Jürgen Gröger tritt am 1. März 2016 die Nachfolge von Thomas Schuster als Eislinger Baubürgermeister an. Foto: privat Foto:  

Am 1. März 2016 tritt Jürgen Gröger im Eislinger Rathaus die Nachfolge von Thomas Schuster als Baubürgermeister an. Mit klarer Mehrheit hat sich der Gemeinderat für einen personellen Wechsel ausgesprochen.

Eislingen - Die Wachablösung an sich ist keine Überraschung mehr gewesen, die Deutlichkeit des Ergebnisses allerdings schon. Mit 17:6-Stimmen hat sich der Eislinger Gemeinderat für den Wechsel und damit gegen eine personelle Kontinuität auf dem Posten des Baubürgermeisters ausgesprochen. Thomas Schuster, der seit bald 16 Jahren als Technischer Beigeordneter der Stadt tätig ist, muss sein Amt am 1. März 2016 an Jürgen Gröger abgeben.

Für den 45-Jährigen, der zurzeit noch den Fachbereich Immobilienwirtschaft und das Referat Hochbau bei der Stadt Göppingen leitet, erfüllt sich nach eigenem Bekunden „ein echter Herzenswunsch“. Er habe aufgrund seiner regionalen Verwurzelung sehr aufmerksam die Entwicklungen in Eislingen verfolgt. „Dort sind zwar die Grundlagen für eine positive städtebauliche Zukunft der Stadt geschaffen, doch jetzt muss es weitergehen“, erklärte Gröger. Die Chance, dabei aktiv mitzuwirken, habe er nutzen wollen, fügt der verheiratete Vater zweier Kinder hinzu.

Gröger will Filsufer zum Naherholungspark machen

Im Göppinger Rathaus eilt Gröger der Ruf voraus, ein „Mann für schwierige Fälle“ zu sein. In seiner Noch-Funktion, die er erst vor gut einem Jahr in der Nachfolge von Helmut Renftle angetreten hat, gilt er unter anderem als „Retter der Chapel-Sanierung“. Sah es zunächst danach aus, dass sich die Kosten für die Maßnahme auf rund eine Million Euro belaufen, stellte Gröger eine Finanzplanung auf, nach der nun 400 000 Euro reichen sollen.

In jedem Fall muss der Bewerber um das Amt des Eislinger Baubürgermeisters schon in den Fraktionen und in den Vorrunden hinter verschlossenen Türen überzeugt haben. Denn in der öffentlichen Ratssitzung blieb seine Präsentation, die zudem von technischen Problemen begleitet war, im allgemeinen oder griff Themen auf, die bereits bearbeitet werden. Mit Spannung darf allerdings auf seine Visionen für den Bereich des Filsufers gewartet werden. Gröger will den Flussbereich in einen Naherholungspark verwandeln.

Schuster findet für seine Argumente keine Mehrheit

Thomas Schuster hingegen setzte in seiner Ansprache auf die Projekte, die er in städtebaulicher Hinsicht im Laufe von 16 Jahren mit umgesetzt hat: Stadthalle, Osttangente, Rathausneubau, die Liste sei lang, betonte er. Der 49-jährige Amtsinhaber verhehlte dabei nicht, „dass ich Ecken und Kanten habe und meine Meinung auch vertrete“. Dass dies zu Reibungen mit dem neuen Oberbürgermeister Klaus Heininger geführt habe, räumte Schuster ein. „Inzwischen aber greifen die Rädchen ineinander“, fügte er hinzu. Seine Kompetenz, das Vertrauen, das er auch in der Bevölkerung verspüre, sowie die Stabilität in seinem Team seien deshalb das richtige Rezept, um die Stadt weiter voranzubringen.

Die große Mehrheit wollte dieser Argumentation offensichtlich nicht folgen. Die Gründe dafür erschlossen sich den zahlreichen Besuchern der Sitzung indes nicht. Keine einzige Frage wollten die Räte an die beiden Kandidaten stellen. Die Meinungsbildung war allem Anschein nach in den nichtöffentlichen Gesprächen bereits erfolgt. Ein Zuhörer bezeichnete die Vorstellung am Montagabend daher auch als „reines Schaulaufen“ – sicher nicht zu Unrecht.

Während bei Gröger die Freude nach der geheimen Wahl natürlich groß war, folgte Schuster dem weiteren Geschehen mit versteinerter Miene: „Was ich künftig tun werde, kann ich noch nicht sagen. Ich hatte keinen Plan B“, betonte er gegenüber der StZ. „Ich hätte mein Engagement gerne weiterhin in den Dienst der Stadt gestellt. Jetzt muss ich mein Büro und die laufenden Projekte ordnen, damit es in Eislingen möglichst reibungslos weiterläuft.

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