Die Piazza im Norden soll das neue Zentrum des Europaplatzes werden. Foto: z/Hofkammer

Am Europaplatz sind die Bagger angerollt. 24 Monate lang soll gebaut werden.

Fasanenhof - Die ersten Bagger hinterlassen ihre Spuren auf dem Europaplatz. „Wir haben mit dem Erdaushub begonnen“, berichtet Achim Geisbauer, der Geschäftsführer der Hofkammer Projektentwicklung (HKPE). Neben der Stuttgarter Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG) ist die Gesellschaft aus Ostfildern Investor am neuen Europaplatz.

Drei achtgeschossige sogenannte Punkthäuser mit insgesamt 47 Eigentumswohnungen baut die HKPE im Westen des Areals. Kosten: zwölf Millionen Euro. Mit dem Verkauf der zwei bis fünf Zimmer großen Appartements hat das Unternehmen bereits begonnen. „Die Nachfrage ist gut“, sagt Geisbauer. An die 40 Prozent der Wohnungen seien veräußert. Der überwiegende Teil der Interessenten komme aus dem Fasanenhof und den umliegenden Stadtteilen, darunter Familien, Ehepaare und Senioren.

Wohnen und Arbeiten auf einem Fleck

Die GWG investiert 65 Millionen Euro und plant unter anderem insgesamt 273 Mietwohnungen. „Wir beginnen mit der Vermarktung etwa fünf Monate vor Fertigstellung“, sagt Christian Holz vom Vorstand der GWG-Gruppe. Im Südwesten des 21 000 Quadratmeter großen Quartiers entstehen drei Mehrfamilienhäuser. In den oberen Etagen sind Mietwohnungen vorgesehen, im Erdgeschoss kleinteiliger Einzelhandel, die Räume des Bürgervereins, eine Kita sowie eine Geschäftsstelle der GWG. Im Norden wird ein Lebensmittelmarkt und ein Drogeriemarkt gebaut. „Wir befinden uns derzeit in den Abschlussgesprächen“, sagt Thomas Scheib von der Geschäftsleitung der GWG. Darüber werden Mieter in ihre Wohnungen einziehen.

Während der Investor davon ausgeht, dass in die Appartements im südlichen Teil des Quartiers vorrangig Familien einziehen werden, könnten über dem Einkaufszentrum eher Senioren oder Studenten ihre eigenen vier Wände haben. Als Eingangsportal des neuen Europaplatzes soll das sogenannte „Brückenhaus“ fungieren, das im Nordwesten des Geländes entstehen wird. In der ersten und zweiten Etage, sollen sich Ärzte mit ihren Praxen niederlassen können. Für das Erdgeschoss ist ein Restaurant mit einer Außenbestuhlung vorgesehen. „Über den Praxen entstehen Wohnungen“, sagt Scheib.

Von der Piazza im Norden zum Platz an der Stadtbahnhaltestelle im Süden verläuft ein Weg, der sogenannte Boulevard. Die Außenanlagen werden vom Büro Planstatt Senner geplant. Das komplette Quartier ist mit Ausnahme des Boulevards unterbaut. „Dort sind öffentliche Stellplätze für das Einkaufszentrum und private für die Mieter und Eigentümer vorgesehen“, sagt Scheib.

Der offizielle Spatenstich erfolgt Mitte Oktober

Wenn alles nach Plan läuft, will die GWG mit den restlichen Erdarbeiten im September beginnen. „Viel gegraben werden muss in unserem Fall nicht mehr, da wir durch den Abriss schon eine gewisse Tiefe erreicht haben“, erklärt Christian Holz. Von Mitte Oktober 2012 an sollen die Rohbauarbeiten folgen. Dann soll es auch einen offiziellen Spatenstich oder eine Grundsteinlegung geben. „Wir werden zunächst mit den Bauarbeiten im Süden und parallel im Osten beginnen“, erläutert Scheib. Schon jetzt laufen die restlichen Abbrucharbeiten. Zudem müssen Wasser- und Stromleitungen, Kabel und Kanäle verlegt werden.

Weil es lediglich eine Baustellenzufahrt gibt, sind die Bauarbeiten logistisch eine besondere Herausforderung. „Mit dem Bau des Brückenhauses werden wir daher erst zum Schluss starten“, sagt Scheib. 24 Monate, schätzt die GWG, wird es dauern, bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Die HKPE rechnet mit einem Abschluss zum Jahreswechsel 2013/2014.

Warum sich der Baubeginn hingezogen habe? „Das gesamte Bebauungsplanverfahren hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen“, sagt Holz. 2011 musste der Bebauungsplan angepasst und neu ausgelegt werden. Zudem mussten aufwendig Leitungen verlegt und ein Trafohäuschen abgebaut werden. „Das Projekt ist sehr komplex und vielfältig und entspricht der Größe eines mittelgroßen Neubaugebiets auf der grünen Wiese“, fügt er hinzu. Dass man auf dem Europaplatz keinen Fortschritt gesehen habe, bedeute nicht, dass nichts passiert sei, sagt auch Geisbauer.

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