So hat es 2013 am damals noch nicht gebauten Fildertunnel ausgesehen. Foto: Archiv Michael Steinert

Bewohner von Stuttgart-Plieningen sorgen sich vor all den Lastwagen, die den Erdaushub der künftigen S21-Großbaustelle auf der Filderebene wegtransportieren werden. Der technische Leiter des Flughafenabschnitts nimmt hier Stellung.

Plieningen - Es ist erklärtes Ziel der Bahn, noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten am Flughafenabschnitt des Großprojekts Stuttgart 21 zu beginnen; so äußerte sich Matthias Breidenstein, technischer Leiter für diesen Abschnitt, auf Nachfrage unserer Zeitung. Ob es klappt, muss sich allerdings erst weisen, denn derzeit ist das Startdatum mit einem Fragezeichen versehen.

Zur Erinnerung: Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hatte Ende 2018 zwar nichts an den Plänen der Bahn zu bemängeln. Wohl aber an einem mit Stuttgart 21 verquickten Projekt: der geplanten Südumfahrung für Plieningen, die den äußeren Zipfel der Neuhauser Straße ersetzen soll. Hier sind nötige Abwägungen offenbar versäumt worden. Heißt: Die Vor- und Nachteile der Umfahrung sind laut den Richtern nicht hinreichend gegeneinander abgewogen worden. Auslöser für das Gerichtsverfahren war eine Klage des Naturschutzbundes Baden-Württemberg und der Schutzgemeinschaft Filder.

Bahn zeigt sich optimistisch

Seit dem 17. Januar liege die schriftliche Urteilsbegründung vor, sagt Matthias Breidenstein. Diese müsse nun geprüft werden. Die Bahn zeigte sich bereits Ende 2018 optimistisch, dass es durch das Urteil aus Mannheim höchstens zu einer marginalen Verzögerung kommt.

Von dieser Einschätzung weicht Breidenstein auch jetzt nicht ab. Wobei er betont, dass Prognosen unmöglich seien. Es sei schließlich unklar, ob eine der Klägerinnen Revision gegen das Urteil aus Mannheim einlegen wird.

Es werden Berge von Erde anfallen

Klar ist: Sobald es losgeht mit den Bauarbeiten auf den Fildern, werden Berge an Erde und Gestein anfallen. Die Plieninger machen sich bekanntlich Sorgen, dass all die Lastwagen durch den Ort fahren. Dies war bereits mehrfach zur Sprache gekommen. Er sei in regelmäßigen Gesprächen mit Andrea Lindel, der Plieninger Bezirksvorsteherin, erklärt Breidenstein zum Thema. Es gebe für die Lastwagen „keine klare Trassenregelung“, sagt der Bahn-Mitarbeiter. Seiner Vermutung nach würden die Lastwagen allerdings eher über die A 8 in Richtung Süden fahren. Denn dort befänden sich die meisten Steinbrüche. Daher mutmaßt er, dass die erste Straße, die eine Mehrbelastung spüren werde, die B 27 sei.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: