Der Kreisbauernverband Esslingen beteiligt sich an der bundesweiten Protestwoche der Landwirte. Auf der Filderebene sollen zu diesem Anlass Mahnfeuer entzündet werden. Wann und wo, erklärt der Verbandschef Tobias Briem aus Filderstadt-Bernhausen.
Weithin sichtbar, aber möglichst ohne Störungen zu verursachen – der Standort sei extra ausgewählt worden. Bei den Drei Linden auf der Anhöhe zwischen Sielmingen und Harthausen soll am Freitag, 12. Januar, von 18.30 Uhr an ein großes Feuer entzündet werden; ein Mahnfeuer, um auf die Situation der Landwirt hierzulande und ihre Forderungen gegenüber der Bundesregierung aufmerksam zu machen.
Angekündigt wird die symbolische Aktion unter anderem auf der Homepage des Landesbauernverbands als Teil der Landwirte-Aktionswoche vom 8. bis zum 15. Januar, verantwortlich für das Feuer ist der Kreisbauernverband Esslingen. Er vertritt nach eigenen Angaben rund 500 Landwirte im Landkreis. „Wir wollen nur Rahmenbedingungen, dass wir überhaupt noch wirtschaften können“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands zu den aktuellen Protesten. Der Vorsitzende ist Tobias Briem, Landwirt aus Bernhausen. „Unser Ziel ist es, die Bevölkerung mitzunehmen. Wir laden auf jeden Fall die Öffentlichkeit ein“, sagt der 36-Jährige über das Mahnfeuer. Vor Ort wollten Landwirte aus dem ganzen Kreis zusammenkommen und den Menschen erklären, „was gerade passiert und warum die Bauern so genervt sind“. Auch Tobias Briem ist einer, der bei den Bauernprotesten mitmacht, von denen derzeit das Bundesgebiet überzogen wird. An diesem Montag war er an einer Teilsperrung der A-8-Auffahrt bei Neuhausen beteiligt. Rund 100 Schlepper hätten sich nach seiner Schätzung dort eingefunden.
Warum die Bauern so genervt sind
Von gewalttätigen, beleidigenden oder anderweitig übergriffigen Protesten distanziert er sich indes. Zwischen Sielmingen und Wolfschlugen war zuletzt ein Galgen aufgetaucht, an dem eine Ampel baumelte. Am Ortsausgang von Kemnat wurde am 8. Januar ein Ortsschild aus der Halterung gelöst, falsch wieder eingesetzt und mit Gummistiefeln versehen. Tobias Briem lehnt Drohungen oder Sachbeschädigungen ab, wie er sagt. „Wir sind mit der Regierung nicht d’accord, aber wir sind demokratisch eingestellt“, sagt er. Beim Kreisbauernverband sei man weder links noch rechts orientiert, sondern stehe für die gesellschaftliche Mitte. „Wir distanzieren uns klar von radikalen Flanken“, betont Tobias Briem, mit Umsturzfantasien oder sogenannten Querdenkern wolle er nichts zu tun haben. Der Verband setze auf friedliche Proteste – in der Region und auch bei der Großdemonstration in Berlin am 15. Januar, wohin ein Bus der Kreisbauernverbände Esslingen und Reutlingen starten soll. „Mit brachialer Gewalt nach vorne zu preschen, bringt nichts“, sagt er.
Das Mahnfeuer zwischen Sielmingen und Harthausen soll dieser Tage nicht das einzige auf der Filderebene sein. Felix Maier, der landwirtschaftliche Obmann von Scharnhausen, spricht von Planungen für den 14. Januar. Angedacht sei, ein Feuer bei Einbruch der Dunkelheit an der Autobahn zu entzünden, „in Plieningen soll es auch eines in Sichtweite geben“, sagt er. Außerdem sei geplant, dass sich entlang der Autobahn Traktoren mit blinkenden Lichtern positionieren. Felix Maier sagt: „Es soll einfach ein Zeichen sein, eine harmlose Maßnahme.“