Etwa in diesem Bereich ist das Quartiersparkhaus geplant. Im Hintergrund ist unter dem Bauschild das markante Stadtarchivgebäude zu erkennen.Etwa in diesem Bereich ist das Quartiersparkhaus geplant. Im Hintergrund ist unter dem Bauschild das markante Stadtarchivgebäude Foto: Uli Nagel

Die Bauarbeiten an der Benzstraße sollen Ende des Jahres starten. Auch sonst verändert sich der Neckarpark derzeit sehr.

Bad Cannstatt - W er in Stuttgarts größtem Stadtbezirk baut, der weiß: Tief in den Untergrund darf es wegen dem Mineralwasservorkommen dabei nicht gehen. Vor diesem Dilemma stehen die Bauherren und Investoren auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände. Denn nicht alle vorgeschriebenen Stellplätze können deshalb auf den einzelnen Baufeldern des neuen Stadtviertels ausgewiesen werden. Aus diesem Grund hat sich die Stadt für den Bau eines Quartiersparkhauses entschieden, das vom Technikausschuss im Februar auf den Weg gebracht wurde.

In seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat den weiteren Planungen für das Quartiersparkhaus mit integrierter Energiezentrale sowie einer Fahrradstation zugestimmt. Das dafür vorgesehen Grundstück liegt an der neuen Benzstraße. Baubeschluss für das Projekt, das insgesamt rund 18 Millionen Euro kostet, soll noch vor der Sommerpause sein. Mit einem Baubeginn wird bis Jahresende gerechnet.

Was die Zeitschiene angeht, so hat die Energiezentrale natürlich Priorität. Denn bereits im Herbst des kommenden Jahres sollen die Volksbank-Gebäude, die die Münchner Dibag für 70 Millionen Euro an der Daimlerstraße errichtet, bezogen werden. Da die Energiezentrale jedoch erst Ende 2019 fertig sein und bereits ab Oktober eine Wärmeversorgung benötigt wird, muss die Stadt eine Interimsheizzentrale einrichten.

Dem künftigen Gebäude an der Benzstraße, die momentan verlegt wird, kommt nicht nur eine hohe städtebauliche Bedeutung als Eingang ins neue Quartier zu. Es übernimmt auch die Funktion des Schallschutzes zum nördlichen gelegenen Wohnviertel gegenüber der Benzstraße und dem Wasengelände. Das Dach soll extensiv begrünt werden, die Fassade mindestens zu einem Drittel. Im Parkhaus können maximal 339 Parkplätze für Autos untergebracht werden. Die Elektromobilität spielt eine große Rolle. In der ersten Ausbauphase sind rund 20 Prozent der Stellplätze, das sind etwa 60 Stück, mit E-Ladestationen ausgerüstet. In der zweiten Ausbauphase soll die etwa Hälfte der Parkplätze E-Auto-tauglich sein (rund 150 Stellplätze) und in der dritten Ausbauphase alle.

Platz für 300 Räder

Die Fahrradstation mit insgesamt etwa 340 Quadratmetern Nutzfläche bietet nach den bisherigen Überlegungen des Stadtplanungsamts Platz für rund 300 Räder samt einer Werkstatt und Sozialräumen. Allerdings sollen diese Pläne laut dem Ausschuss für Umwelt und Technik modifiziert werden. Denn Wohnungsbesitzer oder Mieter wollen nun einmal ihr Fahrrad direkt „vor ihrer Tür“ abstellen und nicht in einem Parkhaus am Rand des Wohngebiets. Die Stadträtinnen und Stadträte empfahlen, im Parkhaus neben der Radstation auch Leih- und Lastenräder anzubieten und die Zahl der Fahrrad-Stellplätze zu reduzieren. Die Fraktionen gaben der Verwaltung zudem mit auf den Weg zu prüfen, ob die Photovoltaikanlage nicht nur die nahe Schule beliefern kann, sondern auch die Einrichtungen für E-Mobilität im Parkhaus. Was wichtig ist: Die 339 Stellplätze sind nur für die Bewohner und Gebäudenutzer des neuen Wohnquartiers gedacht und soll nicht als öffentliches Parkhaus, etwa bei Veranstaltungen in den Einrichtungen im Neckarpark, genutzt werden. Das Betreiberkonzept wird später entschieden. Die Fraktionen sprachen sich jedoch für die Stadt oder die Stadtwerke Stuttgart als Betreiber aus. Ein vollautomatisches Parkhaus wird es wohl nicht geben, da es laut Bürgermeister Dirk Thürnau an dieser Stelle nicht wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden könne.

Geplant ist, die Energiezentrale schon Ende 2019 in Betrieb zu nehmen, während die Bauarbeiten am Parkhaus noch laufen. Hier rechnet die Stadt mit einer Fertigstellung 2020.

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