Die Basketballer des SV Fellbach verlieren am vergangenen Freitagabend bei den Akademieschülern in Neu-Um mit 82:88.
Als Tyseem Lyles rund acht Minuten vor Schluss zur 68:63-Führung für die Basketballer des SV Fellbach traf, schien alles für seine Mannschaft zu laufen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte sie sich im dritten Spielabschnitt gefangen, und die gastgebenden Akademieschüler aus Neu-Ulm waren bis dato aus der Ferne ohne nennenswerte Treffer geblieben. Das änderte sich am vergangenen Freitagabend jedoch im finalen Viertel. Jetzt traf Meissa Faye, mit insgesamt 26 Punkten der treffsicherste Werfer auf dem Feld, plötzlich seine Drei-Punkte-Würfe und sicherte seinem Team damit noch den 88:82-Sieg – und die Tabellenführung in der dritthöchsten Spielklasse Pro B. „Kleinigkeiten haben dieses Spiel entschieden. Es war unser Spiel, es war unsere Chance auf den zweiten Tabellenplatz. Die Niederlage tut richtig weh“, sagte Kristiyan Borisov, der Trainer des SV Fellbach.
Borisov ärgert sich über einen Pfiff der Unparteiischen
Mit Kleinigkeiten meinte der Coach sicherlich die zahlreichen vergebenen Freiwürfe, aber auch die schwache Ausbeute unter den Körben und die Unkonzentriertheit bei Korblegern. In Summe waren diese Kleinigkeiten eben keine Kleinigkeiten mehr. Da passte es ganz gut ins Bild, dass Kristiyan Borisov sich kurz vor dem Spielende, als sich doch noch eine Möglichkeit bot, das Spiel zu gewinnen, über eine Entscheidung der Unparteiischen ärgerte: „Das war der schlechteste Pfiff der gesamten Saison.“ Der Trainer des SV Fellbach weiß aber auch, dass seine Mannschaft genügend Chancen hatte, diese Begegnung mit eigenen Kräften für sich zu entscheiden.
Ein Akteur mit mehr Durchsetzungskraft fehlt
Tyseem Lyles und seine Mitstreiter zeigten eine ordentliche Vorstellung. Unter dem eigenen Korb waren sie allerdings zu oft unterlegen; vor allen mit Endurance Aiyamenkhue, 2,09 Meter groß, kamen sie nicht zurecht. Da fehlte aufseiten der Gäste ein Akteur mit mehr Durchsetzungskraft – einer wie Brian Butler zum Beispiel. Doch der 34-Jährige kam in dieser Saison aus privaten Gründen nur sporadisch zum Einsatz. Er soll künftig aber wieder eine prominentere Rolle spielen im Aufgebot des SV Fellbach.
Der Weg in die Aufstiegsrunde wird noch holprig sein
Anstatt auf den zweiten Platz zu klettern hat die Mannschaft um Kristiyan Borisov die Hinrunde dieser Pro-B-Liga am vergangenen Freitagabend mit 14 Punkten auf dem sechsten Tabellenrang beendet; punktgleich mit drei weiteren Teams und vier Zähler hinter dem Spitzenduo Orange-Academy und BBC Coburg. Damit kann der ambitionierte Trainer zufrieden sein, hat er doch vor dieser Saison fast eine komplette Mannschaft neu zusammenstellen müssen. Doch er weiß auch, dass der Weg in die Aufstiegsrunde noch holprig sein wird. Die ersten acht Teams qualifizieren sich auch heuer wieder für die Saisonverlängerung mit der Chance, am Ende in die zweite Liga Pro A aufzusteigen.
Am Samstag steht bereits das Rückspiel an
Das primäre Ziel von Kristiyan Borisov ist nach wie vor der Ligaverbleib, doch hat er trotz aller Widrigkeiten die SVF-Basketballer so geformt, dass sie sich mit den besten Mannschaften der Liga messen können. Die jungen Akademie-Schüler aus Neu-Ulm, die sich mitunter auch im Kader des Bundesligisten aus Ulm wiederfinden, zählen zu diesen Mannschaften. Da trifft es sich ganz gut, dass Kristiyan Borisov mit seinen Akteuren die Kleinigkeiten, die bei der jüngsten Niederlage nicht funktioniert haben, umgehend besprechen und korrigieren kann. Denn bereits am nächsten Samstag, 17.30 Uhr, steht zum Auftakt der Rückrunde das Rückspiel auf dem Programm. Da möchte der Coach in der heimischen Gäuäckerhalle I mit einem Sieg wieder einen Schritt nach oben machen im Klassement. Damit am Ende nicht nur der Ligaverbleib steht, sondern erneut die Teilnahme an den Aufstiegsspielen. SV Fellbach: Schlipf (22), Hanzalek (14), Lyles (14), Golder (12), Okafor (12), Rodrigues (4), Davis (2), Gerlinger (2), Billinger, Dickgiesser, Kolev.