Niko Tokas (Mitte) muss beim SV Leonberg/Eltingen einige offene Baustellen beackern. Foto: Pressefoto Baumann

Der SV Leonberg/Eltingen schlägt den TSV Kupferzell mit 82:74, zeigt aber weiterhin einige Schwächen. Trainer Niko Tokas ärgert sich über die Leistung in der Defensive.

Niko Tokas konnte sich über den zweiten Saisonsieg seiner Basketballer nicht uneingeschränkt freuen, zu viele Schwächen hatte der SV Leonberg/Eltingen beim 82:74 im Duell gegen den TSV Kupferzell offenbart. „Wir haben in den letzten Wochen immer wieder über genau dieselben Geschichten geredet“, prangert der Trainer an. Vor allem in der ersten Hälfte hatte seine Mannschaft sich defensiv enorm anfällig gezeigt, zudem auch vor dem gegnerischen Korb einfache Punkte verschenkt.

 

Mit einem Rückstand von 35:42 gingen die Gastgeber in die Pause, entschieden das Spiel erst spät. Die Gäste in den kupferroten Trikots boten lange Paroli, im finalen Viertel holte der SV zwölf Punkte mehr als der TSV und sicherte sich einen knappen Heimerfolg. Gerade die Defensive fing sich nach der Pause, kassierte zehn Punkte weniger als davor.

Trainingsleistung spiegelt sich nicht im Spiel wider

Trainer Tokas ärgerte sich dennoch, und betonte, dass die Trainingsleistung stimme, die Mannschaft sie jedoch noch nicht auf das Spiel übertrage. Die Offensive zeigte flüssige Spielzüge, Tokas meint dazu: „Teams in der Liga können uns nicht stoppen. Wir machen, was wir wollen; wir kriegen die Würfe, die wir wollen, aber wir treffen sie halt nicht. Wenn diese Quoten so katastrophal sind, dann tut uns das die ganze Zeit weh.“

Niko Tokas fordert defensive Disziplin. Foto: Pressefoto Baumann

Eigentlich legt Tokas vor allem Wert auf die Defensive: „Ich liebe es, den Spielrhythmus und den Spielausgang über die Verteidigung zu kontrollieren.“ Das war schon zu seiner aktiven Zeit der Fall, er war damals schon „zu stolz, um den Gegner scoren zu lassen“, erzählt der SV-Coach. Entsprechend frustriert ihn die Abwehrschwäche seines Teams. „Wir kriegen es nicht hin, in der Verteidigung Disziplin aufzubauen“, bemängelt er. Würde dies gelingen, könne man dadurch auch die offensiven Mängel ausgleichen.

Jugendförderung mit Leistungsprinzip

In der Liga, die er als „enorm ausgeglichen“ bezeichnet, rechnet er seine Mannschaft zu den Top-Teams, sofern sie ihr Potenzial abruft. Selbiges haben auch die Jugendspieler im Kader des SV, der 16-jährige Tobias Weis hat sich zum Stammspieler gemausert, drei weitere Teenager saßen gegen Kupferzell auf der Bank. Tokas will die Jungen fördern, nicht aber um jeden Preis. „Ich werde jetzt den Teufel tun und einem 15-jährigen 25 Minuten geben, während ein Leistungsträger von mir fit ist“, sagt er, „es gibt ein paar junge Leute, die sich aufdrängen im Training, aber wenn die Leistungsträger da sind, spielen die.“