Die Vorarbeiten für die Erweiterung der Verkaufsfläche unmittelbar neben der Bundesstraße 10 im Gewerbegebiet von Deizisau haben schon begonnen. Foto: bra/Philipp Braitinger

Der Fahrradhändler erweitert seinen Standort in Deizisau. Neben dem bisherigen Gebäude soll bis zum Jahreswechsel ein Anbau entstehen. Der offizielle Spatenstich ist erfolgt.

Mit neuen Erlebniszonen, einer 300 Meter langen Indoor-Teststrecke, einem Bistro, einer größeren Werkstatt und einer neuen Bekleidungsabteilung möchte das Fahrradgeschäft XXL Walcher vom Frühjahr 2023 an aufwarten. „Es war schon vor Corona eine aufstrebende Branche“, freute sich der Geschäftsführer Markus Walcher beim offiziellen Spatenstich am Freitag. Radfahren liege im Trend. Ob E-Bike, Lastenrad oder Rennrad – für jeden Geschmack gebe es eine große Nachfrage.

 

Allerdings erfordert das umfangreiche Angebot an unterschiedlichen Rädern auch eine größere Lagerhaltung. Aus dem bereits großen XXL könnte also bald schon ein XXXL werden. Die Lieferketten seien auch bei den Fahrrädern seit dem Ausbruch der Coronakrise immer noch durcheinander. Eine Just-in-Time-Lieferung aus anderen Teilen der Welt könne aktuell kaum gewährleistet werden. Auch deshalb sei ein größeres Geschäft ein Vorteil. Mit der Erweiterung könnten bis zu 14 000 Räder vorrätig gehalten werden.

Erweiterung auf 12 000 Quadratmeter

Insgesamt soll die Geschäftsfläche nach der Erweiterung 12 000 Quadratmeter betragen. Nach der Fertigstellung des Anbaus zum Jahreswechsel sollen die Innenflächen zwischen Januar und März neu gestaltet werden. „Es ist ein riesengroßer Rundumschlag“, sagte Markus Walcher. Insgesamt möchte das Unternehmen sechs Millionen Euro investieren. Ob es bei dieser Summe bleiben werde, könne momentan aber noch nicht mit Gewissheit gesagt werden, meinte der Geschäftsführer. Die Preise in der Baubrache schwankten.

Das Unternehmen, 1981 gegründet und seit 1998 an seinem jetzigen Standort in Deizisau-West, hatte zuletzt im Jahr 2013 groß angebaut. Damals wurde ein Lager für bis zu 11 000 Fahrräder gebaut. Nun steht die nächste Erweiterung an. Als Fläche wird die bisherige Lücke zwischen den beiden Bestandsgebäude genutzt. Eine Durchfahrt und Autoparkplätze sollen erhalten bleiben. Die oberen Stockwerke werden aber bis auf wenige Meter an das Lager herangebaut, sodass eine Art Tunnel entsteht.

300 Mater lange Indoor-Teststrecke

Der Anbau soll dazu dienen, die Präsentationsflächen auf der oberen und mittleren Etage zu vergrößern. Als besonderes Highlight sehen die beiden Geschäftsführer Gerhard und Markus Walcher die neue, künftig 300 Meter lange Indoor-Teststrecke. Diese werde mit unterschiedlichen Fahrbahnbelägen ausgestattet sein und den Kunden ein echtes, persönliches Testerlebnis ermöglichen sowie, als besonderen Clou, beide oberen Etagen miteinander verbinden, versprechen die Geschäftsführer.

Besonderes Augenmerk hat man bei der Planung auch auf einen vergrößerten Werkstatt- und Servicebereich gelegt. Die Fläche der Werkstatt wird auf tausend Quadratmeter verdreifacht. Zudem wird die Werkstatt neu eingerichtet und mit den neuesten Testgeräten ausgestattet. „Das ist im Hinblick auf die immer weiter fortschreitende Technik, vor allem bei den E-Bikes, sehr sinnvoll“, meint der stellvertretende Werkstatt-Leiter Mario Fiedler. Künftig werden dort mehr als 30 Arbeitsplätze für Reparatur und Neumontage zur Verfügung stehen. Immer häufiger verlassen sich die Kunden bei der Reparatur der teuren und zunehmend auch technisch anspruchsvolleren Zweiräder auf die Kenntnisse der Profis – insbesondere bei den E-Bikes, die oft mehrere tausend Euro kosten.

„Ein Statement für den Standort“

Dass das Unternehmen umfangreich investiert, freute auch Deizisaus Bürgermeister Thomas Matrohs. Das Bauvorhaben sei auch ein Statement für den Standort, erklärte er in seiner Rede zum offiziellen Spatenstich. Besonders freute den Deizisauer Rathauschef, dass mit Walcher eine Firma expandiere, die mit ihren Produkten zum Gelingen der Verkehrswende beitrage. Und vielleicht könne sogar einmal der geplante und schon lange diskutierte Radschnellweg durch das Neckartal als „Teststrecke“ für die Kunden dienen.