Baugebiet in Korntal-Münchingen Korntals Ortseingang soll schöner werden

Von Stefanie Köhler 

Die Solitudeallee im Stadtteil Korntal ist stark befahren. So bald wie möglich sollen dort knapp 40 Wohnungen entstehen. Foto: factum/Weise
Die Solitudeallee im Stadtteil Korntal ist stark befahren. So bald wie möglich sollen dort knapp 40 Wohnungen entstehen. Foto: factum/Weise

Viel Wohnraum und ein bisschen Gewerbe: Korntal-Münchingen gestaltet im Stadtteil Korntal das Areal an der Zuffenhauser Straße/Solitudeallee um.

Korntal-Münchingen - Der Anblick ziert den Ortseingang des Stadtteils Korntal wenig: Im Dreieck Zuffenhauser Straße-Solitudeallee-Apfelallee verkaufen Händler Autos, die Prüfgesellschaft Dekra sitzt im Gebäude an der Ecke, auf einem Teil stehen ältere Einfamilienhäuser, andere Flächen liegen brach. Die Zuffenhauser Straße ist Korntals Ortsdurchfahrt, täglich brausen dort Tausende Fahrzeuge durch. Nun soll das „teilweise mindergenutzte“ Gelände, wie Stefan Wolf es nennt, „durch eine qualitätvolle Bebauung eine deutliche Aufwertung erfahren“ – zumal Korntal-Münchingen Wohnraum fehle.

Der Gemeinderat hat sich für einen Entwurf des Fachbereichs Stadtplanung entschieden und damit gegen das Büro Baldauf und ISA – Internationales Stadtbauatelier. Das Konzept dient für einen Teil des Gebiets als Grundlage für einen Bebauungsplan, der ein Baurecht aus Vorkriegszeiten ersetzen soll. „Wir müssen die Bebauung in geordnete Bahnen lenken“, sagt der Bürgermeister Joachim Wolf (parteilos).

Wenig Straßenlärm soll zu hören sein

Die Stadt will etwas mehr als die Hälfte des 7440 Quadratmeter großen Planungsgebiets verändern. Auf einem Drittel der Fläche sollen hauptsächlich Wohnungen entstehen, fast 40. Entlang der Solitudeallee bis zur Ecke Zuffenhauser Straße sind vier dreigeschossige Gebäude mit Zwischenbauten und Dachwohnung vorgesehen. An der Apfelallee sollen einmal zweigeschossige Häuser sein, ebenso an der Zuffenhauser Straße und im Innenbereich. Dort plant die Stadt außerdem Grün- und Spielflächen plus eine Brunnenanlage. Auch entlang der Apfelallee und der Solitudeallee sollen Bäume wachsen. Etwas Gewerbe soll sich ebenfalls ansiedeln, die Bewohner aber nicht stören. „Vorstellbar sind Büros, Praxen oder Einzelhandel“, sagt Stefan Wolf. Man habe das gesamte Areal so gestaltet, dass der Verkehrslärm die Bewohner im Innenbereich möglichst wenig belästigt.

Der Geräuschpegel und die bereits vorhandenen Gebäude sind nur zwei Herausforderungen bei der Aufwertung des Areals. Auch die Erschließung ist laut Stefan Wolf eine Hürde, da besonders im Kreuzungsbereich Zuffenhauser Straße/Solitudeallee Zufahrten verkehrstechnisch schwierig wären. Daher erfolgt die Erschließung des sogenannten Bereichs eins mit sieben Gebäuden und Innenhof an der Solitudeallee über die Apfelallee, in einer Tiefgarage soll es 67 Stellplätze geben.

Gegenüber soll auch gebaut werden

Außerdem ist das Dreieck nicht das einzige Baugebiet am Korntaler Ortseingang. „Das Areal muss auch zur Alten Wäscherei passen“, sagt Stefan Wolf. Damit meint er die Fläche gegenüber an der Ecke Zuffenhauser Straße/Solitudeallee. Das Gelände gehört inzwischen dem Investor. Die Korntaler Bau hat ehrgeizige Pläne: sechs drei- bis viergeschossige Gebäude sowie eines mit sieben Stockwerken auf 6200 Quadratmetern. Die Korntaler Bau will im späten Frühjahr 2019 losbauen.

Beim Nachbar dauert es länger: Der Bebauungsplan für das Dreieck wird frühestens im zweiten Quartal 2019 rechtskräftig. Wann die Eigentümer Bauprojekte realisieren, bleibt abzuwarten, sagt Stefan Wolf. Trotzdem sind die Gemeinderäte froh, dass sich was tut. „Die Ecke verdient eine vernünftige Entwicklung“, findet Viola Noack (FDP). Geht es nach dem Chef der Grünen, erhalten die Gebäude eine Etage mehr. „Wir haben einen großen Bedarf an Wohnungen und müssen die Fläche gut nutzen“, sagt Wolf Ohl. Er fordert zudem bezahlbaren Wohnraum – den die Stadt aber nur für Neubaugebiete vorschreibt. „Das bedeutet natürlich nicht, dass an der Zuffenhauser Straße kein bezahlbarer Wohnraum entstehen kann“, betont Stefan Wolf. Edeltraud Siegle schlägt vor, die Häuser an der Zuffenhauser Straße etwas nach hinten zu versetzen. „Vorne könnte man Fahrradplätze errichten“, sagt die Freie Wählerin.

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