In der vergangenen Saison gab es zweimal das Derby in der Oberliga des TSV Malmsheim (in Schwarz) gegen die KSG Gerlingen. Foto: Andreas Gorr

Die Basketballerinnen des Vereins sind in die Regionalliga aufgestiegen, doch Trainerin Lisa Bonds muss den nach Abgängen dezimierten Kader aufrüsten. Die Suche auf Instagram und Facebook läuft.

Der Jubel war groß bei den Basketballerinnen des TSV Malmsheim, als Ende April der Aufstieg in die Regionalliga auf dem Silbertablett serviert wurde. Der Gegner in der Relegation, der TV Freiburg Herdern, hatte überraschend zurückgezogen und so kletterte der Vizemeister der Oberliga kampflos eine Etage höher.

 

Gut zwei Monate sind vergangen, die Euphorie über den größten Erfolg der Basketball-Abteilung Clubgeschichte ist längst verflogen wie der süße Duft eines Parfums im Sommerwind. Mittlerweile blickt Lisa Bonds ein klein wenig desillusioniert in die Zukunft wie ein Kind, dem man verraten hat, dass weder der Osterhase noch der Weihnachtsmann existiert.

„Wir befinden uns seit ein paar Wochen in der Saisonvorbereitung“, sagt die Trainerin, „aber der Kader hat nicht die Größe, die ich mir wünsche und die er haben sollte.“ Elf Spielerinnen ziehen mit auf dem Weg in die Regionalliga – die anderen des Vorjahres-Teams haben sich aus verschiedenen Gründen abgemeldet. Eine Spielerin ist weggezogen, eine schwanger, zwei erwägen einen Vereinswechsel, und Lisa Bonds gibt unumwunden zu: „Das tut uns schon weh.“ 14 Akteurinnen sollten es vor dem Saisonstart im September schon sein, so Bonds’ Ziel.

TSV nutzt alle Kanäle

Um neues Personal anzuwerben, geht der TSV zwar nicht auf Online-Jobbörsen wie Indeed oder Stepstone – aber selbstverständlich nutzen die Malmsheimerinnen das weltweite Netz: Auf den Social-Media-Plattformen Instagram und Facebook macht sich der Regionalligist hübsch für potenzielle Neuzugänge. Auch die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda soll den Engpass an Spielerinnen beheben. „Wir nutzen alle möglichen Kanäle“, sagt die Trainerin.

Viele höherklassige Clubs im Umfeld

Warum keine Basketballerin sich dem TSV Malmsheim anschließen will, ist nicht nur Lisa Bonds schleierhaft – der Club ist eine kleine Basketball-Hochburg im lokalen Bereich. Die Frauen spielen künftig in der Regionalliga, die zweite Mannschaft in der Oberliga, die dritte in der Landesliga. Bei einem so geballten Angebot hofften sie beim TSV auf eine Strahlkraft, die über die Renninger Gemarkung hinausreicht. „Wir hatten schon damit gerechnet, dass die eine oder andere es attraktiv findet, in der Regionalliga bei uns zu spielen“, sagt die Trainerin. Ein Grund könnte sein, dass es gleichklassige Konkurrenten in der näheren Umgebung gibt – SV Möhringen, MTV Stuttgart, PKF Titans Stuttgart und Basket Ludwigsburg liegen allesamt nicht mehr als 30 Kilometer von Malmsheim entfernt. „Es gibt tatsächlich viele Optionen für Spielerinnen, die auf höherem Niveau spielen möchten“, sagt Bonds, „aber wir geben die Hoffnung nicht auf.“ Mag sein, dass der TSV Malmsheim noch keinen so klangvollen Namen im Basketball besitzt, dass man ihn über den lokalen Radius hinaus hört.

Doppelspitze im Trainerteam

Immerhin eine Erfolgsmeldung ist von den TSV-Frauen zu vernehmen. Das Team hat einen zweiten Trainer gefunden – Dominik Rock wird gleichberechtigt mit Lisa Bonds die Mannschaft coachen. „Ich wollte schon lange jemanden neben mir, mit dem ich mich über Training und Taktik austauschen kann“, sagt die Trainerin, „deshalb bin ich froh, dass nun nicht mehr die gesamte Last alleine auf meinen Schultern ruht.“ Der langersehnte zweite Coach ist da, einen Kader mit 14 Spielerinnen sollten sie beim TSV Malmsheim doch zusammenbekommen. Es wäre ein echter Grund, wieder zu jubeln.