Bester Werfer seines Teams: Der Ludwigsburger Elgin Cook gegen Steve Wachalski Foto: Baumann

Starke Leistung von Basketball-Bundesligist MHP Riesen Ludwigsburg: Das Team von Trainer John Patrick startet mit einem klaren 104:85(53:43)-Sieg über Bayreuth ins Viertelfinale der Play-offs.

Ludwigsburg - Alles auf null, heißt es in den Play-offs. Es ist die fünfte Jahreszeit im Basketball, aber auch die schwierigste. Die drei Siege aus den bisherigen vier Saisonduellen gegen medi Bayreuth waren also Makulatur für die MHP Riesen Ludwigsburg zum Auftakt der heißen Saisonphase, vor der der Riesen-Trainer John Patrick betont hatte: „Wir haben den Heimvorteil, den wollen wir verteidigen.“ Gesagt, getan! Mit einem deutlichen 104:85 (53:43) fegten die Riesen den Gegner vor 3244 Zuschauern aus der Halle, obwohl sie ohne nominellen Center aufliefen, nachdem sich Patrick auf der letzten Ausländerposition gegen Jacob Wiley und für den 1,88 Meter Guard Justin Senglin entschieden hatte.

„Es gibt keine Ausreden“, lautete das Motto des Spielmachers Kerron Johnson. Auch nicht die Dauerbelastung nach mehr als 60 Pflichtspielen in der Saison. Coach Patrick: „Das ist unmenschlich.“ Während seine Mannschaft am vergangenen Wochenende noch beim kraftraubenden Final Four der Champions League in Athen unterwegs waren, hatte Bayreuth daheim zehn Tage Zeit, sich in Ruhe vorzubereiten und Blessuren auszukurieren. „Das haben wir auch gebraucht, aber wir konnten diesen Vorteil leider nicht nutzen“, gab der Gäste-Trainer Raul Korner zu. Patrick dagegen wusste: „Wir müssen nach der tollen Erfahrung in Athen schnell umschalten und uns darauf fokussieren, wie wir das Spiel gewinnen können.“

Das tat seine Mannschaft, die wie entfesselt loslegte und um jeden Ball kämpfte, als ginge es bereits ums Überleben. Drei Minuten vor Ende des ersten Viertels betrug der Vorsprung satte 18 Punkte (26:8), doch sechs Dreier in Serie hielten die Bayreuther nicht nur am Leben, sie wirkten wie kleine Nadelstiche; plötzlich hieß es nur noch 34:29. Akupunktur war auf der Gegenseite angesagt: Patrick zog seine Rotation mit neun Spieler konsequent durch und das Team ließ den Ball gut laufen. Fünf Mann trafen zweistellig, am besten davon Elgin Cook (26), danach folgte Thomas Walkup (19/ohne Fehlwurf) sowie der absolut zuverlässige Oldie Adam Waleskowski (17). „Unsere Physiotherapeuten haben diese Woche einen tollen Job gemacht“, lobte John Patrick. „Und die Kulisse hat uns auch geholfen.“ Erstmals in dieser Saison wurden in der Fan-Kurve lediglich Stehplätze installiert, was die Kapazität erhöht, aber vor allem die Stimmung.

Vor dem Spiel hatte es kurz sogar so ausgesehen, als ob Nationalmannschaftscenter Johannes Thiemann unter den Augen von Bundestrainer Henrik Rödl sein überraschendes Comeback geben könnte, doch es blieb bei ein paar Wurfversuchen. „Es ist erstaunlich wie schnell der Heilungsprozess nach seinem Muskelriss verläuft“, sagt der Trainer. „Aber er hat noch kein grünes Licht.“ Doch die fünfte Jahreszeit ist ja noch lange nicht vorbei, sie wartet mit maximal fünf Spielen pro Serie auf. Vielleicht reicht es für Thiemann, der mit seinem Ex-Club Bamberg in Verbindung gebracht wird, ja noch zu mehr als dem Schaulaufen. Wer weiß – John Patrick zuckt jedenfalls schon mal vielsagend mit den Schultern.

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