Bundestrainer Gordon Herbert hat die Medaille als Ziel ausgegeben. Foto: dpa/Soeren Stache

Deutschland hat Bronze bei der Basketball-EM geholt – und der Sportart damit einen Schub gegeben.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Mit diesem Ohrwurm hatten die Höhner 2007 die deutschen Handballer musikalisch auf die Heim-WM eingestimmt – letztendlich erfolgreich auf den Titel. Die Kölner Kultband war auch während der Gruppenphase der deutschen Basketballer omnipräsent, zumindest viral. Schon in der Lanxess-Arena übertrug sich die Magie der Musik auf die Basketballer, bis nach Berlin – und dort zu Bronze.

 

Wer hätte das vor dem Turnier gedacht? Nur Optimisten wie Bundestrainer Gordon Herbert, der eine Medaille als Ziel vorgab, womit die Sammlung nach Gold (1993) und Silber (2005) nun komplett ist. Die Mannschaft hat die Vorgabe umgesetzt, weil sie über das gesamte Turnier auf einen breiten Kader und eine funktionierende Defensive bauen konnte. Mit Anführern wie Dennis Schröder, aber auch mit Rollenspielern wie Jonas Wohlfarth-Bottermann. Im Halbfinale hat das Team in Spanien seinen Meister gefunden, wobei nur Kleinigkeiten den Unterschied gegen die Spieler aus der NBA und der stärksten Liga Europas ausmachten. Diese Niederlage war keine Schande, auch wenn der Traum vom ganz großen Coup versagt blieb. Doch Platz drei ist mehr als ein Mosaikstein, eher ein Meilenstein.

Und jetzt? Der Basketball hat sich eine gute Ausgangsposition verschafft, Interesse geweckt bei Sponsoren und Zuschauern. Alles Weitere muss sich zeigen und ist kein Selbstläufer. Zumindest hat RTL die Sportart noch im Free-TV der breiten Masse zugänglich gemacht, nachdem ARD und ZDF dem deutschen Team einen Korb verpasst hatten. Ansonsten galt: Die Mannschaft hat am Brett dominiert – und ihre Chance genutzt.