„Dirkules“ steht vor seiner 21. NBA-Saison. Foto: AP

Dirk Nowitzki wird 40 Jahre alt. Und auch in diesem Sommer tut er das, was er schon mehr als sein halbes Leben macht: sich auf die NBA-Saison vorbereiten. Ob nach der 21. für den Würzburger Schluss ist?

Dallas - Noch weiß Dirk Nowitzki nicht, was am Dienstag in Dallas genau passiert. „Es wird eine Überraschungsfeier geben“, sagte der Basketball-Superstar. In seiner Wahlheimat ist zu seinem 40. Geburtstag eine Party geplant, die wohl „keine kleine, sondern eher eine richtig große“ wird. Zu sehr übertreiben wird es der Kapitän der Dallas Mavericks an seinem Ehrentag aber eher nicht. Denn er befindet sich mitten in der Vorbereitung auf seine 21. Saison in der nordamerikanischen Profiliga NBA. Ob es auch seine letzte wird?

„Ich möchte mir die Entscheidung über den Zeitpunkt meines Karriereendes offen halten. Mal sehen, wie es diese Saison läuft. Eine Abschiedstour ist nicht mein Ding“, sagte Nowitzki. Seinen 40. Geburtstag nennt er einen „Meilenstein“ und sagt: „Das ist toll, aber auch ein bisschen traurig, dass die Zeit so schnell vorbeigeflogen ist.“ Der NBA-Titel mit den Mavs 2011, die Olympia-Teilnahme 2008 als deutscher Fahnenträger sowie WM-Bronze 2002 und EM-Silber 2005 mit der Nationalmannschaft – Deutschlands bester Basketballer kann von vielen Highlights berichten.

Vorfreude auf die neue Saison

Dabei blieb er immer bodenständig, nahbar und ist nicht nur in Dallas ein Vorbild. Kein Europäer erzielte mehr NBA-Punkte als er, in seinen Glanzzeiten definierte er das Spiel des Power Forwards neu. „Ich freue mich und bin dankbar, dass ich in dieser Liga noch auf einem annehmbaren Level spielen kann“, sagte der gebürtige Würzburger, der noch einen Vertrag bis 2019 besitzt. Nach einer Knöchel-Operation vor gut zwei Monaten läuft in der Reha „alles nach Plan“, bis Saisonstart will der 13-malige NBA-Allstar „wieder topfit“ sein.

Sehr zur Freude der Mavericks, die ihm nach dem Rücktritt ein Denkmal vor der Halle errichten wollen. „Er spielt mit Herz, Hirn und Technik. Er ist ein Chirurg und dies ist seine Wissenschaft“, sagte Besitzer Mark Cuban über das Spiel des German Wunderkinds. Auch Bundestrainer Henrik Rödl verneigte sich vor seinem ehemaligen Mitspieler: „Dirk ist ein Phänomen von Anfang bis Ende. Wenn er keinen Spaß mehr am Spiel hätte, hätte er schon längst aufgehört.“

Doch das tut er einfach nicht. Nowitzki wird beim Saisonstart im Oktober einer von nur drei Spielern sein, der mindestens 40 Jahre alt ist. Nur Vince Carter (41) und Jason Terry (40) gehören noch zu diesem Kreis. Welchen Preis Nowitzki dafür zahlen muss? „Es braucht manchmal drei Massagen am Tag, das sehen die Leute nicht. Aber das ist mittlerweile nötig, um da draußen noch Spaß zu haben.“

Nowitzki sorgt sich um seinen Körper

Die jahrelange Schinderei hat Spuren hinterlassen. Dass Nowitzki mit einer Körpergröße von 2,13 Metern überhaupt noch in der Lage ist, auf höchstem Niveau mitzuhalten, ist erstaunlich. Doch der frühere Nationalspieler, der 2015 nach 153 Länderspielen aus der DBB-Auswahl zurücktrat, sorgt sich aufgrund der Folgen der Dauerbelastung. „Ich habe schon manchmal darüber nachgedacht, dass ich später wohl nicht mehr so mit meinen Kids im Garten rumspringen kann“, sagte Nowitzki.

Gemeinsam mit seiner schwedischen Ehefrau Jessica hat Nowitzki die drei Kinder Malaika, Max und Morris, bereut seinen Einsatz im Basketball aber nicht. „Dafür habe ich ja aber auch viel zurückbekommen über den Sport. Und damit meine ich nicht nur finanziell, sondern auch an unglaublichen Gänsehautmomenten und Freundschaften fürs Leben.“

Nowitzki spricht von einem „harten Sommer“, doch die Freude am Spiel ist sein Antrieb. Wenn das einmal nicht mehr so ist oder der Körper streikt, will er zurücktreten. Und wie geht es nach dem Karriereende weiter? „NBA-Trainer ist eher nichts für mich. Das bin nicht ich“, sagt Nowitzki. Individuelles Coaching mit Talenten könne er sich aber vorstellen. Da die Familie wohl in Texas bleiben wird, denkt er auch über eine doppelte Staatsbürgerschaft nach: „So wie es aussieht, liegt unsere nahe Zukunft hier. Da würde es schon Sinn machen.“

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