Shirin Brenner, Mitarbeiterin des Tiefbauamts, zeigt die Stelle, an der künftig das Betriebsgebäude stehen soll. Foto: Schwieder

In Heumaden wird ein neuer Regenüberlaufkanal gebaut. Fußgänger und Autofahrer müssen sich deshalb auf Behinderungen einstellen. Die Bauarbeiten sollen nach Auskunft der Stadtverwaltung 18 Monate dauern.

Heumaden - Die ersten Lastwagen haben sich schon durch die engen Straßen Heumadens gezwängt, auf der Verlängerung der Schwendestraße steht ein großer Bagger: Im Bereich Salzlöchle wurde mit den Arbeiten zum neuen Regenüberlaufkanal begonnen. Eine Baustelle, die während der nächsten 18 Monate das Leben im Ort erheblich verändern wird.

Bei etwa 200 betroffenen Anwohnern kommt es sehr auf die Kommunikation zwischen Verantwortlichen und dem Ort an, weshalb das Tiefbauamt zu einem Informationsabend ins evangelische Gemeindehaus an der Schwendestraße eingeladen hatte. Der Einladung waren zahlreiche Bürger gefolgt; sie wollten wollten, wie sich die Baumaßnahmen für sie persönlich auswirken werden.

Der neue Kanal ist 185 Meter lang

Mit einer kurzen Präsentation erläuterte Klaus Hofmann, Leiter der Bauabteilung Neckar/Filder beim Tiefbauamt Stuttgart, das Projekt und stellte die Baustelle vor. Oberstes Ziel sei, die Kanäle im oberen Teil Heumadens zu entlasten. Das aus den umliegenden Wohngebieten anfallende Abwasser wird über die Sammelkanäle in der Schwendestraße dem 185 Meter langen neuen Regenüberlaufkanal zugeleitet, dort aufgefangen und zum Hauptklärwerk Mühlhausen geleitet. Eine Abflussregelung sorgt für gleichmäßiges Abfließen. Bei Starkregen aber, der bisher oft zu übergelaufenen Kellern in dem Gebiet geführt hat, wird das Wasser künftig im Stauraumkanal gestaut. Erst wenn dieser vollgelaufen ist, fließt das nachfolgende, saubere Regenwasser über die Überlaufschwelle und kann durch den Entlastungskanal in den Katzenbach und somit in den Neckar fließen.

Drei Baustellen sind bereits weitgehend eingerichtet: Zunächst werden der Regenüberlaufkanal gebaut und der Ableitungskanal neu verlegt. Anschließend geht es um den Entlastungskanal zum Katzenbach, und zum Schluss wird der Zulaufkanal angepasst. Da viele Heumadener in diesem Bereich ein Stückle, also einen Garten, bewirtschaften, wurde das sechs Millionen Euro teure Vorhaben bewusst in die kalte Jahreszeit gelegt. Die Inbetriebnahme ist für Frühjahr 2016 vorgesehen, und wenn alles fertig ist, soll einzig ein Betriebsgebäude mit Elektroschränken und Messeinrichtungen zu sehen sein.

Was, wenn Amphibien in die Baugrube fallen?

Die meisten Fragen aus dem Publikum kamen zu den zu erwartenden Einschränkungen für den Fuß- und Autoverkehr. In diesem Punkt riet Klaus Hofmann, die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch zu nutzen. Als Ansprechpartner nannte er Frank Hüttner und dessen Mitarbeiterin Shirin Brenner (Telefon 2 16-9 20 82). Von der beteiligten Straßen- und Tiefbaufirma Uhrig ist Hans Arbogast (Telefonnummer 01 70- 9 14 63 13) vor Ort.

Sorgen bereitet den Heumadenern auch das Frühjahr, wenn wandernde Amphibien in die offene Baugrube geraten könnten. In dieser Zeit müssten die Baustellen an jedem Morgen abgesucht werden, versicherte eine Mitarbeiterin des Umweltamt. Man werde ein wachsames Auge dafür haben. Angesprochen wurde auch die Befürchtung, dass Fäkalien in den Katzenbach gelangen könnten. „Bei Starkregen ist die Verdünnung so groß, dass keine Gefahr besteht“, beruhigte Klaus Hofmann, „die Stadtentwässerung funktioniert nicht nur in Heumaden so“.

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