Bastian Joas, Kapitän des Verbandsligisten TSV Weilimdorf, sagt im Interview, warum die Runde trotz des drohenden Abstiegs gut war. Und ein Ausblick auf das Saisonfinale am Samstag
Im Aufstiegsjahr war der Kapitän Bastian Joas Torschützenkönig der Landesliga-Staffel 2. In der Verbandsliga-Runde konnte er wegen einer Hüftverletzung nur wenige Spiele für den TSV Weilimdorf absolvieren. Mit der Partie am Samstag (15.30 Uhr) gegen den bereits feststehenden Meister Young Boys Reutlingen geht für die Nord-Stuttgarter die Runde nun zu Ende. Nur mit einem Sieg bliebe eine kleine Chance auf den Klassenverbleib, wie auch Joas weiß.
Herr Joas, was macht die Hüfte?
Seit einer Woche bin ich ohne Krücken. Habe noch leichte Schmerzen und einen ungleichen Gang. Ich brauche Geduld, muss mich mit Physio wieder aufbauen.
Sie haben nur zwölf Saisonspiele absolviert, aber die meisten Spiele gesehen. Wie hart war das Zuschauerdasein?
Sehr hart. Ich bin immer einer, der auf dem Platz stehen und die Mannschaft unterstützen möchte.
Hatten Sie als sozusagen verhinderter Kapitän dennoch die Möglichkeit, auf das Team einzuwirken?
Ich habe versucht, so gut es geht bei den Spielen aber auch im Training dabei zu sein. Mit den Spielern und den Trainern stand ich immer im Austausch.
Während die anderen Teams noch zwei Spiele zu absolvieren haben, steht den TSV Weilimdorf am Samstag die finale Partie ausgerechnet gegen den Meister Young Boys Reutlingen an. Ein Sieg muss her, um die theoretische Chance auf den Nichtabstieg zu bewahren. Was sagt ihr Gefühl?
Wir kommen aus einer Negativserie von vier Niederlagen. Dennoch habe ich ein gutes Gefühl, dass wir gewinnen können. Einerseits haben wir zuhause oft gepunktet, andererseits ist Reutlingen ja schon seit einiger Zeit Meister. Da wird die Spannung nicht mehr so hoch sein, vielleicht können wir das nutzen. Dann heißt es für den letzten Spieltag abwarten und hoffen, dass es auf mehreren Plätzen gut für uns läuft. Mehr können wir nicht mehr machen.
Sollte es bereits nach einem Jahr Verbandsliga wieder zurück ins Unterhaus gehen, was wären die Gründe?
Grundsätzlich ist die Ligakonstellation ein Witz. 17 Teams und die Abstiegsregion geht voraussichtlich bis zum Elften, der Zehnte spielt Relegation. Wir schließen mit einem Punkteschnitt von 1,2 oder 1,3 ab. Das ist normalerweise die Ausbeute eines Teams aus dem Mittelfeld und reicht ansonsten locker für den Nichtabstieg. Dementsprechend hat die Mannschaft eine sehr gute Runde gespielt. Den einzigen Vorwurf, den wir uns machen können, ist, diverse Spiele nicht nach Hause gebracht zu haben. Beispielsweise gegen Holzhausen und Schwäbisch Hall haben wir entscheidende Gegentore jeweils in der fünften Minute der Nachspielzeit bekommen, gegen das Schlusslicht Heilbronn den Ausgleich tief in der Nachspielzeit. Das sind nur vier Punkte, die wir verschenkt haben, die vielleicht schon frühzeitig den Nichtabstieg gebracht hätten.
Von verschiedenen Seiten ist als Einschätzung zu hören, dass die Personalie Manuel Fischer mit ein Grund für einen möglichen Abstieg ist. War das Hin und Her um den Meistertrainer, der dann aus gesundheitlichen Gründen hinwarf, entscheidend?
Das ist für mich reine Spekulation und kein Faktor für das Abschlusszeugnis. Sicherlich ist es nicht gut, wenn ein Trainer nach fünf Spieltagen hinwirft. Dazu kommt noch die Hängepartie um den Co-Trainer Oliver Stierle, bis ihn der Verein dann zum Cheftrainer befördert hat. Letztlich hat sich die Mannschaft als Team zusammengerauft, das gut verarbeitet und wie gesagt eine starke Runde gespielt – in Verbindung mit Oliver, der ins kalte Wasser geworfen wurde, und der einen tollen Trainerjob gemacht hat.
Sollte das Wunder ausbleiben, der Abstieg eintreten – wie geht es in Weilimdorf weiter?
Ich bin seit drei Jahren in Weilimdorf und habe verfolgen können, wie das Team zusammengewachsen ist, sich gefestigt hat. Der Verein beziehungsweise die Mannschaft stehen für Kontinuität, und der Kern des Kaders wird bleiben. Dementsprechend spricht bei einem Abstieg nichts dagegen, wieder vorne anzugreifen.
Dann mit Bastian Joas?
Noch ist nicht alles abschließend geklärt, aber ich gehe davon aus mit Bastian Joas.
Der TSV Weilimdorf vor dem letzten Saisonspiel
Die Ausgangslage ist klar für den TSV Weilimdorf vor dem letzten Saisonspiel am Samstag (15.30 Uhr) zu Hause gegen den Meister Young Boys Reutlingen: Nur ein Dreier hält die Hoffnung auf den Klassenverbleib am Leben. Dann muss das Team um Trainer Oliver Stierle die Daumendrücken, dass eine Woche später am insgesamt letzten Spieltag der Verbandsliga-Runde 2025/26 die Resultate den Nord-Stuttgartern in die Karten spielen.
Gleichwohl sind die Voraussetzungen für das finale Spiel am Samstag (15.30 Uhr) nicht gerade rosig: Zwei der zuverlässigsten Akteure der Runde – Abwehrspieler Erdinc Botzoglu und Torjäger Daniel Baierle – sind wegen einer Roten beziehungsweise Gelb-Roten Karte zum Zuschauen verdammt. Torhüter Matej Barisic fällt mit Gehirnerschütterung aus, für ihn steht wieder Joel Heske zwischen den Pfosten. „Wir müssen irgendwie gewinnen, eine andere Chancen haben wir nicht mehr“, weiß denn auch Weilimdorfs Coach Oliver Stierle.