Tröt, tröt, tröt: Trainer Steve Kerr gibt seinem Star-Spieler Stephen Curry Anweisungen. Foto: AP

Der Trainer der Golden State Warriors, Steve Kerr, hat seinen Spielern für einen Tag das Kommando überlassen. Begründung: „Sie sind von meiner Stimme gelangweilt. Ich bin von meiner Stimme gelangweilt.“

Oakland - Ihr Chef redet gern? Das kann dauern – und ermüden. Und die Einsicht, dass nicht alles totgequatscht werden muss, hält sich meist in Grenzen. Doch es gibt Ausnahmen: Steve Kerr zum Beispiel, einst Basketball-Profi bei den Chicago Bulls und seit 2014 Trainer der Golden State Warriors, mit denen er in drei Jahren zweimal Meister wurde. Beim Spiel des Titelverteidigers gegen die Phoenix Suns am Sonntag überließ Kerr das Coaching seinen Spielern. „Sie sind von meiner Stimme gelangweilt. Ich bin von meiner Stimme gelangweilt“, sagte er zu Begründung: „Ich musste versuchen, mein Team wieder zu erreichen. Ich habe es im vergangenen Monat nicht erreicht.“

Andre Iguodala, David West und Draymond Green übernahmen die Traineraufgaben, die Warriors gewannen 129:83, und Kerr war zufrieden. „Die Spieler müssen sich aufeinander verlassen können und nicht meine Stimme hören. Sie klingt wie bei Charlie Browns Lehrerin. Sie brauchten eine andere Stimme.“ Falls ihr Chef wie Charlie Browns Lehrerin klingt, jenes sagenumwobene, nie sichtbare Fräulein Othmar, deren Stimme trötenhaft aus dem Off kommt – sollten sie vielleicht über eine Basketball-Karriere nachdenken und eine Bewerbung nach Oakland schicken.

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