Das neue Heim in Bernhausen beim Festplatz steht im Rohbau bereits. Foto: Otto-H. Häusser

In Bernhausen und Bonlanden werden zwei Häuser für Flüchtlinge gebaut. Sie sollen im November dieses Jahres fertig sein. Für die jungen Männer, die dort einziehen werden, ist ein ungewöhnlicher Kurs in der Volkshochschule geplant.

Filderstadt - Während beim Festplatz in Bernhausen das Gebäude bereits steht, werden in Bonlanden beim NH-Hotel gerade die Voraussetzungen für den Bau geschaffen. Die Unterkünfte für Flüchtlinge stecken also in unterschiedlichen Baustadien. Und trotzdem sollen beide Häuser zur gleichen Zeit fertig werden – der Einzug der hauptsächlich jungen Männer ist für Anfang November dieses Jahres vorgesehen. Die Bauzeit in Bernhausen sei deshalb länger, weil die verwendeten Fertigteile dort einen größeren Innenausbau erfordern als beim Bau in Bonlanden.

„In Bernhausen werden zurzeit die Elektro- und Heizungsinstallationen gemacht“, sagt der Leiter des Hochbauamts, Klaus Heim. Auch die Türen habe man am Standort beim Festplatz einbauen müssen. Die Fertigwände, die in Bonlanden verwendet werden, seien dagegen schon besser ausgestattet, sagt Heim. Dort sei die Elektroinstallation bereits in den Fertigteilen integriert.

Anlieferung der Wände in der Nacht

Die Anlieferung der Wände mit Sonderfahrzeugen erfolgt in Bonlanden in den Nachtstunden. „Damit der Verkehr möglichst wenig gestört wird“, sagt Bürgermeister Reinhard Molt. Ende Juni sollen die ersten Fertigteile aufgebaut werden.

Ziel ist es, dass beide Neubauten – in Bernhausen und Bonlanden – im November fertig sind. „Wir sind im Zeitplan“, sagt dazu Bürgermeister Molt. Die beiden Gebäude könnten dann im Herbst nach und nach bezogen werden. In Bernhausen finden 54 Flüchtlinge Platz, in Bonlanden sind es 66 Menschen. Während die Männer in Bernhausen in zehn Quadratmeter großen Einzelzimmern untergebracht werden, teilen sich in Bonlanden zwei Männer ein 21 Quadratmeter großes Zimmer.

Bei der Belegung der Unterkünfte will die Stadt darauf achten, dass sie möglichst Leute bekommt, die sich in Filderstadt schon auskennen. Sie sollen hauptsächlich aus den Heimen an der Seestraße in Sielmingen und an der Robert-Bosch-Straße in Harthausen kommen. Die Flüchtlinge, die in vielen Fällen schon Kontakt zu Deutschen geknüpft haben, werden dann nicht aus ihrem sozialen Umfeld gerissen.

Zwei neue Sozialarbeiter

Damit die Männer auch vonseiten der Stadt besser betreut werden können, werden in den neuen Heimen auch Räume für Sozialarbeiter eingerichtet. Weil die vorhandenen drei hauptamtlichen Flüchtlingshelfer dann zuviel Arbeit hätten, werden zwei zusätzliche Kräfte eingestellt.

In diesem Zusammenhang wird auch ein Kurs der Volkshochschule angeboten, bei dem nicht nur Flüchtlinge das Radfahren lernen können. Weil man festgestellt hat, dass erwachsene Anfänger immer wieder Probleme mit dem Gleichgewicht halten haben, sollen auf Anregung von Bürgermeister Molt zunächst die Pedale abgeschraubt werden. „Dann können die Leute erst mal mit einem Laufrad üben“, sagt der Bürgermeister.

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