere Anordnung der insgesamt drei Hochhäuser wünschte, die seit Langem am Standort City Prag vorgesehen sind. Sie sollen nun ein Dreieck bilden, von dem das Areal des Theaterhauses Stuttgart eingerahmt wird. Porsche-Zentrum und Porsche-Tower wirken daher nicht mehr so zusammenhängend. Zwischendurch verläuft ein Rundkurs um die Niederlassung, der manchen Stadträten als überdimensionierter Autocorso erscheint, für den Betrieb aber nötig ist.

Das Ergebnis der Überarbeitung gefällt nicht allen

Städtebaubürgermeister Peter Pätzold (Grüne), die Grünen-Fraktion und der Stadtrat der Stadtisten erkannten eine Verbesserung des Projekts. Die FDP kritisierte die „eher banale“ Anmutung des Towers. Die CDU und die Freien Wähler trauerten etwas dem „einheitlicheren Erscheinungsbild“ des ersten Entwurfs nach, die Freude über die Großinvestition von Porsche in der Heimatstadt überwog aber klar. Die SPD fand, die Wegebeziehungen und die Eingangssituation seien „noch nicht gelöst“. Die Linke reagierte ablehnend: Die Autostadt verschaffe sich an der Meile der Autoschauräume „eine weitere Perle“. Das Hochhaus werde leider ein Glaskubus sein, nicht begrünt. Ein Bülow-Projektentwickler hielt dagegen, in der früheren Sitzung sei doch „die massive Geste“ der Gebäudekontur abgelehnt worden. Vom überarbeiteten Entwurf gehe nun eben eine „demütigere“ Geste aus. Der städtische Verkehrsplaner Stephan Oehler zerstreute Bedenken, durch den neuen Porsche-Standort könnte die Verkehrssituation am Pragsattel noch erheblich verschlimmert werden. Man rede in diesem Fall von knapp 1000 Fahrzeugen am Tag. Die gingen „im allgemeinen Verkehrsrauschen unter“.

Beginnen soll das Bauen noch vor Juli. Die Niederlassung soll möglichst Ende 2021 einziehen und in Zuffenhausen Platz für den Ausbau des Werkes machen. Der Tower soll Ende 2022 fertig sein.

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