Die Stadt baut im Frühjahr 2027 die Theodor-Heuss-Straße um: Aus aufgemalten Radwegen werden baulich getrennte Spuren. Dafür fallen sämtliche Parkplätze weg, zwölf Bäume werden gefällt.
Ein acht Zentimeter hoher Bordstein soll Radfahrer in der Stuttgarter Innenstadt künftig vor Autos schützen. Die Stadt baut die 2023 aufgemalten Radwege auf beiden Seiten der Theodor-Heuss-Straße zwischen Rotebühlplatz und Palast der Republik in baulich getrennte, knapp drei Meter breite Radspuren um. Zudem werden an verschiedenen Stellen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen.
Umgesetzt werden soll die Maßnahme, die bereits im Dezember 2020 vom Gemeinderat beschlossen worden ist, im kommenden Frühjahr. Die „Theo“ bleibt vierspurig. Um ausreichend Raum zu schaffen, fallen sämtliche Parkplätze weg. Unter anderem muss die Landesbank Baden-Württemberg am Kleinen Schlossplatz auf 15 oberirdische Stellplätze verzichten. Künftig wird es dort nur noch Behindertenparkplätze, die Stellplätze der Polizei vor dem Revier 1 sowie eine Lieferzone geben.
Für den Bau der Radspuren müssen zwölf Bäume gefällt werden, davon sind zwei geschützt. Als Ausgleich pflanzt die Stadt 13 neue Bäume. Die übrigen Bäume bleiben erhalten und stehen künftig in einzelnen Beeten, was den Raum für Fußgänger öffnen und die Aufenthaltsqualität verbessern soll.
Barrierefreie Bushaltestellen
Die Gehwege werden durch einen drei Zentimeter hohen Bordstein von den Radspuren getrennt. Auf Höhe der Gymnasiumstraße wird zudem eine neue Fußgängerampel über die Theodor-Heuss-Straße eingerichtet und die bestehenden Überwege sowie die beiden Bushaltestellen „Büchsenstraße“ und „Kleiner Schlossplatz“ werden barrierefrei ausgebaut. Die Radspur verläuft hinter den Bushaltestellen, allerdings vor den Stellplätzen des Polizeireviers 1.
Die Baukosten betragen nach Angaben des Regierungspräsidiums Stuttgart rund neun Millionen Euro. Die Stadt erhält 6,4 Millionen Euro vom Land, das den Ausbau von Radwegen und somit klimafreundliche Mobilität fördert. Regierungspräsidentin Susanne Bay nennt die Maßnahme „einen wichtigen Schritt zu mehr Sicherheit“.
Auf einem rund 50 Meter langen Teilstück der Theodor-Heuss-Straße kommen Radfahrer bereits seit 2023 in den Genuss der neuen Radspur. Sie wurde auf der Seite der Calwer Passage damals auf Kosten des Investors Piech als Vorabmaßnahme erstellt, um erneute Baumaßnahmen an der bepflanzten Fassade des fertiggestellten Gebäudekomplexes zu vermeiden.