Die Gebäude Rotebühlplatz 2 und 4 sollen abgerissen werden. Foto: Lichtgut

Das Rätselraten, was mit zwei Häusern in prominenter Lage zwischen Rotebühlplatz und Königstraße passiert, hält schon seit Monaten an. Jetzt liegt bei der Stadt ein Bauantrag vor. Doch Klarheit bringt das für die bisherigen Mieter nur bedingt.

Stuttgart - Jetzt ist es offiziell: Die beiden Gebäude Rotebühlplatz 2 und 4 am Rande der Fußgängerzone, an der Ecke zur Königstraße, sollen weichen. „Dem Baurechtsamt liegt ein Bauantrag vor, der die Errichtung eines Geschäftsgebäudes mit Verkauf, Gas­tronomie und einem Boardinghaus mit 79 Apartments beinhaltet“, sagt Stadtsprecher Sven Matis. Zum Zeitplan oder den Chancen, dass der Antrag genehmigt wird, könne man nichts sagen.

Ein Boardinghaus stellt eine Mischform aus einem Hotel und Ferienwohnungen dar. Die ­Appartments dort werden normalerweise wochen- oder monatsweise an Leute vermietet, die sich gelegentlich für eine gewisse Zeit in der Stadt aufhalten und das Gefühl einer Wohnung haben wollen. Der Service kann sich dabei an einem Hotel orientieren oder auch sehr einfach sein. Ein prominentes Beispiel findet sich über den Dächern des Einkaufszentrums Milaneo. Im Hochhaus Cloud No. 7 werden 37 sogenannte Serviced Apartments angeboten. Dabei handelt es sich aber um Suiten mit luxuriösem Hotelservice.

„In der Innenstadt wäre das in dieser Form neu“, sagt Citymanager Sven Hahn. „Mir geht es um eine belebte Stadt. Wenn dort dann Menschen sind, die sich in der City aufhalten, ist das positiv.“ Was die geplanten Gastronomieflächen dort betrifft, hofft er aber darauf, dass sie stilvoll und mit genug Außenflächen gestaltet werden: „Das brächte Aufenthaltsqualität.“

Einige Mieter sind bereits ausgezogen

Nun sind die Pläne also klar – was das für die bisherigen Mieter bedeutet, ist aber trotzdem nicht ganz so eindeutig. Für viele von ihnen hieß es zunächst, dass in diesem Sommer Schluss sei. Einige sind deshalb bereits ausgezogen, die Häuser hängen voller Zettel mit Hinweisen auf neue Adressen. Nicht wenige aber sind immer noch da – und wissen auch nichts Genaues. „Wir können bis Jahresende bleiben, hat es geheißen“, sagt der Betreiber eines Imbisses. Ob die Pläne des neuen Hauseigentümers genau so wie geplant umgesetzt werden können, daran hat er Zweifel. Und er glaubt, dass bei der Mietzeit wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein könnte.

Ein Stück weit in der Luft hängt auch der beliebte Keller Klub im Untergeschoss. Dort hält man sich bedeckt. „Wir bleiben mindestens bis Ende des Jahres“, heißt es. Dem Club war schon mehrfach das Ende vorhergesagt worden. Im Kartenvorverkauf lassen sich Tickets für verschiedene Veranstaltungen in diesem Herbst kaufen. Auf der Internetseite findet sich derzeit allerdings lediglich eine Veranstaltung: eine Silvesterparty unter dem Titel „Totgeglaubte leben länger“. Verbunden mit dem Hinweis, dass nach einer Zeit der Unklarheit jetzt sicher sei, dass der Keller Klub „noch einige Zeit die Pforten offen halten wird“. Das letzte Kapitel dürfte also noch nicht aufgeschlagen sein.

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