Im Frühjahr wird die Startbahn am Stuttgarter Flughafen saniert. Foto: Flughafen Stuttgart

Für Reisende gibt es in diesem Frühjahr weniger Nonstop-Flüge ab Stuttgart. Grund ist eine Teilsanierung der Start- und Landebahn. Im gleichen Zeitraum ist auch die Schnellfahrstrecke nach Mannheim gesperrt.

Stuttgart - Mit den Temperaturen steigt die Reiselust, doch die Stuttgarter werden in diesem Frühjahr ausgebremst. Wegen Sanierungen der Start- und Landebahn wird es zeitweise direkte Langstreckenflüge wie zum Beispiel nach Atlanta im US-Bundesstaat Georgia nicht geben, Nonstop-Flüge auf die Kanaren, nach Ägypten, in die Türkei oder zu den griechischen Inseln fallen ebenfalls flach.

Landebahn zu kurz für große Flugzeuge

Grund dafür ist die Teilerneuerung der Start- und Landebahn am Flughafen. Dort muss die Betondecke im östlichen Teil der Runway erneuert werden. Den Flugzeugen steht daher von 23. April bis zum 17. Juni 2020 nur eine verkürzte Piste zur Verfügung. Die Arbeiten sollen in zwei Phasen ablaufen: Von 23. April bis 20. Mai 2020 bleibt den Flugzeugen in dieser ersten Phase eine Piste von maximal 1965 Metern Länge. Genug für innerdeutsche und nahe europäische Ziele, zu wenig für große Maschinen. „Delta Airways wird deshalb die Destination Atlanta nicht anbieten“, sagt Flughafensprecherin Beate Schleicher. Außerdem sind die Direktflüge von Stuttgart nach Istanbul oder Ankara (Türkei) von Turkish Airlines nicht im Flugplan. „Es war schwierig für uns, einen geeigneten Zeitpunkt für die Sanierung zu finden, denn im Winter sind die Bauarbeiten nicht möglich, im Sommer aber wären noch mehr Passagiere betroffen gewesen“, erläutert die Sprecherin.

Türkei, Kanaren und Ägypten nicht auf Flugplan

Das Reisebüro Explorer kann „die Destination Atlanta in dieser Zeit nicht als Direktflug anbieten, aber unsere Kunden scheuen den Flug ab Amsterdam nicht“, sagt Büroleiterin Gaby Sautter. Das ADAC Reisebüro hat größere Einbußen: „Von 23. April bis zum 20. Mai 2020 sind laut Auskunft der Tuifly elf Ziele nicht per Direktflug zu erreichen“, teilt Stefan Braunschweig vom ADAC Württemberg mit. Nicht angeflogen würden Patras in Griechenland, der Dalaman International Airport in der südlichen Ägais (Türkei), die Ziele Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und Lanzarote auf den Kanarischen Inseln, Hurghada und Marsa Alam in Ägypten, Madeira in Portugal sowie die beiden kapverdischen Inseln Boa Vista und Sal. „Unsere Reisebüroexperten rechnen deshalb mit einer spürbaren Delle bei den Buchungen“, sagt der ADAC-Sprecher.

Tuifly verweist auf Alternativen: „Die Fluggäste können auf Frankfurt ausweichen, ein Zug zum Flug ist bei all unseren Flügen automatisch dabei“, teilt die Unternehmenssprecherin mit. Auch Firat Yildiz vom Reisebüro Hegenloh in Stuttgart hält die Auswirkungen der Sanierungsarbeiten für überschaubar: Ziele auf Kreta oder in der Türkei bieten wir ab Frankfurt a. M. oder Nürnberg an, Mallorca gibt es durchgehend als Direktflug.“ Diese beliebten Destinationen würden die Fluglinien teils mit kleineren oder nicht voll beladenen Maschinen ansteuern, um trotz verkürzter Landebahn starten zu können, sagt die Flughafensprecherin Beate Schleicher.

Zu Pfingsten wieder mehr Ziele erreichbar

Für Urlauber, die zu den Pfingstferien mehrheitlich am Wochenende 29., 30. und 31. Mai verreisen wollen, sollen die Einschränkungen schon nicht mehr so groß sein. In der zweiten Bauphase (21. Mai bis zum 17. Juni) können die Flugzeuge laut Flughafen auf einer rund 2500 Meter langen Bahn starten und landen, so dass ab Stuttgart wieder weiter entfernte europäische Ziele wie beispielsweise die griechischen Inseln erreichbar sein sollen. Baustellenbedingte Flugplanänderungen sind nicht ausgeschlossen. Lisa Bruder vom City Air Terminal am Flughafen rät Fluggästen deshalb, allerspätestens eine Woche vorm Abflug bei der Airline nachzufragen. „Wir verständigen unsere Kunden und buchen für sie um, Online-Buchungsportale machen das nicht immer.“

Umleitungen auf den Bahnstrecken

Wer aus Stuttgart weg will, tut sich 2020 auch auf der Schiene schwer. Von 10. April bis 31. Oktober ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Stuttgart nach Mannheim gesperrt, weil Gleise, Weichen und Technik auf der Strecke erneuert werden müssen. Der Fernverkehr in Richtung Frankfurt und Köln wird deshalb über Schwetzingen–Bruchsal–Mühlacker umgeleitet, was laut Auskunft der Bahn zu einer Fahrzeitverlängerung von bis zu 45 Minuten (Stuttgart–Mannheim) führen wird. Außerdem kündigt die Bahn Zugausfälle an, weil die Kapazität auf den Umleitungsstrecken eingeschränkt ist – auch auf der Strecke Karlsruhe–Stuttgart: Die ICE-Linie 47 Düsseldorf–Stuttgart sowie die EC-Linie 62 Stuttgart–München entfallen, der ICE L22 aus Hamburg und aus Köln fährt nur noch nach Karlsruhe, nicht mehr nach Stuttgart, von Stuttgart nach Mannheim, nach Karlsruhe und nach Ulm gibt es statt im Halbstunden-Rhythmus nur noch Züge im Stundenrhythmus, in Mannheim werden Anschlüsse entfallen.

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