Ausländische Fachkraft mit Zug zum Korb: Ivan Kuzman Foto: Patricia Sigerist

Die Saison ist zu Ende, der SV Fellbach bleibt in der Regionalliga Südwest: Mehr Klarheit hat der Abteilungsleiter Andreas Tsiminos nicht, wenn er versucht, die finanzielle und personelle Basis für kommende Aufgaben zu schaffen.

Fellbach - Das Derby gegen den MTV Stuttgart am 8. März (63:72) hat dem Basketball-Regionalligisten SV Fellbach zwar sportlich eine Niederlage, aber immerhin auch noch einmal ein paar Zuschauereinnahmen beschert. In der Woche darauf hat der Deutsche Basketball-Bund (DBB) dann aufgrund der grassierenden Coronaviren den Spielbetrieb der Saison 2019/2020 in allen Ligen vorzeitig für beendet erklärt. Eine Ausnahme ist die höchste Klasse bei den Männern, da gibt es momentan noch eine winzige Hoffnung, dass die Meisterschaft vielleicht doch noch zu Ende gespielt werden kann.

Der litauische Coach hat sich Anfang der Woche auf den Weg nach Irland gemacht, wo er schon seit einigen Jahren seinen Lebensmittelpunkt hat

Für die Korbjäger des SVF ist die vierte Spielzeit in der Regionalliga Südwest (vierthöchste Liga) mit zehn Siegen, 13 Niederlagen und bei drei noch ausstehenden Partien auf dem zehnten Rang unter 14 Mannschaften zu Ende gegangen. Das Ziel hatte vor Saisonbeginn noch gelautet, mit einen Platz unter den ersten fünf das bis dahin beste Abschneiden seit dem Aufstieg zu realisieren. Das ist misslungen, wenngleich die Fellbacher mit Siegen in den verbleibenden Begegnungen noch um ein paar Plätze nach oben hätten klettern können. „Natürlich muss man dieses ungewöhnliche Ende in die Bewertung mit einbeziehen und ebenso unsere heftigen Verletzungsprobleme. Trotzdem sind wir nicht zufrieden, das gilt für die Mannschaft, für mich persönlich und für unseren Trainer Ignas Sijanas“, sagt der Fellbacher Basketball-Abteilungsleiter Andreas Tsiminos.

Voraussichtlich im Juli will Ignas Sijanas ins Schwabenland zurückkehren

Der litauische Coach hat sich Anfang der Woche auf den Weg nach Irland gemacht, wo er schon seit einigen Jahren seinen Lebensmittelpunkt hat. Voraussichtlich im Juli will er ins Schwabenland zurückkehren – in der Hoffnung, dass er dann mit der Vorbereitung auf seine zweite Saison als Verantwortlicher beim SV Fellbach beginnen kann und die neue Spielzeit planmäßig im Herbst beginnen wird. „Wir haben noch keinen Vertrag unterschrieben, aber wir sind uns zu 95 Prozent einig darüber, dass wir zusammen weitermachen wollen“, sagt Andreas Tsiminos. Wie ernst es Ignas Sijanas mit einer Verlängerung seines Engagements ist, beweist die Tatsache, dass er schon angekündigt hat, sich von Irland aus nach potenziellen Zugängen umschauen zu wollen.

Besonders interessant ist schon jetzt die Frage, welche der ausländischen Fachkräfte im Herbst noch im Fellbacher Trikot auflaufen werden

Personalplanungen würde auch Andreas Tsiminos gerne in den nächsten Wochen machen, allerdings lässt ihm die derzeit völlig unklare Lage in der Welt – und dadurch auch in der Sportwelt – nur wenige Möglichkeiten. „Die einzige Klarheit, die ich habe, ist die, dass wir weiterhin in der Regionalliga spielen werden, wenn die Hallen wieder offen sind und es irgendwann mit dem Spielbetrieb weitergehen wird. Ich kann aber zurzeit weder mit Spielern noch mit Sponsoren über irgendwelche Daten oder Zahlen reden, weil es da keine gibt“, sagt Andreas Tsiminos. Der Fellbacher Basketball-Chef hofft, dass die bisherigen Unterstützer aus der Wirtschaft der SVF-Abteilung auch weiterhin die Treue halten werden.

Besonders interessant ist schon jetzt die Frage, welche der ausländischen Fachkräfte im Herbst noch im Fellbacher Trikot auflaufen werden. Halten würde Andreas Tsiminos gerne alle vier: den US-Boy Andre William („Scooter“) Gillette, den Kroaten Ivan Kuzman und die beiden Litauer Titas Klevinskas und Vilius Sermokas; letzterer ist in der nun vorzeitig beendeten Saison erneut lange verletzt ausgefallen. Alle vier haben einen Arbeitsplatz in Fellbach und Umgebung und sind deshalb – trotz des Abbruchs des Ligabetriebs – noch nicht in die Heimat gereist. Den Zugängen Ivan Kuzman und Titas Klevinskas würde Andreas Tsiminos gerne eine weitere Chance geben, ihr Können zu zeigen: „Beide hatten ein paar Eingewöhnungsprobleme. Zuletzt sind sie aber immer wichtiger geworden. Ich kann mir vorstellen, dass sie uns mit einer kompletten gemeinsamen Vorbereitung noch viel Freude machen werden“, sagt Andreas Tsiminos. Wann allerdings mit den vier sogenannten Importspielern Verhandlungen geführt werden können, wann die Hallen wieder fürs Training geöffnet sind und wann der Verband einen Plan hat, wie es weitergehen soll, ist noch völlig offen.

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