Tina Hauch spielt in Malmsheim Basketball, in Münchingen Fußball – und hilft dort zur Not auch mal im Tor aus. Foto: Andres Gorr

Das 27-jährige Multi-Talent geht für den TSV Malmsheim in der Oberliga auf Korbjagd. Seit zwei Jahren hat Tina Hauch auch ihre Liebe für den Fußball entdeckt. In der Landesliga kickt sie für den TSV Münchingen.

Renningen/Korntal-Münchingen - Einmal die Besten der Zunft hautnah und live mitzuerleben, ist der Traum vieler Sportler. Einmal im Mittelpunkt von zigtausend Zuschauern zu stehen und sich wie ein Profi zu fühlen, bleibt den meisten verwehrt. Für die Basketballerin und Fußballerin Tina Hauch hingegen ist beides wahr geworden. Bei einem Mitternachtsturnier in Stuttgart setzte sie sich vor zwei Jahren in einem Basketballwettkampf als einzige Frau gegen acht Männer durch. Es ging darum, bei jeweils zwei Würfen von der Dreipunktlinie und von der Mittellinie so viele Treffer wie möglich zu erzielen. Der Lohn der Anstrengungen: eine Reise nach New York zu den Harlem Globetrotters.

Die heute 27-Jährige durfte sich im Madison Square Garden mit dem US-amerikanischen Kult-Basketball-Team aufwärmen und in der Halbzeitpause des Spiels, angefeuert von mehreren tausend Zuschauern, noch einmal an einem Gewinnspiel teilnehmen. Auch wenn ihr dort ein weiterer Triumph verwehrt blieb, war der Trip für die leidenschaftliche Basketballerin ein unvergessliches Erlebnis: „Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn einem so viele Leute zujubeln. Man fühlt sich wie ein Profi. Auch das Spiel war spektakulär, davon werde ich noch meinen Enkeln erzählen“, schwärmt Hauch, die seit über zehn Jahren erfolgreich Basketball spielt.

Vor knapp zwei Jahren hat sie zudem die Liebe zum Fußball entdeckt. Auf Torejagd geht sie beim Landesligisten TSV Münchingen, wenn sie nicht – aushilfsweise – auch mal im Tor steht. „Basketball ist inzwischen Routine geworden. Ich wollte etwas Neues ausprobieren und bin auf den Fußball gestoßen. Ich mache das eher zum Spaß und habe keine großartigen Ambitionen mehr“, erklärt sie ihren Sinneswandel. Inzwischen genießt der Rasen höhere Priorität als das Parkett.

Einmal pro Woche trainiert sie in Malms­heim, ihre Münchinger Teamkolleginnen begrüßen sie zweimal wöchentlich – sehr zum Leidwesen ihrer Basketball-Trainerin, die sie gerne öfter sehen würde. „Auch wenn sie selten im Training ist, schlägt sie sich sehr gut, weil sie durch ihre enorme Erfahrung einiges ausgleichen kann. Dennoch kann man die Abstimmung mit den Mitspielerinnen natürlich noch verbessern“, sagt Annett Hermann über Hauch, die mit im Durchschnitt 11,4 Punkten pro Spiel zweitbeste Werferin ihres Teams in der bereits abgelaufenen Oberliga-Runde geworden ist. Außerdem wurde die 1,62 Meter große Aufbauspielerin ligaweit fünftbeste Drei-Punkte-Werferin mit durchschnittlich 1,8 gelungenen Versuchen pro Spiel. Nicht nur deshalb bezeichnet sie Hermann als „Schlüsselspielerin“ des Oberligisten, der auf der Zielgeraden noch den Klassenerhalt geschafft hat. Dabei begann Hauch die Saison aus Zeitgründen in der zweiten Mannschaft und erkläre sich nach dem Kreuzbandriss einer Aufbauspielerin dazu bereit, in der Ersten auszuhelfen.

Ihre Karriere begann Hauch in Möhringen, wo sie ihre Kindheit verbrachte. Beim SVM schaffte sie es bis in die Regionalliga. Als sich der zeitliche Aufwand nicht mehr mit der Arbeit unter einen Hut bringen ließ, wechselte die Referentin bei einer Versicherung zum TSV Malmsheim. Dort kam auch der Kontakt zum Fußball zustande. Als die Mannschaft wegen Spielerinnenmangels aufgelöst wurde, wechselte Hauch nach Münchingen – und schlug dort direkt ein. So wie im Basketball wird es dort aber aller Voraussicht nach kein Happy End geben. Der Abstieg ist drei Spieltage vor Saisonende kaum noch abzuwenden.

Für Trainer Martin Reichert war der Neuzugang dennoch ein Glücksgriff: „Sie ist klein und quirlig und gibt immer alles. Außerdem kann sie vom Torwart bis zur Stürmerin alles spielen.“ Hauchs Lieblingsposition bleibt allerdings der Angriff. „Dort kommt mir vor allem meine Übersicht als Aufbauspielerin im Basketball zugute. Auch wenn es technisch noch ein bisschen fehlt, kann ich das durch meine Schnelligkeit wieder gut machen.“

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