Nico Hihn (links) und der SV Möhringen wollen nach zuletzt zwei Derby-Niederlagen am Sonntag gewinnen. Foto: Günter Bergmann

Die Regionalliga-Basketballer des MTV Stuttgart empfangen am Sonntag den SV Möhringen – wie sind die Voraussetzungen vor dem Derby?

26 Partien gilt es in der Regionalliga Südwest in dieser Saison pro Team zu bestreiten. Freilich, alle davon sind wichtig, manche aber noch wichtiger. Für die Clubs aus der Landeshauptstadt sind es die beiden direkten Begegnungen. Und an diesem Sonntag steht Teil eins des Stadtduells zwischen dem MTV Stuttgart und dem SV Möhringen an. Spielbeginn in der Halle West ist um 16.30 Uhr. Grund genug, mal genauer auf die Beteiligten zu schauen.

 

Die letzten Aufeinandertreffen Im November vergangenen Jahres kam es zum Duell zwischen den beiden Regionalliga-Basketball-Teams aus der Landeshauptstadt – es war das erste seit mehr als 30 Jahren. Es ging eng zu, doch der SV Möhringen als Aufsteiger musste sich vor heimischem Publikum dem MTV Stuttgart knapp mit 65:74 beugen. Ganz und gar nicht knapp verlief das Rückspiel. Der Favorit vom Kräherwald siegte mit 91:73. Die Partie wurde zur Gala von MTV-Punktegarant Vasileios Lampropoulos. Der Grieche beeindruckte mit 39 Punkten.

Die Trainer Der 39-jährige Anestis Fesatidis ist als hauptberuflicher Basketballcoach beim MTV Stuttgart für den gesamten männlichen Bereich zuständig, trainiert neben den Männern auch noch die U 18. Möhringens Sascha Klatt ist 43 Jahre alt, seit 2010 in unterschiedlichen Positionen bei den SV-Basketballern tätig und arbeitet als Projektleiter im Marketing. Seit dieser Runde ist er wieder Männertrainer und verantwortet im Abteilungsteam den Bereich Leistungsmannschaften.

Zielsetzung vor Saisonbeginn Wie in den Jahren zuvor peilt der MTV Stuttgart erneut Platz vier nach der Hauptrunde an, gleichbedeutend mit der Play-off-Teilnahme. Derweil backt der Lokalrivale von den Fildern kleinere Brötchen – für ihn zählt auch im zweiten Jahr nach dem Aufstieg ausschließlich der Nichtabstieg. „Wir spielen als reines Amateurteam mit beschränkt finanziellen Mitteln in einer semiprofessionellen Liga“, sagt der Coach Klatt. Doch der Klassenverbleib sei „ein realistisches Ziel“.

Tabellensituation Nach sechs Spieltagen klafft beim MTV – mal wieder – eine große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Aktuell fehlen auf den angestrebten Tabellenplatz vier nach zwei Siegen und vier Niederlagen sechs Zähler. Grund dafür ist aus Sicht von Coach Fesatidis vor allem „das schlechte Defensivverhalten“. Bei seinem Team spricht er von braven Buben, habe man bislang ligaintern doch die geringste Anzahl an Fouls und die zweitschlechteste Rebound-Statistik aufzuweisen. In Sachen mehr Führungsspieler sind die Seinen ein Stück weiter als in der Vorsaison, aber noch nicht so weit, wie sich Fesatidis das erhofft hatte. Bislang waren die Seinen hauptsächlich vom Top-Shooter der vergangenen Jahre, Vasileios Lampropoulos, abhängig. Nun hat man in Marco Lavric immerhin einen zweiten treffsicheren Akteur, der aktuell sogar zielsicherer als Lampropoulos ist. Die Bilanz bei Möhringen sieht noch magerer aus. Nach sechs Spielen steht erst ein Sieg zu Buche, der am vergangenen Spieltag gegen das Schlusslicht Karlsruhe eingefahren wurde. „Es war wichtig, die Null vom Konto zu nehmen“, sagt Klatt. Grundsätzlich beängstige ihn die Situation nicht. Es seien noch 20 Spiele zu bestreiten und die Automatismen im Team würden immer besser greifen. Das stimme ihn zuversichtlich.

Die Topspieler Aufseiten der Kräherwald-Werfer stechen die beiden besten Punktesammler Marco Lavric (17,8 pro Partie) und Vasileios Lampropoulos (15,8) hervor, auf Möhringer Seiten ist es Nico Hihn, der im Schnitt 17,2 Zähler auf die Anzeigetafel bringt.

Wovor hat die eine Seite bei der jeweils anderen am meisten Respekt? Man dürfe die Möhringer nicht in Fahrt kommen lassen, denn sie seien dann – vor allem die Brüder Nico und Ruben Hihn – nicht mehr zu stoppen, so Fesatidis. „Sie dürfen sich nicht wohlfühlen und frühzeitig einfache Körbe erzielen.“ Möhringens Coach Klatt ist beim MTV vor allem von dessen „gut strukturiertem und diszipliniertem Offensivspiel“ angetan. Man bekomme dann ein Problem, wenn bei Gegner das Teamplay funktioniere und zudem Lampropoulos das Spiel übernehme. Das gelte es zu vermeiden.

Personelle Situation Der MTV muss auf zwei seiner Größten verzichten. Der Power Forward Quentin Kunst fehlt bislang wegen eine Knieverletzung, ist auf dem Weg der Besserung, ein Einsatz am Sonntag kommt aber wohl noch zu früh. Der Center Marco Josipovic ist studienbedingt sogar ganz raus. Möhringens Sascha Klatt klopft indes auf Holz: Stand jetzt habe er die volle Kapelle zur Verfügung.

Herr Fesatidis, ihr Team gewinnt weil. . . „wir wissen, was wir zutun haben, sprich die Möhringer Schlüsselspieler ausschalten und vorne die richtigen Entscheidungen treffen.“

Herr Klatt, ihr Team gewinnt, weil. . .  „wir einen Weg finden werden, wie wir über die Defensive ins Spiel beziehungsweise in den Flow kommen werden.“