Bauhaus nach Entlassung der Pressesprecherin Kritik an „Bauernopfer“

Von red/dpa 

Kommt nicht aus der Kritik: Die Stiftung Bauhaus Dessau Foto: dpa
Kommt nicht aus der Kritik: Die Stiftung Bauhaus Dessau Foto: dpa

Das Dessauer Bauhaus kommt nicht zur Ruhe. Erst die Konzertabsage von feine Sahne Fischfilet mit heftig umstrittener Begründung, nun der Rauswurf der Pressesprecherin. Viele zweifeln, dass die schuldig am Debakel ist.

Dessau/Berlin - Das Bauhaus Dessau kommt nach der Absage des Konzerts der Punkband Feine Sahne Fischfilet nicht aus den Schlagzeilen. Jetzt sorgt die Freistellung der Pressesprecherin Helga Huskamp für Diskussionen. Ein „Bauernopfer“ sieht die Grünen-Politikerin Cornelia Lüddemann, die für das Land Sachsen-Anhalt im Stiftungsrat des Bauhauses Dessau sitzt. „Ohne ihr zu nahe treten zu wollen, die Pressesprecherin ist die dritte Reihe“, sagte die Landtagsfraktionschefin am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur. Im Kern gehe es um die Entscheidung über die Absage auf der Bauhausbühne, und die habe die Direktorin Claudia Perren nach einer Beratung mit Kulturminister Rainer Robra (CDU) getroffen.

Unterdessen hat sich Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mit deutlichen Worten zur Entscheidung des Bauhauses geäußert, die Band nicht auf der historischen Bauhausbühne auftreten zu lassen. „Wenn man das aufgibt, was das Bauhaus ausmacht, damit die Tapete heile bleibt, dann hat man die Idee verraten.“ Der Politiker sieht angesichts des zunehmenden Drucks von Rechts die Kultureinrichtungen in der Pflicht, Rückgrat zu zeigen.

Wirklich bloß eine interne Angelegenheit?

Die Stiftung hatte ein ZDF-Konzert in der Reihe „zdf@bauhaus“ mit der Band abgelehnt, nachdem rechte Gruppierungen zum Protest gegen den Auftritt aufgerufen hatten. Feine Sahne Fischfilet wird nun am 6. November in der Alten Brauerei in Dessau auftreten.

Sachsen-Anhalts Chef der Staatskanzlei, Kulturminister und Stiftungsratsvorsitzender des Bauhauses Dessau, Rainer Robra, wollte die Entscheidung über die Pressesprecherin am Wochenende nicht kommentieren. Er ließ über einen Sprecher ausrichten, es handele sich um eine interne Angelegenheit der Stiftung.

Kommunikative Schwierigkeiten

In den vergangenen Tagen hatte Stiftungsdirektorin Claudia Perren kommunikative Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Konzertabsage eingeräumt. Huskamp leitet seit Juni 2015 die Kommunikation der Stiftung. Ihre Freistellung wurde zunächst als temporäre Entscheidung bezeichnet.

Die Konzertreihe „zdf@bauhaus“ wird dennoch am 5. und 6. November auf der Bauhausbühne aufgezeichnet. Laut ZDF waren neben der Punkband von Anfang an Pur („Abenteuerland“), die dänische Popsängerin Tina Dico und die US-amerikanische Rock- und Bluesband Welshly Arms eingeplant.

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