Die Arbeit mit dem motorisierten Erdbohrer ist nicht ungefährlich. Foto: Gottfried Stoppel

Azubis der Forstverwaltung und der Firma Stihl haben am Tag des Baums gemeinsam Stieleichen gepflanzt. Diese gelten als wichtiger Bestandteil eines klimastabilen Mischwaldes.

Urbach - Ein kräftiges und mehrstimmiges Brummen schallt vom Waldweg nahe dem Forstlichen Stützpunkt der Forstverwaltung des Landes (Forst BW). Vier Erdbohrgeräte sind da unter anderem im Einsatz, um runde Pflanzlöcher ins Erdreich zu treiben. Ausbildende von Forst BW und von der Waiblinger Firma Stihl sind dabei, 154 Stieleichen fachgerecht in den Waldboden zu bringen. Schließlich warten 154 Baumpaten seit der Timbersports-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr darauf, dass ihr Wettbewerbsgewinn bei einer Sägeaktion in Form einer Eiche die Waldlandschaft bereichert. Zum Tag des Waldes sei da gerade der richtige Moment, heißt es seitens des Timbersports-WM-Sponsors und Motorgeräteherstellers. „Wir freuen uns, mit der Pflanzaktion einen positiven Beitrag zur Stärkung des heimischen Waldes zu leisten“, sagt der Stihl-Vertriebsvorstand Norbert Pick. Die motorisierten Erdbohrer, die stellt neben dem Pflanzgut der Weltmarktführer für derlei Arbeitsgeräte zur Verfügung.

Stabil bei Sturm oder Trockenheit

Mit der Stieleiche – hierzulande neben der Traubeneiche die Haupteichenart – sei ein besonders nachhaltiger Baum, erklärt derweil Forst-BW-Geschäftsführer Felix Reining. Die zwei Jahre alten Jungeichen, die als Pflanzgut dienen, kommen aus den Pflanzschulen von Forst BW und der privaten Baumschulbranche. Man setze dabei auf gesundes und genetisch hochwertiges Pflanzenmaterial, sagt Reining, „um unseren Nachkommen einen erholsamen Waldgenuss zu gewährleisten“. Der Vorteil auch in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels: Die Stieleiche wurzelt mit ihren Pfahlwurzeln tief im Boden und macht den Wald stabil gegen Sturm und Trockenheit.

Laut dem jüngsten Waldbericht sind im vergangenen Jahr im öffentlichen Wald im Land etwa 533 000 Stieleichen gepflanzt worden. Das seien, betont Reining, 40 Prozent mehr als in den fünf Jahren davor. Die Stieleiche sei vor allem eine wichtige Ersatzbaumart für die Esche, die massiv unter dem Eschentriebsterben, einer Pilzkrankheit, leide. „Im Bereich Oberschwaben bauen wir labile Fichtenwälder in klimastabile Stieleichen-Mischwälder um“, erläutert der Forst-BW-Geschäftsführer.

Die Eiche als Symbol der Zukunft

Bei der Pflanzaktion sind inzwischen – unterstützt durch den Sicherheitscoach von Forst­ BW und mehrfachen deutschen Meister im Timbersport, Robert Ebner, nicht nur bereits vier Dutzend Löcher per Bodenbohrung entstanden. Nochmals ein Dutzend der runden und etwa 30 Zentimeter tiefen Pflanzlöcher sind auf herkömmliche Art in Handarbeit und mithilfe eines Hohlspatens gegraben.

Die Eiche sei ein Symbol für die Zukunft, so hat es beim Auftakt für die gemeinsame Pflanzaktion Stihl-Mitvorstand Pick formuliert. Und er hat dabei den Blick angesichts der Lebenserwartung eines solchen Baums ziemlich weit in die Zukunft gerichtet: „Wir hoffen, dass in 150 oder 200 Jahren viele Menschen hierherkommen und dann einige große, schöne Eichen bewundern, die wir heute pflanzen.“

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