Dwayne Evans kennt kein Pardon mit dem Korb. Foto: Baumann

Die Basketballer der MHP Riesen Ludwigsburg melden sich zurück. Eine Woche nach der bitteren Niederlage in München besiegte der Bundesligist Bayreuth deutlich mit 78:47.

Ludwigsburg - Der Mut zum Risiko hat sich ausbezahlt. Zumindest was das Titelbild für das Hallenmagazin der MHP Riesen Ludwigsburg angeht. Auf dem war am Samstag Dwayne Evans abgelichtet, der zuletzt nicht unbedingt seine stärkste Phase hatte. Bis Samstag, als er mit 16 Punkten zu Hause gegen Medi Bayreuth zum erfolgreichsten Werfer avancierte in einem recht eindrucksvollen Spiel, nach dem der Gäste-Trainer Raul Korner sichtlich bedient war: „Der Blick auf die Anzeigetafel erübrigt jede weitere Analyse.“ 78:47 war dort zu lesen, so dass auch der Bundestrainer Henrik Rödl auf der Tribüne zugeben musste: „Das war sehr stark – und sehr deutlich.“ Womit sich die Riesen nach der Niederlage in München eindrucksvoll zurückgemeldet haben. Zumal die Bayreuther mit der Empfehlung gekommen waren, die bisher offensivstärkste Mannschaft der Basketball-Bundesliga zu sein. Und dann? „Wir haben nicht das gezeigt, was wir können und uns vorgenommen haben“, sagte Korner. Was in diesem Fall aber mehr am Gegner lag, der auch für seine Verhältnisse eine wahnsinnige Intensität vorlegte und so den Bayreuthern keine Luft zum Atmen gab. „Wir haben uns von der Physis leider den Schneid abkaufen lassen“, räumte Korner ein. Und Rödl sagte: „John Patrick hat immer Mannschaften mit Gewinnermentalität.“

In dieser Saison ist diese besonders ausgeprägt. Der bisher mit einem Schnitt von rund 14 Punkten pro Spiel auftrumpfende Bayreuther Gabe York erzielte gerade mal einen Zähler. Weil es die Riesen schafften, ihn gar nicht erst zu seinen gefährlichen Distanzwürfen ansetzen zu lassen. „Von der Defensive her war das die Leistung eines Spitzenteams“, gab selbst der stets bremsende Patrick angesichts der Erfolgsserie von nun 22 Siegen in 25 Spielen zu.

„Es macht keinen Spaß, zu verlieren“

„Es macht keinen Spaß, zu verlieren“, hatte er nach dem Spiel zuvor in München betont und dies am Mittwoch zur Pause nochmals nachhaltig eingeimpft, als das Team in der Champions League in Saloniki zurücklag: „,Das sind nicht wir!’, habe ich gesagt. Dann hat’s klick gemacht.“ Jedenfalls ließ die Mannschaft in Saloniki danach nur noch 16 Punkte in 20 Minuten zu, nun 47 in 40 Minuten, das sind herausragende Werte. „Das wirkt schon sehr harmonisch“, sagte Rödl. Und hart, wenn’s sein muss. Natürlich birgt der Spielstil auch die Gefahr, dass mal ein Spieler mit fünf Foul vorzeitig ausscheidet, wie Justin Sears (15 Punkte) am Samstag. Aber der Kader ist in dieser Saison so breit besetzt, dass er gewisse Ausfälle verkraften kann. Gegen die Bayreuther beispielsweise hatte Adam Waleskowski nicht seinen besten Tag, dafür kam in der Schlussphase noch Florian Koch und machte in acht Minuten zehn Punkte – oder eben Evans. „Er spielte viel aggressiver als zuletzt“, sagte Patrick. Und antwortete in der Pressekonferenz auf die Frage, ob er nicht befürchte, dass die defensive Spielweise für die Zuschauer unattraktiv sei? „Nein!“ Bestes Beispiel war der spektakuläre Dreier von Adika Peter-McNeilly fast von der Mittellinie.

Mit 3744 Zuschauern war die MHP-Arena nach den üblichen Anlaufschwierigkeiten diesmal mit mehr als 80 Prozent ausgelastet. So viele werden es am Dienstag (20 Uhr) wohl nicht sein, selbst wenn in der Champions League der Titelverteidiger aus Teneriffa kommt. Das Titelbild auf dem Hallenheft ist dann übrigens noch das gleiche: Dwayne Evans – ob’s hilft?

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