Mächtiges „Verkehrsaufkommen“ unterm Korb: Unter anderem versucht MTV-Akteur Paolo Tosi (Nummer 22), Möhringens Petros Tzikas am Wurf zu hindern. Foto: Günter Bergmann

Die Basketballer vom Kräherwald gewinnen das Stadtderby der 1. Regionalliga beim SV Möhringen mit 81:76.

Die Spannung war 3,35 Minuten vor der Schlusssirene am Siedepunkte. Nico Hihn gelangen just in diesem Moment zwei seiner insgesamt 25 Punkte. Wichtige Punkte, stellten sie doch nach ständigem Hinterherhinken den 73:73-Ausgleich für den SV Möhringen im Stadtduell mit dem MTV Stuttgart dar. Doch direkt danach folgte der Spannungsabfall und die Gäste vom Kräherwald siegten letztlich recht unaufgeregt mit 81:76 (44:35). Sehr emotional und durchaus sehr aufgeregt verliefen indes die letzten Minuten für die Hausherren.

 

Doch wie kam es zum schlagartigen Spannungsabfall kurz vor Schluss? Nach dem Ausgleich nahm der MTV-Coach Anestis Fesatidis eine Auszeit, um einerseits den Spielfluss der Hausherren zu stoppen, andererseits die Seinen wieder auf Kurs zu bringen und sie zu bestärken: „Ruhe bewahren, wir gewinnen das Spiel“, sagte er. Dass die restliche Zeit für den emotional an der Seitenlinie agierenden MTV-Coach aber recht gechillt verlaufen würde, das konnte er nicht erahnen.

Zuerst setzte „Vielspieler“ Alois Mounier – er war 36 Minuten auf dem Parkett – einen Dreier durch das Netz, danach legte Marko Lavric für die Gäste zwei weitere Zähler zur 78:73-Führung nach. Nico Hihn verkürzte noch mit einem Freiwurf auf 74:78. Danach hatten die Gastgeber die Möglichkeit weiter aufzuschließen, wurden aber gestoppt – in den Augen von Ruben Hihn auf Kosten eines Fouls, was er dem Schiedsrichter mehrmals lautstark mitteilte. Dieser sprach ihm deshalb ein technisches Foul und dann noch eines aus. Zwei weitere kamen hinzu, weil auch Hihns Mitspieler alles andere als mit der Entscheidung einverstanden waren. Ebenso auch nicht Gastgeber-Coach Sascha Klatt, der sich dadurch um die möglich Siegchance gebracht fühlte. „Es überwiegt der Frust, auch über die Schiedsrichter, die am Ende in den Spielausgang unfassbar vehement eingegriffen haben“, konstatierte er nach dem Duell. In einem harten Spiel hätten diese am Ende plötzlich eine ganz zart besaitete Linie eingeschlagen. Dafür habe er kein Verständnis, so Klatt weiter. Vasileios Lampropoulos war es egal. Von den fälligen vier Freiwürfen brachte er drei zwischen den Ring und sorgte damit für die Vorentscheidung und aus Sicht seines Trainers Fesatidis für den „verdienten Sieg, ich denke wir waren als Team besser, hatten auch eine tiefere Bank, was sich positiv ausgewirkt hat“. Ähnlich sah es auch Klatt, trotz seines dicken Halses nach der Partie: „Ich gratuliere dem MTV zum Sieg. Dieser geht in Ordnung, weil sie einen Tick cleverer waren als wir.“

Die Gäste lagen während der Partie auch stets in Führung. Doch die Möhringer ließen nicht locker, kamen dem MTV häufig empfindlich nahe. Dass es aber mit dem Ausgleich erst kurz vor Schluss etwas wurde, lag einmal mehr an Lampropoulos. Dieser sorgte in wichtigen Phasen für die Akzente und erfolgreichen Würfe – mit 28 Punkten war er bester Werfer des Spiels – und somit immer wieder für die eigene Entspannung. „Er ist eben unser Mann für die entscheidenden Aktionen, das hat er wieder eindrucksvoll bewiesen“, sagte Fesatidis. Derweil sprach Klatt von „einer fahrigen Teamleistung“ seiner Truppe in Hälfte eins, aber einer „umso stärkeren“ in Hälfte zwei. „Die Jungs haben einmal mehr gezeigt, dass sie Comeback-Qualitäten haben, auch wenn es letztlich nicht ganz gereicht hat.“ Dass es nun ausgerechnet eine Niederlagen gegen den Stadtrivalen gab, ist für den Coach nicht von Bedeutung. „Es geht mehr darum , dass wir Punkte hätten holen können, die nicht eingeplant waren.“ Schließlich steht bei den Möhringern der Klassenverbleib im Vordergrund. Als Tabellenachte sind sie derzeit auf einem guten Weg, können sich dem Saisonziel durch einen Sieg an diesem Samstag beim punktgleichen Tabellennachbarn VfL Bensheim einen weiteren Schritt nähern.

Der Lokalrivale MTV Stuttgart bleibt nach dem Sieg zwar die Nummer eins in der Landeshauptstadt in Sachen Basketball, muss aber als Tabellensiebter um den angepeilten Einzug in die Play-offs (Platz vier) bangen. „Wir schauen von Spiel zu Spiel, mehr können wir nicht machen“, sagt Fesatidis. Und da steht am Sonntag (16.30 Uhr) die Heimpartie gegen Lich Basketball an.

SV Möhringen: Nico Hihn (25), Zimmer (12), Ruben Hihn (9), Tzikas (9), Francisco Kaiser (6), Grieb (5), Gassama (5), Von Wietersheim (3), Weller (2).

MTV Stuttgart: Lampropoulos (28), Lavric (16), Alois Mounier (11), Tosi (8), Milovac (6), Kunst (5), Koller (3), Hugo Mounier (2), Papakonstantinou (2), Panxhaj, Clarke.