Der neue Bahnhof in Göppingen sieht heute noch aus wie vor 60 Jahren. Foto: Stadtarchiv Göppingen

Am Montag beginnen die Untergrundarbeiten für die neue Tiefgarage am Göppinger Bahnhof. Noch nehmen die Reisenden die Baustelle gelassen in Kauf.

Göppingen - Wer weiß, was da noch alles kommt“, sagt Thomas Alber vom Vorstand der Göppinger Taxizentrale mit Blick auf das tonnenschwere Bohrgerät am Bahnhofsvorplatz. Einen Fehlstart hat es bereits gegeben. Die Maschine, die die Löcher für die schweren Stahlschienen zur Baugrubensicherung bohren soll, hätte bereits seit Mittwoch an der Arbeit sein können. Sie sei aber bis Freitag noch auf einer anderen Baustelle benötigt worden, erklärt Werner Hauser, der Chef des Fachbereichs Tiefbau, Umwelt und Verkehr.

Im Untergrund könnten Fliegerbomben lagern

Doch Verzögerungen dieser Art meint Thomas Alber nicht. „Es weiß doch kein Mensch, was hier im Untergrund alles steckt. Der Bahnhofsvorplatz ist noch Original 1954. Seither hat sich nichts mehr getan“, Alber war selbst einmal auf dem Bau tätig. Er spricht von ungeahnten Leitungswegen, gar von Fliegerbomben, die im unbekannten Baugrund noch verborgen sein könnten. Nichtsdestotrotz hat der Bahnhofvorplatz bereits ein neues Gesicht. Ein Bauzaun schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Noch können Kurzzeitparker einige wenige Plätze nutzen. Über die gesamte Bauzeit hinweg sollen Taxis Vorfahrt haben. Doch schon während der Vorbereitungsphase waren in den Stoßzeiten Staus in der Bahnhofstraße zu beobachten.

Ausweichparkplätze gibt es westlich des Bahnhofs. Wer von dort zum Bahnhof oder zur Post will, muss sich am Fahrradparkhaus vorbeischlängeln. Bisher begegnete man dabei noch keinem entnervten Passanten. „Alles klappt bestens, wir können nicht klagen“, sagt auch Thomas Alber. „Wie aber wird es, wenn die Baustelle vor den Bahnhof weiterwandere?“

Baustelle rückt abschnittsweise vor

In drei Abschnitten sollen die diffizilen Arbeiten vorangetrieben werden. Zuerst ist der wohl unkomplizierteste Abschnitt am westlichen Rand des Bahnhofes an der Reihe. Die Fläche ist bereits seit Jahren mehr oder weniger frei geräumt und wurde als Parkplatz genutzt. Spannender dürften die anderen zwei Baustellenabschnitte direkt am Bahnhofsvorplatz werden. Die Hauptarbeiten verrichtet zunächst ein großer Bohrer. Er bohrt die Löcher, in die Stahlträger versenkt werden, die wiederum das Grundgerüst für die Baugrubensicherung bilden. Später wird der Bohrer noch für die Verankerung der Grundwasserwanne der Tiefgarage benötigt. Hochwasser könnte die Tiefgarage sonst aufschwemmen.

Insgesamt lässt sich die Stadt die neue Tiefgarage mit ihren etwas mehr als 100 Plätzen knapp vier Millionen Euro kosten. Im Herbst 2018 soll sie fertig sein. Sobald der Deckel drauf ist, soll der Platz darüber neu gestaltet werden. Für eine neue Willkommensansicht Göppingens investiert die Stadt weitere 4,9 Millionen Euro. Dazu zählt auch eine komplett neue Verkehrsführung. Unter anderem soll die Freihofstraße im Abschnitt zwischen Bahnhof- und Grabenstraße wieder in beide Richtungen befahrbar sein. Das Verkehrskonzept findet jetzt schon Anklang bei den Experten. Thomas Alber von der Taxizentrale ist voll des Lobs dafür.

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